Huawei-Vorsitzender behauptet, Ascend-NPU-Absatz habe Nvidia in China überholt
Huaweis rotierender Vorsitzender Eric Xu sagte diese Woche, die Ascend-NPU des Unternehmens hätten Nvidia beim Marktanteil in China überholt. Die Zahl stammt aus Huaweis eigenen Erhebungen, unabhängig geprüft hat sie niemand. The Register berichtete am 30. September darüber.

Huaweis rotierender Vorsitzender Eric Xu nutzte in dieser Woche eine Q&A-Mitteilung für die Behauptung, die Ascend-Reihe der Neural Processing Units des Unternehmens habe Nvidia in China überholt. Keine unabhängige Stelle hat die Zahl geprüft. "Es ist ziemlich schwer, Daten zum Marktanteil von Nvidia in China zu erheben, aber nach den Daten, die wir gesammelt haben, hat Ascend Nvidia überholt", sagte Xu laut The Register, das die Äußerungen am 30. September meldete.
Die Behauptung fällt in eine Zeit, in der sich der politische Boden unter dem US-Chipexportkontrollregime ständig verschiebt. Nvidias eigene Zahlen zeigen beim Umsatz in die andere Richtung. In der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal sagten Manager, die Lieferungen ihrer H200-Beschleuniger nach China machten weniger als 1 Prozent der Rechenzentrumsumsätze aus, so der Bericht von The Register. Darin liegt die Lücke zwischen Stückanteil in einem geschützten Markt und Dollars auf dem Konto. Ein Unternehmen kann bei den nach China gelieferten Karten führen, während dieselben Karten in der globalen Umsatzzeile kaum auftauchen. Die beiden Zahlen messen nicht dasselbe.
DeepSeek öffnet den Software-Stack
Die Hardware-Behauptung bliebe hohl ohne Software. Genau dort liegt die konkretere Entwicklung der Woche.
Am Mittwoch hat das in Hangzhou ansässige Unternehmen DeepSeek sechs Softwaremodule quelloffen veröffentlicht, die auf Huaweis Ascend-KI-Chips zugeschnitten sind, berichtete die South China Morning Post am 30. September. Das Unternehmen bezeichnete die Veröffentlichung als Schritt zu einem "unabhängigen und kontrollierbaren" Software-Ökosystem und knüpft damit an seine früheren Open-Source-Werkzeuge für Nvidia-Hardware an. Zu den Veröffentlichungen gehört eine Ascend-kompatible Version von TileLang, einer Programmiersprache für die Entwicklung rechenintensiver Kerne. TileLang führt Nvidia als primäres Backend, unterstützt nun aber offiziell Huaweis Ascend-950-Beschleuniger mit "nativer Codegenerierung, automatischer Planung und Synchronisation", heißt es auf der GitHub-Seite des Projekts, die die SCMP zitiert. Das ist ein Schritt bei Entwicklerwerkzeugen, kein Benchmark. Auf Exportkontrollen wirkt er bestenfalls indirekt.
Xu war offen über die Grenzen. "Auch wenn unsere Chips weniger fortgeschritten sein mögen, ist ihre Versorgung zumindest gesichert, sodass Sie sich nicht Tag für Tag Sorgen um die Chipversorgung machen müssen", sagte er. Zur internationalen Expansion äußerte er sich deutlicher: "Wir haben nicht genug Kapazität, um die Nachfrage in China zu decken. Wir haben keine Pläne, den internationalen Markt in vollem Umfang zu erschließen." The Register merkt an, dass Huawei einen Atlas 950 SuperCluster mit 256.000 Karten einsetzt und eine neuere Architektur entwickelt, die auf bis zu eine Million NPUs skalieren soll.
Washingtons mal an, mal ausgesetzte Kontrollen
Die politische Vorgeschichte hinter dieser Versorgungsangst ist unübersichtlich. Die Trump-Regierung verhängte im April 2025 neue Lizenzanforderungen für die China-Varianten der Beschleuniger von Nvidia und AMD, drehte im Sommer wieder bei und einigte sich später darauf, die US-Regierung an einem Prozentsatz bestimmter nach China gehender Chipverkäufe zu beteiligen. Ende letzten Jahres erlaubte sie Nvidia erstmals, H200-Teile an genehmigte chinesische Kunden zu verkaufen, berichtete The Register. Peking hatte bereits begonnen, Druck auf Rechenzentrumsbetreiber auszuüben, sich von ausländischen Beschleunigern abzuwenden.
