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NASA gibt Rettung von Swift auf: LINK gescheitert, 30 Millionen Dollar ohne Schub

NASA und Katalyst Space Technologies haben die Mission zur Anhebung des Neil Gehrels Swift Observatory abgesagt. Das Teleskop wird noch in diesem Jahr in die Erdatmosphäre eintreten. Der Rettungsversuch kostete 30 Millionen Dollar.

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 27. September 20263 Min. LesezeitQuellen 3
NASA gibt Rettung von Swift auf: LINK gescheitert, 30 Millionen Dollar ohne Schub

Das Neil Gehrels Swift Observatory wird verglühen. NASA und Katalyst Space Technologies teilten am Mittwoch, dem 19. August, mit, dass die Roboter-Rettungsmission LINK das fallende Gammastrahlen-Teleskop nicht einfangen und anheben wird. Das berichtet Ars Technica. Das Observatorium ist seit 2004 im niedrigen Erdorbit und soll noch in diesem Jahr in die Atmosphäre eintreten.

LINK startete am 3. Juli an Bord von Northrop Grummans Pegasus-XL-Rakete.

Der Plan war ehrgeizig. Katalyst, ein Startup aus Arizona, erhielt weniger als ein Jahr vor dem Start einen Vertrag über 30 Millionen Dollar, so Ars Technica. Das Unternehmen hatte neun Monate Zeit, ein Raumfahrzeug von der Größe eines Kühlschranks zu entwerfen, zu bauen und zu starten. Es war mit drei Roboterarmen und drei xenonbetriebenen elektrischen Triebwerken ausgestattet. Damit sollte es Swift greifen und über mehrere Monate in eine höhere Umlaufbahn heben. Laut NASA musste der Start bis zu diesem Sommer erfolgen, um Swift zu erreichen, bevor der atmosphärische Widerstand es endgültig nach unten zog.

In den ersten Wochen im Orbit schien alles gut zu verlaufen. Dann geriet LINK Ende Juli außer Kontrolle. Die NASA gab am 28. Juli bekannt, dass die Lageregelungssysteme des Raumfahrzeugs ausgefallen waren. Dadurch rotierte es mit etwa 9 Grad pro Sekunde, und die Kommunikation brach sporadisch ab, so NBC News. Ars Technica berichtete, dass zwei der drei Reaktionsräder des Satelliten, die zur Lageregelung dienen, nicht mehr funktionierten. Auch Kaltgastriebwerke für die feinere Ausrichtung hatten Probleme. Damit blieben die drei niederimpulsigen Plasmatriebwerke als einzige Möglichkeit, die Kontrolle wiederzuerlangen, während LINK mit fast 5 Meilen pro Sekunde um die Erde raste.

Die Missionsleiter konnten die Drehung in diesem Monat verlangsamen, aber nicht genug. In einem LinkedIn-Beitrag erklärte Katalyst, das Unternehmen und die NASA hätten sich darauf verständigt, dass "die Mission nicht das Einfangen und Anheben des Neil Gehrels Swift Observatory der NASA umfassen wird".

"Katalyst hat ein experimentelles Raumfahrzeug entworfen, entwickelt und gestartet, um eine ehrgeizige Mission in einem aggressiven Zeitplan zu verfolgen", sagte Unternehmens-CEO Ghonhee Lee in dem LinkedIn-Beitrag. "Wir haben diese risikoreiche, aber potenziell lohnende Herausforderung angenommen und sind stolz auf die Meilensteine, die wir auf dem Weg erreicht haben."

NASA-Administrator Jared Isaacman räumte ein, dass das Ergebnis nicht das erhoffte ist. "Das ist nicht das Ergebnis, auf das wir hingearbeitet haben, aber es ändert nichts daran, warum diese Mission es wert war, versucht zu werden", sagte er in einer Erklärung. Shawn Domagal-Goldman, Leiter der Astrophysik-Abteilung der NASA, nannte es "einen ersten Versuch dieser Art, entwickelt in einem beispiellosen Zeitplan, angetrieben von der Aktivität der Sonne".

Die Sonne war der Grund für Swifts Schwierigkeiten. Alle Satelliten im niedrigen Erdorbit verlieren langsam an Höhe durch den atmosphärischen Widerstand, so NBC News. Während einer Phase intensiver Sonnenaktivität im Jahr 2024 erhitzte die Sonne die Erdatmosphäre. Der Widerstand stieg, und Swifts Umlaufbahn zerfiel schneller als erwartet. Swift hat keine eigenen Triebwerke, um die Umlaufbahn zu halten. Eine Rettung wie LINK war also die einzige Möglichkeit, das 500 Millionen Dollar teure Observatorium weiter zu betreiben, so Ars Technica.

Swift wurde entwickelt, um Gammastrahlenausbrüche zu untersuchen, die stärksten Explosionen im bekannten Universum, ausgelöst durch Ereignisse wie die Geburt von Schwarzen Löchern und Kollisionen zwischen ultradichten Sternen. Die Kombination aus Instrumenten für mehrere Wellenlängen und der wendigen Ausrichtung ermöglichte es, Ausbrüche zu lokalisieren, damit andere Observatorien sie weiter beobachten konnten. Es übertraf seine ursprüngliche Auslegung von zwei Jahren bei weitem, und sein Verlust wird eine Lücke in der Hochenergie-Astronomie hinterlassen, die kaum bald geschlossen werden kann.

Katalyst gibt LINK nicht auf. Das Unternehmen erklärte, es werde versuchen, sich dem Raumfahrzeug zu nähern und es zu treffen, um Technologiedemonstrationen für künftige Flüge durchzuführen. Die von Katalyst verwendeten Rendezvous-Sensoren und Roboterarme gelten als wichtige Technologien für die Satellitenwartung, ein Bereich, in dem mehrere US-Unternehmen an Missionen arbeiten, die irgendwann Satelliten betanken, reparieren oder aufrüsten könnten.

"Wir haben bereits sehr viel gelernt, und jetzt besteht unsere Aufgabe darin, diese Lehren in etwas Dauerhaftes zu verwandeln und ein wiederholbares Handbuch zu erstellen, das künftige Rendezvous- und Annäherungsmanöver sowie die Satellitenwartung unterstützt", sagte Lee.

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Quellen

3
  1. 01NASA calls off rescue mission for its falling Swift space telescopeEN
  2. 02NASA mission to save its sinking space telescope failsEN
  3. 03NASA calls off mission to rescue Swift gamma-ray observatoryEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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