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Star.vision Space.IDC: 1.080 Raumschiffe, 10 Milliarden Yuan und kein Orbitplan

Star.vision Aerospace hat am 25. September auf einer Messebühne eine Rechenkonstellation aus 1.080 Raumschiffen angekündigt. Zwei chinesische Banken haben Kreditlinien über 10 Milliarden Yuan zugesagt, umgerechnet rund 1,49 Milliarden US-Dollar, wie das Raumfahrtfachportal china-in-space.com berichtet.

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 29. September 20266 Min. LesezeitQuellen 8
Star.vision Space.IDC: 1.080 Raumschiffe, 10 Milliarden Yuan und kein Orbitplan

Das Unternehmen nennt das Projekt Space.IDC Computing Constellation, wörtlich aus dem Chinesischen übersetzt Space String Computing Constellation. Das Angebot ist einfach: Rechenleistung in den Orbit bringen, wo Solarenergie reichlich vorhanden ist und Abwärme ins Vakuum abgestrahlt werden kann. Verkauft wird die Rechenleistung an Kunden auf der Erde oder an Satelliten, die ihre eigenen Daten nicht vorverarbeiten können.

Star.vision, auch STAR.VISION Aerospace geschrieben, stellte den Plan am 25. September auf der Global Digital Trade Expo vor, berichtet china-in-space.com. Das Unternehmen ist nicht das erste chinesische, das so etwas vorschlägt. Es reiht sich ein in das, was der Bericht als eine Handvoll heimischer Firmen mit ähnlichen Projekten in Entwicklung beschreibt.

Die Zahlen, die das Unternehmen nannte

Drei Raumschiffentwürfe liegen auf dem Tisch. Das Verifikationsraumschiff G1 soll 40 bis 60 PetaFLOPs aus 11,5 Kilowatt Solarleistung liefern. Die Standardeinheit G2 wird mit 160 bis 310 PetaFLOPs und 48 Kilowatt angegeben. Das Flaggschiff G3 ist das große: 460 bis 1.000 PetaFLOPs aus 140 Kilowatt Panelfläche.

Von den rund 1.080 Raumschiffen der Hauptkonstellation sollen etwa 720 Inferenzaufgaben übernehmen und 360 für allgemeines Rechnen reserviert sein. Die vollständige Stationierung ist für 2035 angepeilt, so china-in-space.com.

Das sind die Zahlen, die Star.vision zu Protokoll gegeben hat. Die Zahlen, die es nicht zu Protokoll gegeben hat, sind für jeden, der das Projekt bewertet, mindestens ebenso interessant. Der Bericht hält fest, dass Umlaufbahnen, Intersatellitenverbindungen, Kühlergrößen für die Wärmeabfuhr und die Raumschiffmasse nicht genannt wurden. Das Unternehmen erwartet, dass optische Laserlinks die Datenmengen übertragen, die eine Rechenkonstellation mit sich bringt. Diese Lücke ist erheblich. Internationale Regulierungspapiere, die normalerweise Orbital- und Spektrumdetails offenlegen würden, sind noch nicht eingereicht.

Geld, Starts und eine Finanzierungslücke

Das Finanzgerüst ist teils öffentlich. Star.vision erklärt, strategische Kreditvereinbarungen mit der Industrial and Commercial Bank of China und der Agricultural Bank of China über 10 Milliarden Yuan abgeschlossen zu haben, nach Stand vom 28. September rund 1,49 Milliarden US-Dollar. Mindestens 1 Milliarde Yuan, etwa 149 Millionen Dollar, sind für eine erste Phase vorgesehen.

Auch Startkapazität wird beansprucht, wenn auch noch nicht terminiert. Bei der Enthüllung am 25. September erklärte das Unternehmen, eine nicht genannte Anzahl von Starts bei Orienspaces Gravity-1 und Galactic Energys Ceres-2 gebucht zu haben, um G1-Raumschiffe zu fliegen. Ein Zielmonat oder ein Quartal wurde nicht genannt.

Das Argument der Erfahrung ist stärker als der Zeitplan. Star.vision setzt mindestens seit Mitte 2023 KI-Systeme auf Fernerkundungssatelliten ein und gehört damit zu den früheren chinesischen kommerziellen Anbietern, die das tun. Zudem erklärt das Unternehmen, zwei Satelliten, die es für Usbekistan und Indonesien gebaut hat, seien genutzt worden, um Teile der kommenden Konstellation zu verifizieren.

Warum das keine Geschichte eines einzelnen Unternehmens ist

Orbitales Rechnen wandert in der ganzen Branche von der Präsentationsfolie zur Hardware, und die Frage der Autonomie ist die drängende. IEEE Spectrum berichtete am 29. September, dass das Jet Propulsion Laboratory der NASA im Dezember Anthropics Claude-Modelle genutzt habe, um zwei Marsfahrten des Rovers Perseverance mitzuplanen. Menschliche Planer prüften die Route und passten sie vor dem Hochladen an. Im Mai brachten NASA und IBM ein komprimiertes KI-Modell auf der Internationalen Raumstation und einem Satelliten unter, um Überschwemmungen und Wolken aus dem Orbit zu erkennen, nach eigenen Angaben die erste Vorführung dieser Art im Weltraum. Im Juli testeten Astronauten auf der Station ein großes Sprachmodell mit Fragen zu Wartungsverfahren.