Dieser Druck zeigt sich nun im Lobbykampf um das jährliche Verteidigungsgesetz. Nvidia und AMD haben das Weiße Haus gebeten, die China-Chipbeschränkungen im Verteidigungsgesetz zu entschärfen, berichteten TradingView und Benzinga am 29. September. ASML gab am selben Tag eine öffentliche Warnung zu den chinesischen Chip-Exportgrenzen heraus, wie simplywall.st meldete. Die Schlagzeilen laufen jedem bestätigten Gesetzestext voraus.
Auch von der diplomatischen Bühne ist die Exportkontrollfrage verschwunden. Die US-Exportkontrollen für Chips waren kein zentrales Thema beim Gipfel zwischen Xi und Trump, berichtete die South China Morning Post am 26. September. Der US-Handelsbeauftragte Greer sagte, Washington habe mit China keine Chip-Exportkontrollen erörtert, so ein Bericht vom 27. September. Das ist Hintergrund, erklärt aber, warum der Chipstreit über Unternehmensmitteilungen ausgetragen wird statt über Kommuniqués.
Wohin sich die amerikanische Seite bewegt
US-Anbieter sichern sich in zwei Richtungen ab. OpenAI und Synopsys unterzeichneten eine mehrjährige Partnerschaft für ein spezialisiertes Chipdesign-Modell namens GPT-Synopsys, das OpenAIs KI-Technologie mit den Werkzeugen von Synopsys für elektronische Designautomatisierung verbindet, berichtete the-decoder.com am 30. September. OpenAI arbeitet bereits mit Broadcom an Chips für den Betrieb von KI-Modellen. Der kürzlich vorgestellte Jalapeno-Chip soll gegen ähnliche spezialisierte Teile konkurrenzfähig sein.
Startups verfolgen dasselbe Ausbeuteproblem. Emergence AI bringt seine neuroformale KI-Technologie bei Fabless-Halbleiterunternehmen in den aktiven Einsatz, berichtete EE Times am 30. September. Mitgründer Satya Nitta sagte: "Man kann Chips nicht schneller machen, aber was man tun kann, ist definitiv, mit KI mehr Chips pro Wafer herauszuholen." Nitta sagte, der Ansatz verbinde LLMs mit symbolischer KI, sodass "Algorithmen vorschlagen und symbolische KI verifiziert". IDM-Kunden bäten das Unternehmen, die Arbeit auf die Fab auszuweiten.
Unterdessen bekam die Politik der KI-Sicherheit eine freiwillige Ebene. Präsident Trump und die Chefs der größten US-KI-Unternehmen unterzeichneten im Weißen Haus eine Reihe freiwilliger Sicherheitsstandards, berichtete CBS News am 29. September. Trump nannte die Vereinbarung "moralisch bindend" und sagte, sie sei "in gewisser Weise fast wie eine Verfassung". Die Unternehmen verpflichteten sich zu "vier Kontroll- und Prüfebenen", darunter interne Bewertungen, externe Audits und Überprüfungen durch die Unternehmensgremien. Trump unterzeichnete außerdem eine Durchführungsverordnung, die die Bundesregierung anweist, den Begriff "Super Intelligence" statt künstliche Intelligenz zu verwenden. Er sagte, er wolle innerhalb von drei oder vier Tagen einen KI-Beauftragten benennen.
Nichts davon ändert die Rechnung, die Xu beschreibt. Huaweis Argument lautet nicht, dass seine Chips besser sind, sondern dass eine US-Lizenzentscheidung sie nicht abschalten kann. DeepSeeks Open-Source-Module sind der Versuch, dieses Argument für Entwickler glaubhaft zu machen. Ob Ascend Nvidia in China tatsächlich überholt hat, bleibt eine Unternehmensbehauptung ohne unabhängige Prüfung. Nvidia hat keine chinaspezifische Stückzahl veröffentlicht, an der sie sich messen ließe.
Quellen
5- 01Huawei boss claims homegrown AI chip sales top Nvidia in ChinaEN
- 02China's DeepSeek open-sources tools to help Huawei chips supplant Nvidia in AIEN
- 03OpenAI and Synopsys team up to build an AI model that designs chips like a seasoned engineerEN
- 04Emergence AI Targets Fabless Chipmakers With Neuroformal AIEN
- 05Trump and major AI executives sign "morally binding" voluntary controlsEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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