Pashinyan erörtert Rosatoms VVER-1000-Angebot für neuen armenischen Reaktor
Nikol Pashinyan hat sich mit Rosatom-Chef Alexei Lichatschow getroffen. Es ging um die Laufzeitverlängerung des zweiten Blocks von Metsamor und um russische Vorschläge für einen neuen Reaktor, teilte die Regierung mit. Eine Entscheidung soll "in naher Zukunft" fallen, für ein Kraftwerk, das ein Drittel der Stromversorgung Armeniens liefert.

Rosatoms Angebot und eine versprochene Entscheidung
Nikol Pashinyan traf Alexei Lichatschow, den Chef des russischen Staatskonzerns für Kernenergie Rosatom. Sie erörterten die Verlängerung der Laufzeit des zweiten Blocks in Metsamor und russische Vorschläge für einen neuen Block in Armenien, teilte das Büro des Ministerpräsidenten mit, wie World Nuclear News berichtete.
Armenien verhandelt über den Ersatz mit den Vereinigten Staaten, Russland, Frankreich, China und Südkorea und sucht das beste Angebot. Ein Lieferant wurde noch nicht ausgewählt.
Strana Rosatom, die konzerneigene Publikation, berichtete, Lichatschow habe gesagt, der größte Teil der bis 2031 geplanten Arbeiten für die Verlängerung bis 2036 sei bereits abgeschlossen. Er bot einen Block auf Basis des VVER-1000-Designs an, jenes Modells, das Rosatom auch in Indien und im Iran baut. Armenien prüft zudem, ob der bestehende Reaktor von 2036 bis 2046 weiterlaufen soll. Lichatschow sagte, das sei technisch machbar. Die Investition könne aber Hunderte Millionen Dollar erreichen, für Sicherheits- und Automatisierungsnachrüstungen, das Wiederglühen des Reaktors sowie den Ausbau und die Reparatur der Lager für abgebrannte Brennelemente. Pashinyan sagte, die endgültige Entscheidung werde "ausschließlich wirtschaftlicher Natur" sein und Preis, Qualität, Sicherheit, Fristen und Garantien berücksichtigen.
Moskau hat das Projekt schon früher ins Spiel gebracht. Michail Kalugin vom russischen Außenministerium sagte, ein Rosatom-Kraftwerk mit hoher Kapazität könne den Bedarf Armeniens für Jahrzehnte decken, "wenn nicht für ein Jahrhundert", und die Tarife für die Verbraucher niedrig halten.
Ein Reaktor, ein Drittel des Stroms
Der einzige betriebsbereite Reaktor von Metsamor ist ein VVER-Block, der 1980 in Betrieb ging. World Nuclear News gibt seine Leistung mit 376 MWe an; Azatutyun nennt 400 Megawatt und schreibt, er erzeuge rund ein Drittel des Stroms in Armenien.
Die Laufzeit wurde zweimal verlängert, nach Generalreparaturen, die überwiegend russische Spezialisten ausführten. 2036 soll der Block stillgelegt werden, berichtet Azatutyun. World Nuclear News zufolge wird der erste Block des Standorts derzeit zurückgebaut. Eriwan erklärt, es verlängere den Betrieb des Kraftwerks bis 2036, während es einen Ersatz plant.
Der Druck der Nachbarn
Bei einem Besuch in der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan sagte Ilham Aliyev dem aserbaidschanischen Staatsfernsehen, das Kraftwerk sei "veraltet und stellt eine Gefahr für die gesamte Region dar". Der aserbaidschanische Präsident sagte, Armenien drohe eine schwere Energiekrise, falls das Kraftwerk schließe. Er bot aserbaidschanischen Strom über einen von den USA betriebenen Transitkorridor an, die Trump Route for International Peace and Prosperity (TRIPP).
Russland widersprach am 22. August. Maria Sacharowa, Sprecherin des Außenministeriums, nannte Berichte über Bedrohungen des Kraftwerks einen Versuch, die russisch-armenische Zusammenarbeit im Energiesektor zu spalten. Sie sagte, die IAEA habe die Zuverlässigkeit des Kraftwerks bestätigt, und die Schließung eines eigenen Kernkraftwerks erhöhe nur die Abhängigkeit eines Landes von anderen bei der Stromversorgung. Aserbaidschan erklärt, es sei bereit, Armenien nach der Schließung Strom zu liefern, und auch die Türkei fordert seit Langem die Stilllegung von Metsamor.
Modulare Pläne und das VVER-Angebot
Armenien hat erklärt, das neue Kraftwerk werde modular sein, während Rosatoms Vorschlag einen Block auf Basis des VVER-1000-Designs vorsieht.
Arman Yeghoyan, Abgeordneter der Partei Civil Contract, sagte bei einem Briefing, 2036 sei der maximal zulässige Zeitraum des physischen Betriebs, festgelegt durch Dokumente und nicht durch eine Regierung. Er sagte, das 2017 unterzeichnete umfassende und erweiterte Partnerschaftsabkommen zwischen Armenien und der EU halte fest, dass das Kraftwerk durch eine gleichwertige Kapazität ersetzt werden sollte.
Kritiker der Regierung tun die Ersatzpläne als Tarnmanöver ab, um die Abhängigkeit des Landes von der Kernenergie zu beenden.
Wie es weitergeht
Pashinyan sagte im Parlament, seine Regierung müsse "sich endgültig entscheiden, mit wem und welches Kernkraftwerk wir bauen", und zwar innerhalb eines Jahres. Er schloss nicht aus, dass Metsamor nach 2036 in Betrieb bleibt.
Quellen
16- 01Armenia to make new nuclear decision 'in near future'EN
- 02Pashinyan says talks with five countries continue over new nuclear power plantEN
- 03Russia Warns Against Closure Of Armenian Nuclear PlantEN
- 04Aliyev Offers Armenia Azeri Alternative To Nuclear PlantEN
- 05International negotiations underway to replace Metsamor with modular nuclear plantEN
- 06Russia again pitches nuclear power plant project to ArmeniaEN
- 07The Russian Foreign Ministry called the stuffing about threats to the Metsamor NPP an attempt to split with ArmeniaEN
- 08Armenia After the Election: Diversification Without Decoupling from Russia - International Centre for Defence and SecurityEN
- 09Armenia’s Metsamor nuke plant threat to region – Turkish ministerEN
- 10Kazakhstan Eyes Ambitious 2035 Goal for 2 Nuclear Power PlantsEN
- 11Virtual power plants can help avoid overbuilt grid if AI boom goes bustEN
- 12A Michigan utility’s iffy plan to trap CO2 from its new gas plantsEN
- 13OpenAI’s GPT-6 Astra silently obstructed safety research tasksEN
- 14AI Data Centers Are Fueling a Nuclear ComebackEN
- 15The DOE announces $5B loan to Constellation for nuclear upratesEN
- 16Community safety report and new protections for teensEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
Kommentare
0- Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.