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Regierung will BBC-Gebühr noch vor Weihnachten auf Streamingdienste ausweiten

Die Regierung will einem Bericht des Independent zufolge noch vor Weihnachten in einem Weißbuch vorschlagen, die BBC-Lizenzgebühr auf Streamingdienste auszuweiten. Schätzungen zufolge kämen dadurch 3 bis 4 Millionen Haushalte zusätzlich zur Zahlung.

Medien & InternetAnalyseKatrin HoffmannVeröffentlicht: 7. November 20264 Min. LesezeitQuellen 7
Regierung will BBC-Gebühr noch vor Weihnachten auf Streamingdienste ausweiten

Netflix, Amazon, Disney+ und YouTube sind derzeit von der Lizenzgebühr befreit, berichtet der Independent. Ein hochrangiger Regierungsvertreter aus Whitehall sagte der Zeitung, Ziel sei es, zu verhindern, dass Menschen die Gebühr umgehen, indem sie online schauen. Nach dem Vorschlag würde die Gebühr alle Streaminginhalte erfassen, nicht nur BBC iPlayer. Inoffiziell wird das Vorhaben bereits „YouTube-Steuer“ genannt, weil YouTube mit rund 55 Millionen Nutzern und einer Reichweite von 79 Prozent die größte Online-Videoplattform im Vereinigten Königreich ist. Der Gewährsmann sagte, unter der vorherigen Regierung habe es bei den Gesprächen über die Charta-Verlängerung eine „Verzögerung“ gegeben. „Nach dem Wechsel im Amt des Premierministers können wir den Plan, die Gebühr auf Streamingplattformen auszuweiten, nun aber vorantreiben.“

Schätzungen zufolge müssten 3 bis 4 Millionen Haushalte zusätzlich die Lizenzgebühr zahlen, wenn sie auf Streamingdienste ausgeweitet wird. Die BBC verzeichnete für 2025/26 ein operatives Defizit von 121.000.000 £, obwohl sie über die Gebühr rund 3.800.000.000 £ bis 3.900.000.000 £ einnahm. Ein Vertreter aus Whitehall warnte, die zusätzlichen Einnahmen aus der Abgabe würden die Lücken in den Ausgaben der BBC nicht schließen.

Alle neuen Mittel aus dem Plan müssten in die Wiederbelebung des Lokaljournalismus und die Bekämpfung von Falschinformationen fließen. Diese hätten, so der Gewährsmann, den Aufstieg von Parteien wie Reform UK befeuert. „Das Geld muss genutzt werden, um den Lokaljournalismus zu stützen und vielen der Verschwörungstheorien und Falschnachrichten entgegenzuwirken, die, wie wir gesehen haben, Parteien wie Reform in verschiedenen Landesteilen zur Wahl verholfen haben“, sagte er.

Wie sich die Gebühr ändern würde

Derzeit muss jeder, der Live-Fernsehen schaut, die Lizenzgebühr zahlen, auch wenn er die BBC nicht sieht. Für Abrufe und nicht live ausgestrahlte Sendungen auf Streamingplattformen zahlen Zuschauer nichts, außer bei BBC iPlayer. Die Gebühr beträgt 180 £ im Jahr, für Menschen ab 75 Jahren mit Anspruch auf Pension Credit ist sie kostenlos, für Sehbehinderte gilt ein Rabatt von 50 Prozent.

Reaktionen und Zeitplan der Charta

Ein Sprecher der BBC sagte: „Wir haben stets argumentiert, dass das aktuelle Finanzierungsmodell überholt ist und reformiert werden muss. Wir werden weiter mit der Regierung zusammenarbeiten, um eine neue Charta zu sichern, die eine nachhaltige, ausreichende und universelle Finanzierung gewährleistet, damit die BBC auch für künftige Generationen für ihr Publikum da sein kann.“ Ein Sprecher des DCMS sagte: „Die BBC muss über ein Modell finanziert werden, das nachhaltig und fair für alle ist, die zahlen. Im Rahmen der Charta-Prüfung betrachten wir eine Reihe von Optionen, darunter auch, wie die Lizenzgebühr reformiert werden könnte.“

Die Royal Charter wird vom Ministerium für Kultur, Medien und Sport unter Kulturministerin Lisa Nandy neu verhandelt und regelt die Governance der BBC, einschließlich ihrer Finanzierung. Sie muss alle 10 Jahre erneuert werden, die aktuelle läuft im Dezember 2027 aus.

Bericht des Ausschusses

Dem Weißbuch vorausgegangen ist ein Bericht des Kultur-, Medien- und Sportausschusses des Unterhauses, der das Modell der Lizenzgebühr als „überholt und nicht mehr zeitgemäß“ bezeichnete. Die Abgeordneten empfahlen, die nächste Charta dauerhaft zu machen und die Gebühr so zu reformieren, dass sie nicht mehr an ein Fernsehgerät gebunden ist. Der Einzelne solle dabei weniger zahlen, weil die Basis breiter wird. Sie wiesen darauf hin, dass etwa 94 Prozent der Menschen die BBC jeden Monat nutzen, aber nur 80 Prozent der Haushalte eine TV-Lizenz zahlen. Für eine Haushaltsabgabe gebe es „starke Argumente“, sie sei kurzfristig aber schwer einzuführen, so die Abgeordneten.

Der Ausschuss forderte zudem, politische Ernennungen im BBC-Verwaltungsrat zu beenden, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu stärken. Außerdem regte er an, die BBC solle erwägen, ihren Vorsitzenden unabhängig zu bestellen. BBC-Generaldirektor Matt Brittin sagte dem Ausschuss, der Sender habe in den vergangenen zehn Jahren rund 1.200.000.000 £ bis 1.300.000.000 £ an Lizenzgebührenmitteln verloren, etwa 40 Prozent davon, weil weniger Haushalte zahlten.

Im Jahr bis zum 31. März 2026 waren rund 539.000 TV-Lizenzen weniger in Kraft, ein Rückgang von etwa zwei Millionen innerhalb von fünf Jahren. Die Abgeordneten warnten, ohne Reform drohe der BBC ein „geplanter Niedergang“. Die BBC begrüßte die Unterstützung des Ausschusses für eine universelle Finanzierung bei gleichzeitiger Überarbeitung der Lizenzgebühr. Brittin hat erklärt, er wolle BBC-Inhalte auf Netflix, YouTube, TikTok, Spotify und Instagram sehen, und argumentiert, der Sender werde durch die Lizenzgebühr „zurückgehalten“. Die nächste Charta tritt 2028 in Kraft.

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Quellen

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  1. 01MPs recommend BBC charter renewal is scrapped and licence fee is extended beyond TVEN
  2. 02BBC licence fee to be extended with 'YouTube tax'EN
  3. 03Major BBC TV licence fee update issued by MPs as Andy Burnham government finalises plansEN
  4. 04BBC licence fee to be extended with 'YouTube tax' to force more to payEN
  5. 05Lanarkshire AI datacentre to fully rely on National Grid despite renewables claimEN
  6. 06Kitchen Composters I Recommend After 2 Years of Testing (2026)EN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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