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Impfstoff gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs: Camupepimut verfehlt in Phase-2-Studie den primären Endpunkt

Der experimentelle Impfstoff Camupepimut gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs hat bei 98,9% der untersuchten Patienten eine Immunantwort ausgelöst. Doch die Phase-2-Studie AMPLIFY-7P verfehlte ihr primäres Ziel, das krankheitsfreie Überleben. Das berichteten die Forscher am 4. November in Nature Medicine.

GesundheitNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 13
Impfstoff gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs: Camupepimut verfehlt in Phase-2-Studie den primären Endpunkt

Was AMPLIFY-7P gemessen hat

An der randomisierten Phase-2-Studie nahmen 144 Patienten mit KRAS-mutiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs im Stadium 1 bis 3 teil. Alle waren bereits operiert und chemotherapiert worden. Die Bildgebung zeigte bei Studienbeginn bei keinem von ihnen eine sichtbare Erkrankung. Die Forscher teilten 96 Patienten der Impfgruppe zu, 48 blieben als Kontrollgruppe unter Beobachtung. Wissenschaftler der Mayo Clinic leiteten die Studie, finanziert wurde sie von Elicio Therapeutics, dem Biotechnologieunternehmen, das den Impfstoff entwickelt.

Für Patienten, deren Tumor entfernt und mit Chemotherapie behandelt wurde, gibt es wenige Möglichkeiten, einen Rückfall zu verhindern. Schätzungen zufolge kehren bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse bei bis zu 80% der Patienten zurück. Bauchspeicheldrüsenkrebs macht in den Vereinigten Staaten nach Angaben der American Cancer Society rund 3% der Krebsfälle pro Jahr aus. Etwa 70.000 Amerikaner erhalten jährlich die Diagnose, berichtete NPR.

Camupepimut ist nicht zugelassen und nur im Rahmen klinischer Studien verfügbar.

Von den 90 geimpften Patienten, die ausgewertet werden konnten, entwickelten 89 verstärkte T-Zell-Antworten gegen mutiertes KRAS, das sind 98,9%. Bei 74 dieser 90 Patienten, also 82,2%, lag die T-Zell-Antwort mehr als neunmal so hoch wie vor der Impfung gemessen. Der Vergleich bezieht sich auf den jeweiligen Ausgangswert jedes Patienten, nicht auf die Kontrollgruppe. Das mediane krankheitsfreie Überleben betrug in der Impfgruppe 23,8 Monate, in der Kontrollgruppe 21,2 Monate. Diesen Unterschied hielten die Forscher nicht für statistisch signifikant.

Eine Immunantwort ist kein Überlebensvorteil

Nach sechs Monaten waren 75,7% der Impfgruppe krankheitsfrei, in der Kontrollgruppe 61,7%. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant. Auch über den gesamten Nachbeobachtungszeitraum war der Unterschied nicht statistisch signifikant. Stärkere Immunantworten gingen mit längeren Phasen ohne Rückkehr des Krebses einher, berichteten die Forscher. Ein Zusammenhang belegt jedoch nicht, dass der Impfstoff die längere Phase verursacht hat. Die Studie zeigte keinen eindeutigen klinischen Nutzen.

Der Impfstoff wurde im Allgemeinen gut vertragen. Es gab keine behandlungsbedingten Todesfälle und keine unerwünschten Ereignisse, die Teilnehmer zum Abbruch der Behandlung veranlassten, berichteten die Forscher. Teilnehmer ohne nachweisbare zirkulierende Tumor-DNA zu Studienbeginn schienen nach der Impfung ein besseres krankheitsfreies Überleben zu haben.

Ben George, Onkologe an der Mayo Clinic und Erstautor der Studie, sagte, Bauchspeicheldrüsenkrebs sei historisch sehr schwer mit Immuntherapie zu behandeln.

Wie der Impfstoff aufgebaut ist

Camupepimut, auch ELI-002 7P genannt, richtet sich gegen sieben häufige KRAS-Mutationen. Es ist ein therapeutischer Impfstoff, der nach Operation und Chemotherapie gegeben wird, keine vorbeugende Spritze. KRAS-Mutationen treten bei rund 90% der Fälle von duktalem Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse auf, der häufigsten Form der Erkrankung.

Der Impfstoff trägt Proteinfragmente, die T-Zellen helfen, die KRAS-Veränderungen zu erkennen. Er ist so konzipiert, dass er die Lymphknoten erreicht, in denen Immunzellen aktiviert werden. Mutationen in diesem Gen können Zellen dazu bringen, sich ohne normale Kontrolle zu vermehren und Tumoren zu bilden. Camupepimut ist ein Fertigprodukt, kein personalisierter Impfstoff aus einem einzelnen Tumor. Seine Reichweite ist begrenzt. Er kommt nur für Patienten infrage, deren Tumor eine der sieben abgedeckten Mutationen trägt.

Das frühere Signal

Eine Studie aus dem Jahr 2024 gab 25 Menschen mit Bauchspeicheldrüsen- oder Darmkrebs bis zu 10 Dosen ELI-002, gerichtet gegen KRAS-Mutationen. Die T-Zellen der meisten Teilnehmer zeigten eine deutliche Reaktion, besonders bei den höchsten Dosen. Diese Reaktion ging mit einem Rückgang der Anzeichen von Krebsaktivität einher und mit einem um 86% gesenkten Risiko, dass der Krebs zurückkehrte oder zum Tod führte.

Wie es weitergeht

Die geplante Phase-3-Studie soll zusätzliche Auffrischungsdosen des Impfstoffs enthalten und ihn möglicherweise in Kombination mit anderen Krebstherapien testen, berichtete ScienceAlert.

"Wir haben gezeigt, dass wir dem Immunsystem beibringen können, diese KRAS-Mutationen zu erkennen", sagte George. "Der nächste Schritt ist herauszufinden, ob das den Verlauf der Erkrankung bei Patienten verändern kann."

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Quellen

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  1. 01Experimental pancreatic cancer vaccine shows promise in clinical trialEN
  2. 02New Pancreatic Cancer Vaccine Sparked Immune Responses in 99% of PatientsEN
  3. 03Experimental vaccine against pancreatic cancer provoked an immune response in 98.9% of patients evaluatedEN
  4. 04This woman defied lethal cancer. Can mRNA vaccines make that possible for others?EN
  5. 05Can vaccines help prevent pancreatic cancer?EN
  6. 06Personalized mRNA vaccines show long-term remission for pancreatic cancer in clinical trialEN
  7. 07Revolution Medicines' pancreatic cancer drug has stunning commercial debutEN
  8. 08Moderna notches small profit as it prioritizes work on cancer vaccinesEN
  9. 09The US Midterm Election Results Remind Us To Focus On The “Foundation Of Our Democracy”EN
  10. 10Sarepta quits enrolling for confirmatory Phase 3 trial of ElevidysEN
  11. 11Scientists trick cancer cells into making the drugs that kill themEN
  12. 12Scientists discover that some “unhealthy” diets can boost cancer immunotherapy in miceEN
  13. 13Scientists use sound waves to deliver a new attack on deadly brain cancerEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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