Ofgem-Preisdeckel steigt um 4 Prozent auf 1.723 Pfund pro Haushalt
Der Preisdeckel von Ofgem gilt seit dem 1. Oktober. Für einen typischen Haushalt mit Gas und Strom und Lastschriftzahlung bedeutet das 1.723 Pfund im Jahr. Mehr als vier Millionen Haushalte mit Standardtarif sind betroffen. Cornwall Insight erwartet für Januar 1.999 Pfund, andere Prognosen liegen höher.

Der Deckel gilt für Haushalte in England, Schottland und Wales mit Standardtarif. Ofgem prüft ihn alle drei Monate. Die Zahl für Januar steht noch nicht fest, die Prognosen können sich bis zur Bekanntgabe des nächsten Deckels noch verschieben. Die Regierung hat die Mehrwertsteuer auf Strom bis zum 31. März des kommenden Jahres vorübergehend ausgesetzt. Sie schätzt die Entlastung auf rund 45 Pfund im Jahr. Auf Gas zahlen Haushalte weiterhin 5 Prozent Mehrwertsteuer.
Was sich am 1. Oktober geändert hat
Ofgem legte den Deckel für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember auf 1.723 Pfund im Jahr fest, für einen typischen Haushalt mit Gas und Strom bei Lastschriftzahlung. Das sind 60 Pfund oder 4 Prozent mehr als die 1.663 Pfund davor. Der Gaspreis pro Kilowattstunde stieg um 8,7 Prozent von 7,33 auf 7,97 Pence. Die Grundgebühr für Gas erhöhte sich von 29,04 auf 29,68 Pence pro Tag.
Beim Strom änderte sich kaum etwas: von 26,11 auf 26,32 Pence pro Kilowattstunde. Die Grundgebühr sank um 4,1 Prozent auf 54,83 Pence pro Tag. Der Deckel rechnet mit 2.500 Kilowattstunden Strom und 9.500 Kilowattstunden Gas im Jahr. Anbieter mit variablem Standardtarif gaben die neuen Sätze zum 1. Oktober weiter. Der Deckel begrenzt den Arbeitspreis und die tägliche Grundgebühr, nicht die Gesamtrechnung.
Prognosen für Januar
Die Prognose von Cornwall Insight vom 30. September nennt 1.999 Pfund im Jahr ab dem 1. Januar. Das wären 276 Pfund oder 16 Prozent mehr als im Zeitraum Oktober bis Dezember. Die Beratung bezeichnete es als den größten Anstieg seit Januar 2023. Die Prognosen der Anbieter liegen höher, bei etwa 2.065 bis 2.115 Pfund, wie LondonLovesBusiness berichtete.
Cornwall Insight führt den Anstieg auf den Konflikt im Nahen Osten zurück. Die Gaslieferungen gerieten durcheinander, nachdem die Straße von Hormus zu Beginn des Iran-Kriegs im Februar praktisch geschlossen wurde. Der Deckel folgt den Großhandelspreisen mit Verzögerung. Das Fenster für den Januar-Deckel reicht von Mitte August bis Mitte November, der Preissprung beim Gas im September ist also bereits eingerechnet. Gas bestimmt zudem einen großen Teil des Strompreises in Großbritannien, deshalb sollen beide Brennstoffe teurer werden.
Cornwall Insight hält einen Anstieg im Januar für „so gut wie sicher“, weil ein großer Teil des Bewertungszeitraums bereits eingepreist ist. The Independent berichtete über Warnungen, die Kosten könnten ab Januar um fast 300 Pfund pro Woche steigen. Die Gaspreise seien im Jahresvergleich bereits um 27 Prozent gestiegen.
Wer am meisten zahlt
Im Oktober stiegen die Gasrechnungen um etwa 8 Prozent, während Haushalte ohne Gas weniger als 1 Prozent mehr zahlten. Der Grund: Die Mehrwertsteuersenkung glich die höheren Stromkosten aus, wie LondonLovesBusiness berichtete. Der typische Deckel für Haushalte mit Standardkredit liegt bei 1.861 Pfund im Jahr, 138 Pfund mehr als bei Lastschrift. Der typische Deckel für Prepaidzähler ist mit 1.678 Pfund niedriger.
