Vier Bay-Street-Kanzleien bestätigen Datenlecks bei Phishing-Kampagne
Vier der größten Kanzleien Kanadas haben in der vergangenen Woche Datenlecks gemeldet. Der Schaden sei eingegrenzt, die betroffenen Mandanten würden informiert, teilten die Kanzleien mit. Kanadas Cyberbehörde warnt unterdessen vor Phishing-Angriffen.

Vier Kanzleien bestätigen Lecks
McCarthy Tétrault, Borden Ladner Gervais, Bennett Jones und Davies Ward Phillips & Vineberg haben die Lecks in der vergangenen Woche offengelegt, berichtet Law360. Der Schaden sei eingegrenzt, die betroffenen Parteien würden informiert, erklärten die Kanzleien laut Law.com. Die Kampagne hat nach Angaben des Globe and Mail mindestens vier Kanzleien an der Bay Street erfolgreich unterwandert.
Das Canadian Centre for Cyber Security warnte, mehrere kanadische Firmen seien Ziel von Cyberkriminellen geworden. Die Täter gaben sich als interne IT-Mitarbeiter aus und lockten Beschäftigte auf gefälschte Anmeldeseiten, meldet der Globe. Die Behörde veröffentlichte eine Warnung vor einer laufenden Phishing-Kampagne gegen Organisationen im Rechts- und Finanzsektor, berichtet das ABA Journal.
Was die Kanzleien offengelegt haben
BLG-Managing-Partner und CEO David Di Paolo sagte, ein unbefugter Dritter habe auf einen Teil der Microsoft-Cloud-Umgebung der Kanzlei zugegriffen, darunter Dateien mit Bezug zu Mandanten. BLG habe Mandiant eingeschaltet, ein Beratungsunternehmen für Cybersicherheit und Tochtergesellschaft von Google. Mandiant solle den Vorfall untersuchen, den Umfang bestimmen und die Behebung begleiten, sagte Di Paolo in einer Erklärung an den Globe and Mail.
Bennett Jones teilte mit, die Benutzerkonten von zwei Mitarbeitern aus dem Bereich Business Services seien am 19. Oktober kompromittiert worden, als Teil einer größeren Kampagne gegen kanadische Kanzleien. Die Kanzlei habe die Aktivität sofort erkannt und Schritte eingeleitet, um sie einzudämmen, zu untersuchen und die betroffenen Daten zu bewerten. Zu den erbeuteten Informationen gehören Umsatzberichte von Mandanten und in einigen Fällen allgemeine Beschreibungen der Mandate, die die Kanzlei für sie führte. Das Dokumentenverwaltungssystem, in dem die Akten liegen, und die Buchhaltung seien nicht betroffen, erklärte Bennett Jones.
Der Globe and Mail berichtete am Donnerstag, auch McCarthy Tétrault und Davies hätten mit Datenlecks zu tun, bei denen Mandanteninformationen betroffen seien, und insgesamt seien Tausende Dateien kompromittiert. Die öffentlichen Angaben beschreiben unterschiedliche Größenordnungen: zwei kompromittierte Konten bei Bennett Jones, ein Teil der Microsoft-Cloud-Umgebung bei BLG und insgesamt Tausende Dateien bei den Lecks von McCarthy Tétrault und Davies.
Wie die Angreifer hineinkamen
Der Globe hatte zuvor berichtet, dass bei mindestens einigen der Lecks in Kanzleien Hacker über Microsoft Teams vorgingen und sich als interne IT-Mitarbeiter ausgaben, um Zugang zum Rechner eines Beschäftigten zu erbitten.
Die Hacker nahmen auch Stikeman Elliott und Gowling WLG ins Visier, hatten dort aber keinen Erfolg, meldet der Globe. Richard McConnell, Chief Technology and Operating Officer bei Gowling, sagte, ein externes Cybersicherheitsunternehmen habe keine Hinweise gefunden, dass Systeme oder Mandanteninformationen kompromittiert wurden. "Wir beobachten weiterhin verwandte Aktivitäten", sagte McConnell. Peter Castiel, Vorsitzender von Stikeman Elliott mit Sitz in Montreal, sagte, große Kanzleien und ihre Chief Information Officers tauschten Informationen und bewährte Verfahren aus.
Wie es weitergeht
Die Kanzleien hätten Cybersicherheitsfirmen beauftragt, die Vorfälle zu untersuchen und zu beheben, berichtet Law.com. Das ABA Journal meldet wachsende Sorge, dass sich Cyberangriffe zunehmend gegen die Rechts- und Finanzbranche richten.
Alle betroffenen Kanzleien haben die Strafverfolgungsbehörden informiert und wenden sich an die betroffenen Mandanten, berichtet der Globe.
Quellen
29- 01Several Canadian Firms Hit With Data BreachesEN
- 02Canadian law firms see increased cyberattacks, data breachesEN
- 03Data breach targeting Bay Street law firmsEN
- 04Bay Street Breach: 4 Law Firms, 31,000 FilesEN
- 054 Canadian Firms Fall Prey to Industry-Wide CyberattackEN
- 06DreamHost confirms data breach exposed FTP logins and webmail sessionsEN
- 07SAP promises to open out data flows in both directionsEN
- 08OpenAI pledges to pay for data center power after election highlights AI concernsEN
- 09Adding Network Security To AI, HPC, And Data CentersEN
- 10Researchers recover rooftop PV tilt, azimuth from power dataEN
- 11After the midterms, a bigger clash over data centers could be comingEN
- 12The Blue Wave Has Tech Bros Scrambling for Data Centers in SpaceEN
- 13Qualcomm is betting big on data centers as smartphone sales sinkEN
- 14Voters rebuff data centers in every ballot measure except one during the 2026 midtermsEN
- 15Texas was the new epicenter of the AI data center buildout. That might be kaput.EN
- 16Google will spend $15B on data centres in Malaysia over two yearsEN
- 17‘Every solar plant can be a data center’EN
- 18The Results Are In: Voters Hate Data CentersEN
- 19 AI data centers comprehensively defeated at US midterm elections — 45 measures put on the ballot as Americans overwhelmingly vote against developments EN
- 20Securing the agentic enterprise with data lineageEN
- 21Singapore Reveals Five-Year Energy Plan to Feed Data Center, Semicon ProgressEN
- 22Adding Network Security to AI, HPC and Data CentersEN
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- 25AI Data Centers Are Fueling a Nuclear ComebackEN
- 26Sponsored: From compute race to data showdown: The agent era will be won in the storage layerEN
- 27Iterated creation, grading, and revision of data science projects by language modelsEN
- 28How Do Artificial Agents Make Decisions in Light of Visual Data?EN
- 29Multi-Resident Data Association in Smart Homes via MDP Modeling and Behavior CloningEN
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