Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

Simulation: Ostantarktischer Eisschild bleibt bei über 10 Grad Erwärmung weitgehend intakt

Der Ostantarktische Eisschild blieb in einer Simulation über 100.000 Jahre weitgehend intakt, selbst als die Temperaturen mehr als 10 Grad Celsius über das vorindustrielle Niveau stiegen. Das Ergebnis kann die Projektionen zum Eisverlust verändern, teilte das Institute for Basic Science am 30. Oktober mit.

WissenschaftErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 11
Simulation: Ostantarktischer Eisschild bleibt bei über 10 Grad Erwärmung weitgehend intakt

Ein Lauf über 100.000 Jahre mit wechselwirkendem Klima und Eis

Die Ergebnisse erschienen am 30. Oktober in Nature Climate Change. Geleitet wurde die Simulation über 100.000 Jahre von Axel Timmermann, Direktor des IBS Center for Climate Physics, und Yoon Kyung-sook, Forschungsmitarbeiterin am Zentrum. Das Team verband ein globales Klimamodell mit einem Eisschildmodell. Die Forscher stellten den atmosphärischen Kohlendioxidgehalt auf verschiedene Werte ein und untersuchten, wie sich Klima sowie antarktischer und grönländischer Eisschild veränderten, während sie sich gegenseitig beeinflussten. Frühere Studien gaben den Eisschildmodellen vorab festgelegte atmosphärische und ozeanische Bedingungen vor. In diesem Lauf konnten Klima und Eis aufeinander reagieren, berichtete das Team.

Der Ostantarktische Eisschild blieb weitgehend intakt, auch als der Temperaturanstieg 10 Grad Celsius überschritt. Die Auswertung ergab, dass sich die Erwärmung je nach Region sehr unterschiedlich auf die Eisschilde auswirkt.

Westantarktis und Grönland verlieren mehr

Bleiben die globalen Durchschnittstemperaturen mehr als 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau, würde die Westantarktis langfristig eine erhebliche Menge Eis verlieren. Der Grönländische Eisschild würde mit fortschreitender Erwärmung allmählich schrumpfen und könnte vollständig verschwinden, sobald der Anstieg etwa 6 Grad Celsius übersteigt. Der Ostantarktische Eisschild liegt zum großen Teil auf dem Festland. Die regionalen Unterschiede führte das Team auf erwärmungsbedingte Veränderungen der atmosphärischen Zirkulation, des Schneefalls und der Bewölkung zurück.

Schnee und Wolken bremsen den Verlust

Wärmere Luft hält mehr Wasserdampf. Verschobene Luftströmungen der Südhalbkugel tragen mehr davon in Richtung Antarktis, wo er auf dem hohen inneren Plateau der Ostantarktis als Schnee fällt und neues Eis bildet. Zusätzliche Bewölkung durch die Erwärmung hält zudem Sonnenlicht von der Eisoberfläche fern und dämpft die Schmelze.

Im stärksten Erwärmungsszenario schrumpfte das Volumen des antarktischen Eisschilds um etwa 70 Prozent, wenn Veränderungen bei Niederschlag und Sonneneinstrahlung unberücksichtigt blieben. Im gekoppelten Modell, das diese atmosphärischen Reaktionen einbezog, betrug der Rückgang nur etwa 20 Prozent. Langfristige Projektionen des Eisverlusts können daher stark voneinander abweichen, je nachdem wie die Wechselwirkung zwischen Klima und Eis dargestellt wird.

Yoon sagte, die Ergebnisse zeigten, dass sich die langfristige Zukunft der Eisschilde nicht allein aus der Temperatur verstehen lässt. "Wir müssen gemeinsam betrachten, wie Veränderungen bei Schneefall, Wolken, Winden und Ozeantemperaturen mit der Oberfläche des Eisschilds zusammenwirken", sagte sie.

Was das Modell nicht klären kann

Das Team betonte, die Ergebnisse bedeuteten nicht, dass die Antarktis vor dem Klimawandel sicher ist. Anhaltende Erwärmung könnte in der Westantarktis weiterhin großflächigen Eisverlust auslösen und den globalen Meeresspiegelanstieg beschleunigen. In Teilen der Ostantarktis zieht sich das Eis bereits zurück. Die relativ grobe räumliche Auflösung des Modells konnte detaillierte Veränderungen unter den Eisschelfen oder entlang der Ränder des Eisschilds nicht vollständig abbilden.

Kommentare 0

Quellen

11
  1. 01East Antarctic Ice Sheet Stays Mostly Stable Even Under 10 Degrees of WarmingEN
  2. 02A tropical ocean hot spot helped Antarctica gain 695 billion tons of iceEN
  3. 03Antarctica gained a record 695 billion tons of ice. Scientists found the surprising reasonEN
  4. 04Hotter tropical pool temporarily slows Antarctic ice lossEN
  5. 05Antarctic ice sheet loss temporarily slows due to remote influence of tropical warm pool: Chinese, foreign scientistsEN
  6. 06Forces deep inside Earth helped Antarctica freeze before the ArcticEN
  7. 07Cork Takes the Heat So DRACO’s Data Can SurviveEN
  8. 08Xpeng launches GX and G9L in 11 countries each across Middle East and AfricaEN
  9. 09Scientists confirm global warming is accelerating faster than ever recordedEN
  10. 10NASA reveals a haunting skull hidden in Antarctica’s iceEN
  11. 11The asteroid killed the dinosaurs. Why did crocodiles survive?EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.