Haushalte mit niedrigem Einkommen trifft der Anstieg in absoluten Zahlen weniger, gemessen am Einkommen aber stärker. Der Gaspreis pro Kilowattstunde soll im Januar etwa 9,76 Pence erreichen. Große, mit Gas beheizte Häuser trifft der stärkste Anstieg in Pfund. Haushalte, die nur mit Strom heizen, zahlen fast 30,3 Pence pro Kilowattstunde, etwa 15 Prozent mehr.
Nach der Januar-Prognose von Cornwall Insight würde die typische Gasrechnung von etwa 865 auf 1.040 Pfund im Jahr steigen, die Stromrechnung von etwa 858 auf 959 Pfund. Haushalte, die deutlich mehr Gas verbrauchen als der Durchschnitt, zahlen weit mehr als die genannten 276 Pfund.
Reaktionen und Forderungen nach Unterstützung
Andy Burnham, im Bericht des Independent als Premierminister bezeichnet, sagte: „Für viele Familien ist die Energierechnung die, vor der sie am meisten Angst haben. Ich akzeptiere nicht, dass es so bleiben muss, und ich bin entschlossen, die Kosten dauerhaft zu senken. Aber ich weiß, dass die Menschen nicht warten können. Familien brauchen jetzt Luft. Deshalb entfällt ab heute die Mehrwertsteuer auf Ihrer Stromrechnung.“
Die End Fuel Poverty Coalition forderte die Minister auf, einen „Notfall-Heiztarif“ vorzubereiten, um die Heizkosten in diesem Winter zu begrenzen. Simon Francis, Koordinator der Koalition, sagte: „Da die Zahl der Haushalte in Energiearmut erneut stark steigen dürfte, und das zur gefährlichsten Zeit des Jahres, hat der Schatzkanzler keine andere Wahl, als gezielte Unterstützung für gefährdete Haushalte auszuweiten. Wenn die Minister nichts tun, werden Millionen diesen Winter in kalten, feuchten Wohnungen sitzen und keine warme Mahlzeit kochen können. Menschen werden krank. Manche werden sterben.“
Ned Hammond, stellvertretender Direktor für Kundenpolitik bei Energy UK, sagte: „Bei Gasgroßhandelspreisen auf einem Drei-Jahres-Hoch und Energieschulden, die bis Ende 2026 voraussichtlich 7.000.000.000 Pfund erreichen, ist klar, dass dringend gehandelt werden muss. Die Regierung muss bedürftigen Haushalten in diesem Winter zusätzliche gezielte Unterstützung zukommen lassen.“
Die Prognose von MoneySavingExpert setzt den Januar-Deckel bei rund 2.152 Pfund im Jahr an. Das wären 24,9 Prozent mehr und etwa 429 Pfund über dem Oktober-Wert. MSE warnt, die Prognose sei noch relativ früh und könne sich bis zur endgültigen Zahl deutlich verschieben. Martin Lewis sagte: „Leider wird jetzt prognostiziert, dass der Energie-Preisdeckel im Januar um 24 Prozent steigt“, und riet Haushalten im Deckel, eine Festpreisbindung zu prüfen.
Wie es weitergeht
Ofgem gibt den Deckel für Januar bis März am 25. November bekannt. Die Mehrwertsteuersenkung auf Strom gilt bis zum 31. März des kommenden Jahres. Festpreistarife unterhalb des prognostizierten Januar-Deckels könnten einem typischen Haushalt rund 200 Pfund im Jahr sparen, falls der Anstieg wie vorhergesagt kommt. Das geht aus Schätzungen von Vergleichsportalen hervor, über die LondonLovesBusiness berichtete.
Quellen
23- 01UK energy price cap forecast to soar to £2000 by January as bills rise todayEN
- 02Ofgem price cap 2026: Which households face the biggest energy rise and what a VAT cut would doEN
- 03Energy Price Cap January rise forecast Martin Lewis warningEN
- 04Ofgem price cap: energy bill rise takes effect in OctoberEN
- 05How the Solar+ industries can make better decisions for the energy transitionEN
- 06Tampa Community Turns Out for Sierra Club’s ‘Power & Perspectives: The Energy Dialogue’EN
- 07Tesla hikes Cybertruck prices up to 10% after announcing it will kill productionEN
- 08Will PG&E’s $2B grid cutbacks derail California’s clean energy buildout?EN
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