TSMC meldet Rekordquartal, CEO nennt KI-Nachfrage "endlos", Micron warnt beim DRAM
TSMC hat am 16. Januar einen Rekordnettogewinn im vierten Quartal von 505,7 Milliarden NT-Dollar (rund 16 Milliarden US-Dollar) gemeldet, 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2026 plant das Unternehmen Investitionen von bis zu 56 Milliarden US-Dollar.

Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company erklärte, die Nachfrage nach KI-Chips wirke auf Jahre hinaus "endlos". Zuvor hatte das Unternehmen Rekordergebnisse für das vierte Quartal vorgelegt, wie Ars Technica berichtet. Der Nettogewinn erreichte 505,7 Milliarden NT-Dollar (rund 16 Milliarden US-Dollar), 35 Prozent mehr als im Vorjahr und über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz lag bei 33,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 25,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Für 2026 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von fast 30 Prozent. Die Investitionen sollen zwischen 52 und 56 Milliarden US-Dollar liegen, nach 40,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. TSMC fertigt Chips für Apple, Nvidia, AMD und Qualcomm. Die Ausgabenpläne des Konzerns zeigen also, wie viel Kapazität die Entwickler von KI-Beschleunigern für nötig halten.
In der Telefonkonferenz zu den Zahlen sagte CEO C.C. Wei den Investoren, er habe die Nachfrage direkt bei den Cloud-Anbietern geprüft, bevor er der Erhöhung zugestimmt habe. "I want to make sure that my customers' demand are real. So I talked to those cloud service providers, all of them", sagte Wei laut Ars Technica. "The answer is that I'm quite satisfied with the answer. Actually, they show me the evidence that the AI really helps their business."
Wei bleibt bei der Mehrjahresfrage vorsichtig
Zur Form des Zyklus äußerte sich Wei zurückhaltender. "So another question is 'can the semiconductor industry be good for three, four, five years in a row?' I'll tell you the truth, I don't know", sagte er. "But I look at the AI, it looks like it's going to be like an endless, I mean, that for many years to come."
Diesem Optimismus stehen Monate öffentlicher Zweifel aus anderen Teilen der Branche gegenüber. Im November warnte Google-CEO Sundar Pichai vor "Irrationalität" im KI-Markt und sagte, kein Unternehmen wäre immun, wenn eine Blase platzt. OpenAIs Sam Altman räumte im August ein, die Investoren seien "überdreht" und "jemand" werde eine "phänomenale Summe Geld" verlieren.
Die Zahlen kamen am selben Tag, an dem die USA und Taiwan ein Handelsabkommen abschlossen. Es senkt die Zölle auf taiwanische Waren von 20 Prozent auf 15 Prozent. Das Abkommen verpflichtet taiwanische Unternehmen zu 250 Milliarden US-Dollar direkter Investitionen in den USA. TSMC beschleunigt den Ausbau seiner Fertigungsanlagen in Arizona entsprechend, wie Ars Technica berichtet.
Speicherhersteller sehen einen engeren Markt
Auf der Speicherseite sieht das Bild anders aus: Dort warnen die Anbieter vor Knappheit statt vor einer Blase. Micron meldete Rekordumsätze mit DRAM und NAND. Es war die erste Telefonkonferenz zu den Zahlen, seit das Unternehmen seine Consumer-Marke Crucial eingestellt hat, wie Tom's Hardware am 20. Dezember berichtete. Der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 lag bei 13,64 Milliarden US-Dollar, fast 57 Prozent mehr als im Vorjahr. Micron führt das auf höhere Preise und die Nachfrage der KI-Rechenzentren zurück.
CEO Sanjay Mehrotra sagte, die Angebotsbeschränkungen würden "über das Kalenderjahr 2026 hinaus" bestehen bleiben, und das Unternehmen arbeite an mehrjährigen Lieferzusagen. Micron erwartet, nur "die Hälfte bis zwei Drittel" der Nachfrage seiner wichtigsten Kunden bedienen zu können. Diese Kunden seien "besorgt über den langfristigen Zugang zu Speicher". HBM, der in KI-Beschleunigern verwendete Speicher mit hoher Bandbreite, beansprucht dreimal so viel Waferfläche wie DDR5. Micron prognostiziert, dass der adressierbare Gesamtmarkt für HBM bis 2028 100 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Damit würde er den gesamten DRAM-Markt im Kalenderjahr 2024 übertreffen.
Kapazität kommt, langsam. Micron baut zwei Fabriken in Idaho, die erste soll Mitte 2027 mit der Chipfertigung beginnen. Eine Fabrik in New York soll Anfang 2026 den Baubeginn haben, die Produktion soll um 2030 starten.
Die Knappheit hat die DDR5-Preise nach oben getrieben, und die Prognosen gehen auseinander. Der GPU-Hersteller Sapphire sagt, die Preise würden sich in den nächsten sechs bis acht Monaten stabilisieren, während Kingston meint, sie würden "weiter steigen", wie Tom's Hardware berichtete. Die meisten Anbieter sind sich einig, dass die Knappheit mindestens bis ins nächste Jahr reicht.
Vorerst beschreiben die beiden Telefonkonferenzen dieselbe Nachfrage von den entgegengesetzten Enden der Lieferkette: Ein Unternehmen baut Kapazität auf, um ihr zu folgen, ein anderes sagt den Käufern, es könne nicht schnell genug bauen, um sie zu bedienen.
Quellen
2- 01TSMC says AI demand is "endless" after record Q4 earningsEN
- 02Micron outlines grim outlook for DRAM supply in first earnings call since killing Crucial memory and SSD brandEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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