Das sind enge, beaufsichtigte Tests. Sie zeigen zugleich die Richtung. Eine Konstellation, die Inferenzzyklen aus dem Orbit verkauft, ist etwas anderes als ein Rover, der eine Fahrt mit einem Menschen im Regelkreis plant. Die technischen Beschränkungen sind entsprechend härter: Leistung, Wärmeabfuhr, Linkbudget und zunehmend die Frage, wer verantwortlich ist, wenn ein Modell eine Entscheidung trifft, die niemand geprüft hat.

Star.vision erwähnte, dass es eine nicht genannte Anzahl von Starts an Bord von Orienspaces Gravity-1 und Galactic Energys Ceres-2 gebucht hat, um G1-Raumschiffe zu stationieren.

Dieser Satz, aus china-in-space.com, ist der gesamte öffentlich verfügbare Startplan. Nicht genannte Anzahl, nicht genannter Zeitpunkt, zwei genannte Trägerraketen.

Die Ankündigung gegen den Kalender gelesen

Das Stationierungsziel ist 2035. Das liegt neun Jahre entfernt. Eine erste Phase mit 1 Milliarde Yuan Finanzierung ist ein Rundungsfehler gegenüber einer Konstellation von mehr als tausend Rechensatelliten mit 140-Kilowatt-Solararrays. Das gilt selbst dann, wenn man berücksichtigt, dass sich chinesische Startkosten und Fertigungsmaßstäbe von westlichen Vergleichswerten unterscheiden.

Der Vergleich, auf den es ankommt, ist nicht der mit einer westlichen Konstellation. Er ist der mit den anderen chinesischen Vorschlägen derselben Kategorie, von denen in dem hier geprüften Material keiner genannt wurde. Star.visions Unterscheidungsmerkmal, zu Protokoll, ist, dass es zuvor KI-Nutzlasten geflogen hat und auf zwei exportierte Satelliten als teilweise Bestätigung verweisen kann. Seine Schwäche ist, dass die schwierigen technischen Details fehlen, jene, die darüber entscheiden, ob aus einem Watt Solarleistung ein nutzbarer FLOP im Orbit wird.

Dazu kommt ein regulatorischer Zeitplan, den noch niemand begonnen hat. Funkfrequenz- und Orbitpositionseinträge sind öffentliche Dokumente. Solange sie nicht auftauchen, existiert die Space.IDC-Konstellation als Entwurfsstudie mit einer Kreditlinie und einer Partnerliste.

Worauf zu achten ist

Drei Dinge. Erstens die internationalen Regulierungspapiere, die Umlaufbahnen, Spektrum und wahrscheinlich die Raumschiffmasse festlegen würden. Zweitens ein genanntes Startdatum für G1, das zwei Trägerraketenbuchungen in einen prüfbaren Meilenstein verwandeln würde. Drittens die ersten unabhängigen Leistungszahlen aus dem Orbit, denn PetaFLOP-Angaben auf einer Folie sind nicht dasselbe wie anhaltender Durchsatz hinter einem Laserlink.

Bis mindestens eines davon eintrifft, ist die ehrliche Beschreibung von Space.IDC eine gut finanzierte Absicht. Die Banken sind real. Die Partner sind benannt. Die Raumschiffe fliegen noch nicht, und wann das erste fliegt, hat das Unternehmen nicht gesagt.

Zum Kontext, wie voll der kurzfristige Startkalender ist: NASASpaceflight berichtete am 29. September, dass in einer einzigen Woche vier Orbitalstarts erwartet wurden, alle auf Falcon-Trägern von SpaceX, darunter Crew-13 zur Raumstation und eine Falcon Heavy für das National Reconnaissance Office. Jede dieser Missionen sollte eine Landung am Startplatz vorsehen. Das ist das Umfeld, in dem eine neue Konstellation um Startslots konkurrieren muss.

Die Akte enthält zudem Punkte, die nichts mit dieser Geschichte zu tun haben und nur erwähnt werden, um sie auszuschließen: ein Boulevardbericht über eine Form in einem SpaceX-Livestream, eine Erklärung zum Rote-Bete-Geschmack, eine anonyme Vorschau eines Reasoning-Modells, ein Benchmark für Wildtierfotos und ein Browser-Arcadespiel. Nichts davon trägt einen überprüfbaren Fakt zur Ankündigung von Star.vision bei.

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Quellen

8
  1. 01Star.vision Unveils 'Space.IDC' Computing Constellation with PartnersEN
  2. 02Generative AI Gives Spacecraft the Autonomy Engineers Once FearedEN
  3. 03Launch Preview: Crew-13 to head to ISS, Falcon Heavy mission for the NROEN
  4. 04Mysterious 'UFO' spotted on SpaceX livestream sparks wild alien theoriesEN
  5. 05Hate Beets? Science May Have the Answer WhyEN
  6. 06Space Bunny Alpha: 1M Context, Benchmarks & SVG ArtEN
  7. 07I Made AI Look at Traces. For ScienceEN
  8. 08Wreckfall: Space Invaders but they crash to earthEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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