Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Verfassung von 1947 und Shinkansen von 1964: zwei Pfeiler des Nachkriegsjapan

Die Verfassung trat am 3. Mai 1947 in Kraft und umfasst 103 Artikel in 11 Kapiteln. Der Tokaido-Shinkansen nahm am 1. Oktober 1964 den Betrieb auf. 2024 verzeichnete das Netz 385,9 Millionen Fahrten.

GeschichteAnalyseClara LindnerVeröffentlicht: 15. September 20267 Min. LesezeitQuellen 2
Verfassung von 1947 und Shinkansen von 1964: zwei Pfeiler des Nachkriegsjapan

Die Verfassung Japans ist das höchste Recht des Landes. Geschrieben haben sie vor allem amerikanische Zivilbeamte während der Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg. Angenommen wurde sie am 3. November 1946, in Kraft trat sie am 3. Mai 1947. Sie ersetzte die Meiji-Verfassung von 1889 und besteht aus einer Präambel und 103 Artikeln in 11 Kapiteln.

Sie beruht auf der Volkssouveränität, mit dem Kaiser als Symbol des Staates, auf dem Verzicht auf Krieg, auf den Rechten des Einzelnen und auf dem Verbot einer Staatsreligion. Die Meiji-Verfassung gab dem Kaiser die höchste politische Gewalt. In der Ordnung von 1946 ist seine Rolle dagegen auf das „Symbol des Staates und der Einheit des Volkes“ reduziert. Im Rahmen der Volkssouveränität übt er ausschließlich zeremonielle Aufgaben aus. Artikel 9 verzichtet auf das Recht Japans, Krieg zu führen und Streitkräfte zu unterhalten. Trotzdem hält das Land de facto eine Armee in Form der Selbstverteidigungsstreitkräfte und beherbergt eine bedeutende militärische Präsenz der Vereinigten Staaten. Eine Verfassungsänderung erfordert zwei Drittel der Stimmen in beiden Kammern des Parlaments.

MacArthur ändert den Kurs

Nach der Kapitulation Japans am Ende des Krieges 1945 geriet das Land unter Besatzung. General Douglas MacArthur, Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, wies Premierminister Kijūrō Shidehara an, eine neue Verfassung auszuarbeiten. Shidehara berief dafür einen Ausschuss japanischer Gelehrter. Im Februar 1946 änderte MacArthur jedoch den Kurs und legte einen Entwurf vor, der unter seiner eigenen Aufsicht entstanden war.

1. Oktober 1964

Der Tokaido-Shinkansen, die erste Linie des Netzes, wurde kurz vor den Olympischen Spielen in Tokio eröffnet, die am 10. Oktober 1964 begannen. Die Strecke ist 552,6 Kilometer lang und verbindet Tokio, Yokohama, Nagoya und Osaka, die vier größten Städte Japans. Die Linie bleibt die am stärksten belastete im Netz: Im Geschäftsjahr 2023 beförderte sie 161 Millionen Fahrgäste, seit der Eröffnung insgesamt mehr als 6,5 Milliarden.

Vor der Einführung der Schnellbahn brauchten Schnellzüge auf der Strecke Tokio-Osaka etwa 6 Stunden und 40 Minuten. Nach der Eröffnung des Shinkansen verkürzte der Hikari, der nur ausgewählte Bahnhöfe bedient, die Fahrzeit auf vier Stunden. Der Kodama, der an allen Bahnhöfen hält, bewältigte die Strecke in fünf Stunden. Die ersten Shinkansen-Züge der Baureihe 0 fuhren mit bis zu 210 Kilometern pro Stunde, später erhöht auf 220 Kilometer pro Stunde. Finanziert wurde der Bau aus einer Staatsanleihe, Eisenbahnobligationen und einem zinsgünstigen Darlehen der Weltbank in Höhe von 80 Millionen Dollar. Die Kosten wurden zunächst auf knapp 200 Milliarden Yen geschätzt, doch die Schätzungen waren zu niedrig angesetzt; die tatsächlichen Kosten betrugen etwa 380 Milliarden Yen. Als 1963 die Budgetlücke bekannt wurde, trat Sogō zurück und übernahm damit die Verantwortung. 1962 wurde in Odawara ein Teststand für Fahrzeuge eröffnet, der sogenannte Kamonomiya Model Section.

Rekorde und Reichweite

Das Shinkansen-Netz bedient die meisten großen Städte auf Honshu und Kyushu und reicht bis Hakodate auf Hokkaido. Die Verlängerung nach Sapporo ist im Bau und soll Ende des Geschäftsjahres 2038 eröffnet werden. Im Jahr 2024 verzeichnete das Netz 385,9 Millionen Fahrten von Fahrgästen. Die höchste auf dem Shinkansen-Netz für konventionelle Eisenbahnen registrierte Geschwindigkeit sind 443 Kilometer pro Stunde, erreicht von einem Zug der Klasse 955 (300X) im Jahr 1996. 603 Kilometer pro Stunde erreichte 2015 ein Magnetschwebebahnzug der Baureihe L0 auf der Teststrecke Yamanashi, die Teil des Chūō Shinkansen ist. Japan ist dabei schwieriges Gelände für höhere Geschwindigkeiten: Das Land ist häufigen Erdbeben ausgesetzt.

Kommentare 0

Quellen

2
  1. 01Constitution of Japan (Wikipedia, en)EN
  2. 02Shinkansen (Wikipedia, en)EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Clara Lindner

Clara Lindner

Kultur, Küche und Lebensstil

Clara Lindner schreibt für FLASH24 über Kultur, Küche, Mode und Design, Alltagsleben und Geschichte und arbeitet dabei vor allem mit Primärquellen, Archiven und eigenen Vor-Ort-Besuchen. Bei Küchengeschichten prüft sie Rezeptangaben gegen historische Kochbücher und vergleicht Mengen- und Zeitangaben mehrerer Ausgaben. Für Kultur- und Geschichtstexte spricht sie mit Kuratoren, Designern und Gastronomen und wartet auf Festivalprogramme sowie Ausstellungskalender, um Termine und Werklisten abzugleichen. Ihre Festivalmarathons, Independent-Kino und Filmarchive nutzt sie, um film- und kulturgeschichtliche Bezüge in ihren Stücken zu prüfen. Sie veröffentlicht keine Angaben, die sie nicht selbst nachrecherchiert hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.