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Palantirs US-Wirtschaftsumsatz überholt erstmals die Behördenumsätze

Palantirs US-Wirtschaftsumsatz hat sich im dritten Quartal auf 984 Millionen Dollar mehr als verdoppelt und liegt damit erstmals über den 953 Millionen Dollar aus US-Behördenaufträgen, wie das Unternehmen am Montag, 2. November, nach Börsenschluss mitteilte.

KI & ModelleNachrichtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 3. November 20266 Min. LesezeitQuellen 7
Palantirs US-Wirtschaftsumsatz überholt erstmals die Behördenumsätze

Die Zahl aus dem Wirtschaftsgeschäft ist die Schlagzeile: 984 Millionen Dollar, 148 Prozent mehr als im Vorjahr, gegen 953 Millionen Dollar aus US-Behördenarbeit, ein Plus von 96 Prozent. CNBC meldete die Ergebnisse am Montag, 2. November, nach Handelsschluss. Der Gesamtumsatz lag erstmals über 2.000.000.000 Dollar. Der Nettogewinn mehr als verdoppelte sich auf 1.130.000.000 Dollar oder 44 Cent je Aktie, nach rund 476.000.000 Dollar oder 18 Cent im Vorjahr.

Das Unternehmen hob außerdem seine Prognose an. Der US-Wirtschaftsumsatz für das Gesamtjahr soll nun „über“ 3.560.000.000 Dollar liegen, nach 3.420.000.000 Dollar, die ein Quartal zuvor vorhergesagt waren, so die Darstellung von CNBC. Im vierten Quartal sollen rund 2.650.000.000 Dollar zusammenkommen, für das Gesamtjahr 2026 rund 8.530.000.000 Dollar.

CEO Alex Karp sagte gegenüber CNBC-Reporterin Seema Mody, er glaube nicht, dass je jemand so beständige Ergebnisse in der Geschichte der Software-KI vorgelegt habe. Das Geschäft laufe ohne Vertriebsmitarbeiter, fügte er hinzu. Er wiederholte auch seine Forderung, KI-Labore zu verstaatlichen, und nannte dies laut CNBC den einzigen realistischen Weg, die Haftung zu regeln. Für ein Unternehmen, dessen Umsatzbasis lange auf Behördenaufträgen ruhte, ist das ein bemerkenswerter Satz.

Öffentliche Käufer warten nicht, bis sich der Staub legt

In derselben Woche kamen mehrere Signale zusammen, dass die Beschaffung selbst um die KI herum neu aufgebaut wird, und nicht nur in den Vereinigten Staaten. China nutzte ein dreitägiges Forum im Gebiet Xiong'an, um ein von den Vereinten Nationen geführtes Modell für KI-Governance zur Diskussion zu stellen. Am Sonntag zum Abschluss der Veranstaltung veröffentlichte es ein Konsensdokument mit dem Titel Global Governance: Xiong'an Vision. Die South China Morning Post berichtete am 27. Oktober, nach Angaben chinesischer Beamter hätten Delegierte aus mehr als 90 Ländern und internationalen Organisationen teilgenommen. Peking verband seinen Governance-Vorstoß mit dem Eintreten für Open-Source-Kooperation bei KI und eine größere Rolle des Globalen Südens.

Das ist ein Argument über Regeln, keine Auftragsvergabe. Beides hängt aber zusammen: Wer den Beschaffungsstandard schreibt, bestimmt mit, welche Modelle gekauft werden. Deutschland nutzte den Beginn dieser Woche, um einen nationalen KI-Plan zu veröffentlichen, der die Lücke zu den USA und China schließen soll, meldete Dataconomy am Dienstag, 3. November. Keiner der beiden Berichte nennt den Inhalt des Plans, über den Umfang öffentlicher Ausgaben darin ist hier also nichts gesagt.

Die Käuferseite in Washington ist schneller unterwegs und mit mehr Papierkram. Anthropic senkte den Preis für Claude für US-Behördenkäufer um 40 Prozent im Rahmen eines neuen GSA-Vertrags, berichtete BigGo Finance am 28. Oktober, und weitete die Regelung auf Bundesstaaten und Städte aus. Die Manila Times meldete am 30. Oktober, Anthropic und der Wiederverkäufer Carahsoft hätten den Zugang zu Claude in der gesamten US-Regierung über eine GSA-OneGov-Vereinbarung ausgeweitet. Ein separater Beitrag aus derselben Woche, über news.google.com, nannte ebenfalls 40 Prozent Rabatt und verband ihn mit demselben GSA-Geschäft.

„Die Angreifer hinter der Aktivität nutzten maßgeschneiderte Social-Engineering-Techniken, um sich als Personalvermittler der Dubai Airports auszugeben, und setzten eine mit einem Trojaner versehene Visual-Studio-Programmieraufgabe ein, um einen hochwertigen Bewerber im Irak ins Visier zu nehmen“, erklärte Unit 42.

Dieses Zitat gehört zu einer anderen Geschichte, ist hier aber aus einem engeren Grund relevant: der Sicherheit der Systeme, die beschafft werden. Palo Alto Networks Unit 42 beschrieb eine Kampagne, die sie als CL-STA-1178 führt. Darin gaben sich Angreifer als IT-Personalvermittler der Dubai Airports aus, um Malware in einer gefälschten Programmierprüfung zu platzieren. The Hacker News berichtete am 2. November, die Aktivität sei erstmals Ende März 2026 entdeckt worden, die Infrastruktur reiche bis November 2025 zurück. Behörden, die im Schnelldurchlauf KI-Verträge unterzeichnen, melden sich damit auch für die Angriffsfläche an, die mit ihnen kommt.

