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Proxima unterzeichnet Memoranden mit Fujikura und Kyoto Fusioneering zu HTS-Band und Fusionsausrüstung

Proxima Fusion hat am 28. Oktober 2026 in Tokio Memoranden mit Fujikura und Kyoto Fusioneering unterzeichnet. Geprüft wird eine HTS-Bandanlage im Industriemaßstab in Niedersachsen, außerdem sollen Gyrotron- und Tritiumarbeiten ausgeweitet werden. Ziel ist, die Abhängigkeit von asiatischen Bandlieferanten zu verringern.

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 25
Proxima unterzeichnet Memoranden mit Fujikura und Kyoto Fusioneering zu HTS-Band und Fusionsausrüstung

Proxima Fusion hat am 28. Oktober 2026 in Tokio Memoranden mit Fujikura und Kyoto Fusioneering unterzeichnet, während des Japanbesuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Vereinbarung mit Fujikura betrifft die Fertigung von HTS-Band und eine gemeinsame Studie, ob sich ein Bandstandort im Industriemaßstab in Niedersachsen technisch und wirtschaftlich umsetzen lässt. Die Vereinbarung mit Kyoto Fusioneering weitet die laufende Arbeit an Gyrotronen der nächsten Generation aus, den Hochleistungs-Mikrowellenquellen, die das Plasma aufheizen, sowie an der Brennstoffkreislauftechnik für den Umgang mit Tritium.

Kyoto Fusioneering erklärte, die Arbeit fließe auch in die nationale Initiative Fusion Hubs des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt ein. Xenospectrum berichtete, die Vereinbarungen garantierten weder Produktbestellungen noch Lieferungen oder den Betrieb eines Kraftwerks.

Die geplante Anlage in Niedersachsen wäre die erste ihrer Art in Deutschland und Europa. Sie soll den Demonstrator Alpha von Proxima versorgen, das geplante Kraftwerk Stellaris und langfristig die Serienfertigung von Stellaratoren. World Nuclear News berichtete, Stellaris sei am Standort des früheren Kernkraftwerks Gundremmingen in Bayern vorgesehen. Reuters berichtete, RWE habe eine Vereinbarung über eine Partnerschaft für ein erstes Stellarator-Kraftwerk dort unterzeichnet. Dieselben HTS-Kapazitäten sollen auch Hochleistungsstromnetze, medizinische Bildgebung und Therapie, moderne Antriebe und weitere Hochfeld-Magnettechnologien bedienen.

Nach den derzeitigen Planungen braucht Proxima rund 20.000 Kilometer HTS-Band für Alpha und weitere 40.000 Kilometer für Stellaris. Langfristige Abnahmemengen seien entscheidend, um die Produktion hochzufahren, Fertigungs-Know-how zu halten und die Kosten pro Meter zu senken, erklärte das Unternehmen.

Die Vereinbarung mit Niedersachsen

Der Bandplan ist älter als die Tokio-Reise. Am 9. September 2026 unterzeichnete Proxima ein Memorandum mit Niedersachsen. Es umfasst die Standortprüfung, eine Förder- und Finanzierungsstruktur mit Meilensteinen, Genehmigungsverfahren und Partnerschaften mit Unternehmen, Kommunen und Forschungseinrichtungen.

Für die ersten beiden Projektphasen bis Ende 2029 sind rund 140 Millionen Euro vorgesehen. Proxima will die Gesamtinvestition zu gleichen Teilen aus privatem Kapital und öffentlicher Förderung finanzieren. Niedersachsen steuert 21 Millionen Euro zum geplanten öffentlichen Förderanteil bei.

Der Plan über 140 Millionen Euro ist kleiner als die 411 Millionen Euro, die Proxima im Juli eingesammelt hat. In dieser Runde wurde das Unternehmen mit 2,4 Milliarden Euro bewertet, Google und RWE stiegen als strategische Investoren ein, wie Reuters berichtete. XTX Ventures und East X Ventures führten die Runde an. RWE trug 25 Millionen Euro bei.

Die Lücke bei der Bandversorgung

HTS-Band wird bei vergleichsweise hohen Temperaturen supraleitend und führt Strom nahezu ohne Widerstandsverluste. Damit lassen sich leistungsstarke, kompakte Elektromagnete bauen, und Stellaratoren sind auf solche Magnete angewiesen, um das Plasma einzuschließen. Proxima ging aus dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik hervor und entwickelt einen Stellarator. Der hält das Plasma mit einem verdrillten Magnetfeld stabil, statt wie ein Tokamak gepulst zu arbeiten.

Der größte Teil des HTS-Bands wird in Asien hergestellt. TechCrunch berichtete, die überwiegende Menge komme aus China und Japan, und World Nuclear News schrieb, die Produktion im Industriemaßstab liege vor allem in Asien. Das Material kam vor etwas mehr als einem Jahrzehnt auf und gehört zu den Durchbrüchen, auf denen die heutige Generation von Fusions-Start-ups aufbaut, so TechCrunch.

Proxima will Alpha Anfang der 2030er Jahre fertigstellen und die kommerzielle Anlage Stellaris später im selben Jahrzehnt.

Wie es weitergeht

Eine endgültige Investitionsentscheidung zur Bandfabrik ist nicht bekannt, und eine jährliche Produktionskapazität ist nicht bestätigt. Das Memorandum mit Niedersachsen legt eine Förder- und Finanzierungsstruktur mit Meilensteinen fest, keinen Zahlungsplan.

Proxima erklärte, es laufen Gespräche mit mehreren internationalen Technologiepartnern, um HTS-Fertigungskompetenz nach Niedersachsen zu holen. Fujikura ist jetzt einer davon. Zuerst wollen die beiden Unternehmen die technischen Anforderungen an die Fertigung prüfen und deren wirtschaftliche Machbarkeit bewerten.

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Quellen

25
  1. 01Fusion research to get major boost with new high-temperature superconducting tape manufacturingEN
  2. 02Google, RWE back Proxima Fusion in €411 million financing roundEN
  3. 03Proxima Fusion bets €140M on a critical fusion ingredient dominated by Asian suppliersEN
  4. 04Proxima Fusion Plans the Alpha Stellarator for the Early 2030SEN
  5. 05Proxima announces plan for German HTS production facilityEN
  6. 06Proxima Fusion Eyes Giant HTS Tape Plant With Fujikura, Citing 40,000 km Per ReactorEN
  7. 07Proxima Fusion Japan Deals: €140M HTS Plan [2026]EN
  8. 08Private Investors Pour Billions Into Fusion Energy as Startups Build Commercial Reactors - Mezha.netEN
  9. 09Insurer Guardian hands 1 million dental calls a year to Sierra’s AI agentsEN
  10. 10Thea Energy und MIT testen planare HTS-Magnete für mögliches FusionskraftwerkEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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