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NASA gibt Swift-Rettung auf, Katalysts LINK bleibt aktiv

NASA und Katalyst Space Technologies haben den Versuch aufgegeben, das Neil Gehrels Swift Observatory anzuheben. Das 500 Millionen Dollar teure Teleskop wird noch in diesem Jahr in die Erdatmosphäre eintreten. Die Rettungssonde LINK kostete 30 Millionen Dollar und wurde in neun Monaten gebaut.

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 28. September 20263 Min. LesezeitQuellen 3
NASA gibt Swift-Rettung auf, Katalysts LINK bleibt aktiv

Die Ankündigung kam am Mittwoch, dem 19. August. Darüber berichteten Scientific American und Ars Technica. Katalyst erklärte in einem LinkedIn-Beitrag, "anhaltende Probleme mit der Lageregelung" bedeuteten, dass "die Mission die Einfangung und Anhebung des Neil Gehrels Swift Observatory von NASA nicht umfassen wird". Das Teleskop startete 2004, war für eine Lebensdauer von zwei Jahren ausgelegt und ist nun fast 22 Jahre in Betrieb.

Swift ist nicht einfach nur alt. Es fällt. Alle Satelliten im niedrigen Erdorbit verlieren durch den Luftwiderstand an Höhe. Die Sonnenaktivität seit 2024 hat die obere Atmosphäre erwärmt und diesen Verfall beschleunigt. NBC News berichtete, dass NASA den Auftrag über 30 Millionen Dollar im Jahr 2025 an das Unternehmen aus Arizona vergab. Die Frist war hart: LINK musste bis zu diesem Sommer starten, um Swift zu erreichen, bevor es verglüht.

Neun Monate vom Auftrag bis zum Start

Das hat Katalyst geschafft. LINK startete am 3. Juli an Bord der Pegasus-XL-Rakete von Northrop Grumman. Die Sonde ist etwa so groß wie ein Kühlschrank und hat zwei Solarflächen, drei elektrische Triebwerke mit Xenon-Antrieb und drei Roboterarme. Diese sollten Swift greifen und in eine höhere Umlaufbahn heben. Ars Technica merkte an, dass Satelliten dieser Art normalerweise mehrere Jahre Vorbereitung brauchen. Katalyst schaffte es in neun Monaten. Der Zeitplan erzwang Kompromisse, die Ingenieure sonst vielleicht nicht akzeptiert hätten.

Die ersten Wochen verliefen gut, sowohl laut Ars Technica als auch laut NBC News. Dann, Ende Juli, drehte sich LINK außer Kontrolle. NASA erklärte am 28. Juli, die Lageregelungssysteme hätten versagt, "wodurch die Sonde zu rotieren begann und die Kommunikation sporadisch ausfiel". NBC News nannte eine Rotationsrate von etwa 9 Grad pro Sekunde. Ars Technica berichtete unter Verweis auf die Hardware, dass zwei der drei Reaktionsräder des Satelliten den Betrieb einstellten. Auch die Kaltgastriebwerke für die Feinausrichtung machten Probleme. Damit blieben drei Plasma-Triebwerke mit geringem Schub als einzige Möglichkeit, die Orientierung wiederzugewinnen.

"Wir haben diese risikoreiche, aber lohnende Herausforderung angenommen und sind stolz auf die Meilensteine, die wir auf dem Weg erreicht haben", sagte Katalyst-CEO Ghonhee Lee.

Die Missionsverantwortlichen verlangsamten die Rotation in diesem Monat durch Zünden der Triebwerke, aber nicht genug. NASA brach die Mission ab. Das Observatorium hatte den wissenschaftlichen Betrieb bereits vor dem Rendezvous ausgesetzt. Der Fehlschlag hinterlässt eine Lücke in der Hochenergie-Astronomie. Swift ist ungewöhnlich: Es verbindet Instrumente für mehrere Wellenlängen mit einer wendigen Ausrichtung. Astronomen nutzen es, um Gammastrahlenausbrüche zu entdecken, und geben die Koordinaten dann an andere Teleskope zur Nachbeobachtung weiter. Es hat keine eigenen Triebwerke, weshalb eine Rettungssonde die einzige Option war.

NASA-Administrator Jared Isaacman schlug in seiner Erklärung einen defensiven Ton an. "Das ist nicht das Ergebnis, auf das wir hingearbeitet haben, aber es ändert nichts daran, warum diese Mission den Versuch wert war", sagte er. "NASA sollte bereit sein, schnell zu handeln und kluge Risiken einzugehen, wenn der mögliche Ertrag es rechtfertigt, und genau das haben wir getan." Shawn Domagal-Goldman, Leiter der Astrophysik-Abteilung der NASA, sagte, die Mission sei "ein erster Versuch dieser Art gewesen, entwickelt in einem beispiellosen Zeitrahmen, den die Sonnenaktivität vorgegeben hat".

LINK hat noch eine Aufgabe

Die Sonde ist intakt. Katalyst und NASA erklären, sie werde versuchen, sich Swift zu nähern, um ihr Navigationssystem für den Nahbereich zu demonstrieren. Diese Technologie ist wichtig für eine Satelliten-Serviceindustrie, die es in großem Maßstab noch nicht gibt. Ars Technica berichtete, Katalyst sei eines von mehreren US-Unternehmen, die an Service-Missionen arbeiten. Diese könnten eines Tages Satelliten auftanken, reparieren oder aufrüsten.

Ars Technica wies auch auf die Kostenasymmetrie der Mission hin: 30 Millionen Dollar für den Versuch, ein 500 Millionen Dollar teures Observatorium zu retten, in einem Neun-Monats-Zeitplan, mit einer Sonde, die nie zuvor geflogen war. Der Fehlschlag entscheidet nicht, ob sich schnelle, kostengünstige Rettungsversuche wiederholen lassen. Er zeigt aber, wie wenig Spielraum bleibt, wenn die Frist von der Sonne gesetzt wird und nicht von einem Startfenster.

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Quellen

3
  1. 01NASA calls off rescue mission for its falling Swift space telescopeEN
  2. 02NASA mission to save its sinking space telescope failsEN
  3. 03NASA calls off mission to rescue Swift gamma-ray observatoryEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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