Das Papierkram-Problem

Die Regeln für die Bundesbeschaffung sind nicht nachgekommen. Fachleute aus Industrie und Recht drängten den FAR Council, Standards für KI in der Bundesbeschaffung festzulegen, berichtete Federal News Network am 28. Oktober. Das deutet darauf hin, dass das Regelwerk noch geschrieben wird, während die Behörden bereits kaufen. Das HHS suchte einen vorübergehenden Vertrag ohne Ausschreibung für die KI von Anthropic, ein Antrag, über den am 28. Oktober berichtet wurde. Solche Abkürzungen tauchen meist dann auf, wenn die Nachfrage das Standardverfahren überholt.

Das Bild in Großbritannien ist nicht besser. PublicTechnology berichtete am 2. November, nur einer von neun Beamten glaube, die Regierung habe den richtigen Ansatz bei der Beschaffung von Technik. Das ist eine Umfrage zur Stimmung, kein Beschaffungsergebnis, steht aber unangenehm neben dem Vorstoß für souveräne KI-Kapazitäten. In derselben Woche fragten THINK Digital Partners am 3. November, ob die Beschaffung der Schlüssel zur digitalen Souveränität Großbritanniens sei.

Ein Teil des Geldes läuft über den Vertrieb statt über direkte Vergabe. Carahsoft erklärte sich bereit, die autonome KI-Plattform zur Cyberabwehr von Sevii an Behörden zu vertreiben, berichtete ExecutiveBiz am 29. Oktober. Polygraf AI und Carahsoft gingen eine Partnerschaft ein, um öffentliche Stellen bei der Einführung von KI zu unterstützen und dabei die Kontrolle über sensible Daten, Compliance und operative Risiken zu behalten, laut einer Mitteilung vom 2. November. Tonic.ai und Carahsoft kündigten eine ähnliche Vereinbarung für KI-native synthetische Daten am 27. Oktober an, meldete The Manila Times. Das Muster ist gleichbleibend: Wiederverkäufer, nicht die Labore, sitzen zwischen Anbieter und Bestellung.

Es gibt kleinere Datenpunkte in dieselbe Richtung. Docusign teilte am 3. November mit, es habe Suplari übernommen, um KI-gestütztes Vertragsmanagement für die Beschaffung zu beschleunigen, laut PR Newswire. Harvey kündigte die FedRAMP-Zertifizierung der Klasse D für juristische Bundesarbeit an, berichtete Unite.AI am 28. Oktober. Aufträge aus der Rüstungsindustrie fließen weiter: Palantir vergab an L3Harris einen TITAN-Produktionsauftrag über 53.000.000 Dollar, meldete Securities.io am 2. November. CACI gewann einen Auftrag der Air Force über 108.000.000 Dollar für Finanzsysteme, berichtete dasselbe Portal am 3. November.

Blickt man über die USA hinaus, werden die Zahlen größer und unübersichtlicher. Coheres Beteiligung von 1.600.000.000 kanadischen Dollar, die tech-insider.org am 2. November als Bedingungen eines Vertrags über souveräne KI beschrieb, bindet eine nationale Fähigkeit über Jahre an einen einzigen Anbieter. Die Prognose der DCSA für das Haushaltsjahr 27 enthält eine Neuausschreibung der Überprüfung von Unternehmen, berichtete GovCon Wire am 2. November. Das DHS plant einen Vertrag, der biometrische Identitätsentscheidungen und die Kontrolle ihrer Genauigkeit bündelt, meldete Biometric Update am 29. Oktober.

Was das Palantir-Ergebnis tatsächlich zeigt

Die Aufteilung bei Palantir lohnt eine genaue Lektüre. Der Umsatz mit US-Behörden wuchs weiter um 96 Prozent auf 953.000.000 Dollar. Er wuchs nur langsamer als das Wirtschaftsgeschäft, das sich laut CNBC innerhalb von zwei Jahren mehr als verfünffacht hat. Das Unternehmen verliert keine Aufträge im öffentlichen Sektor. Private Käufer, die ohne FAR-Klausel oder Vergabebeschwerde unterschreiben können, ziehen davon.

Für Beschaffungsbeamte ist das der unangenehme Teil. Setzt die private Nachfrage den Preis und das Tempo der Einführung, verhandeln Behörden aus einer Position der Schwäche. Sie kaufen Kapazitäten, die die Anforderungen anderer bereits geformt haben. Der GSA-Rabatt auf Claude wirkt wie der Versuch, genau darauf zu antworten. Er vereinheitlicht die Bedingungen und senkt den Stückpreis für alle, von der Bundesbehörde bis zum Rathaus.

Nichts davon beantwortet die Governance-Frage. Das Konsensdokument von Xiong'an, Deutschlands Plan, die unfertigen Standards des FAR Council und ein einziges Quartal Palantir-Zahlen sind vier verschiedene Arten von Signal. Sie zeigen aber in dieselbe Richtung: Die Verträge werden jetzt unterschrieben, und die Regeln werden noch geschrieben.

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Quellen

7
  1. 01Palantir reports booming U.S. commercial revenue growth, topping government for first timeEN
  2. 02Beijing pushes for UN-led governance of artificial intelligence at global forumEN
  3. 03FCC sets vote to clamp down on contraband cellphonesEN
  4. 04DarkBlinders Compromises Israeli Target and Iraqi Kurdish Government Cloud EnvironmentEN
  5. 05Government Linux Servers Targeted With SysGoRAT and Suspected AI-Generated ScriptsEN
  6. 06NetamLoader Malware Targets Government Windows 10 Systems in Asia via .NET InjectionEN
  7. 07OpenAI deepens Abu Dhabi foothold as Sam Altman inks deals spanning energy, government and investmentEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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