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Die Perowskit-Forschung läuft schnell, doch die neuesten harten Zahlen im Dossier stammen nicht aus dem Labor

Am 3. November meldete pv magazine, dass Indiens Waaree die kommerzielle Produktion auf zwei Solarzmodul-Linien mit je 800 MW in Texas aufgenommen hat. Damit verdoppelt sich die Kapazität des Werks in Brookshire auf 3,2 GW. Die Perowskit-Nachrichten jener Woche bestanden überwiegend aus Forschungsmeldungen und einer Finanzierungsrunde über 5.000.000 Euro, über die New Electronics am selben Tag berichtete.

WissenschaftNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 3. November 20263 Min. LesezeitQuellen 15
Die Perowskit-Forschung läuft schnell, doch die neuesten harten Zahlen im Dossier stammen nicht aus dem Labor

Waaree Solar Americas nahm die beiden neuen Linien am 29. Oktober in Betrieb, berichtete pv magazine. Der Vorstand von Waaree Energies hatte die Erweiterung im April 2025 genehmigt. Nach Angaben des Unternehmens verdoppelt die zusätzliche Kapazität das Werk in Brookshire und stützt den Auftragsbestand in den USA, den es mit 43,8 Prozent eines Gesamtvolumens von 592.000.000.000 INR beziffert.

Das ist kristallines Silizium, kein Perowskit. Der Unterschied zählt, wenn man eine Woche voller Perowskit-Schlagzeilen liest, die überwiegend aus Labor- und Pilotmeldungen bestehen.

Laut New Electronics hat der belgische Ableger Noak 5.000.000 Euro für die Weiterentwicklung von Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen gesichert. pv magazine und Electronics Weekly berichteten über dieselbe Finanzierung, alle am 2. und 3. November. Noak ist eine Ausgründung des belgischen Forschungsinstituts imec. Keiner der Berichte nennt einen Wirkungsgrad für die Zellen von Noak, einen Zeitplan für die kommerzielle Produktion oder die Namen der Investoren. Die Höhe der Runde ist die einzige harte Zahl, die vorliegt.

Wie die Forschungs-Pipeline aussieht

Zu den Perowskit-Forschungsmeldungen zwischen dem 26. Oktober und dem 2. November gehören außerdem: eine Roboterplattform, die KI und schnelle Bildgebung kombiniert, um die Fertigung von Perowskit-Solarzellen zu verbessern, gemeldet von Tech Xplore am 2. November; eine Studie über Zwitterionen als mehr als nur Defektpassivatoren, gemeldet von pv magazine am selben Tag; ein Nature-Artikel über Korngrenzen-Engineering mit einem Metallomesogen in Formamidinium-Cäsium-Bleitriiodid-Tandemzellen, ebenfalls am 2. November; und ein 1.000-Stunden-Hitzetest unter Extrembedingungen, bei dem 95 Prozent Wirkungsgrad erhalten blieben, gemeldet am 26. Oktober. Jede dieser Meldungen ist eine einzelne Studie oder ein einzelnes Laborergebnis. Keine der Forschungsmeldungen berichtet über einen zertifizierten Modulwirkungsgrad oder eine Produktionslinie.

Diese Lücke zwischen Laborrekorden und Fabrikausstoß ist der Hintergrund, vor dem alles andere in der Perowskit-Berichterstattung dieser Woche zu lesen ist. Eine Zelle, die 1.000 Stunden in einer Testkammer übersteht, ist nicht dasselbe wie ein Modul, das 25 Jahre auf einem Dach übersteht.

„Die Kommerzialisierung von Weltraum-Solarzellen erfordert sowohl Leistungsnachweise am Boden als auch Daten, die im Orbit gesammelt werden“, sagte Taehun Ahn, CEO von Flexell Space, in einem Bericht von SpaceNews am 28. Oktober.

Flexell Space arbeitet an CIGS- und Perowskit-Zellen für Satelliten. Das Unternehmen unterzeichnete eine Vereinbarung mit dem singapurischen Anbieter Satoro für zwei Demonstrationen im Orbit, eine 2027 und eine 2028, jeweils auf einer Falcon 9 von SpaceX, berichtete SpaceNews. Zuvor flog das Unternehmen Demonstrationsmissionen auf Koreas KSLV-II im November 2025 und im Oktober 2026.

Der Weltraum ist einer der wenigen Orte, an denen sich Perowskit testen lässt, ohne dass das Problem der Haltbarkeit auf der Erde die Wirtschaftlichkeitsrechnung dominiert. Zugleich ist es ein kleiner Markt gemessen an Solaranlagen in Versorgungsgröße.

Die politische Uhr, die darunter läuft

Die Investitionsrechnung für jede neue Zelltechnologie hängt von den Steuergutschriften ab, die die Fabriken finanzieren. Canary Media berichtete am 3. November, dass Solar- und Windprojekte nach dem One Big Beautiful Bill Act, unterzeichnet im Juli 2025, bis Ende 2027 in Betrieb gehen müssen, um die Investitionssteuergutschrift und die Produktionssteuergutschrift zu erhalten. Projekte, deren Bau bis zum 4. Juli 2026 begonnen hat, haben in der Regel vier Kalenderjahre Zeit, um den Betrieb aufzunehmen, meldete das Portal unter Berufung auf Heather Cooper, Partnerin bei McDermott Will & Schulte.

Diese Frist begrenzt den Ausbau, nicht die Forschungsbudgets. Sie bestimmt aber, welche Technologien in den USA vor 2030 in großem Maßstab gebaut werden, und Perowskit-Silizium-Tandems stehen noch nicht in dieser Reihe.

Vorerst sind die kommerziellen Zahlen hier Silizium. Die Perowskit-Zahlen sind eingesammelte Euro und in einer Kammer überstandene Stunden.

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Quellen

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  1. 01Waaree doubles Texas solar module manufacturing capacity to 3.2 GWEN
  2. 02Germany awards 288 MW of solar in rooftop tender at average price of €0.0967/kWhEN
  3. 03Solar PV cuts Spain's electricity costs by €17.02 billion over 18 monthsEN
  4. 04Slovenia tenders solar-plus-storage projectEN
  5. 05Shenzhen Nanshan Power seeks majority stake in Trina Solar's tracker businessEN
  6. 06Here's how solar and wind developers can hold on to tax creditsEN
  7. 07Balcony solar bill introduced in Congress for the first timeEN
  8. 08Flexell Space and Satoro Agree to Collaborate on In-Orbit Demonstration of Next-Generation Space Solar CellsEN
  9. 09ESI supplying solar array components to missile defense programsEN
  10. 10Scientists reverse liver cell aging and cut Alzheimer's-linked protein in halfEN
  11. 11Tesla Powerwall 3 now boosts heat pumps to store cheap solar as heatEN
  12. 12Quantum Interconnects Link Two 120-Qubit Processors (IBM Research)EN
  13. 13As Diesel Costs Surge for Farmers & Rural Businesses, Solar Offers a LifelineEN
  14. 14Cranberry Bogs Were Unprofitable, Then Solar Saved The DayEN
  15. 15Astronauts deploy solar array on 100th US spacewalk by International Space Station crew membersEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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