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Moskauer Kassationsgericht weist Euroclear-Berufung im Fall um 200 Milliarden Euro der Bank of Russia zurück

Ein Moskauer Kassationsgericht hat am 22. Oktober die Berufung von Euroclear gegen ein Urteil über 200 Milliarden Euro zugunsten der Bank of Russia zurückgewiesen. Damit bleibt die Entscheidung in Russland in Kraft, während die Vollstreckung in Belgien umstritten ist.

WeltErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 18
Moskauer Kassationsgericht weist Euroclear-Berufung im Fall um 200 Milliarden Euro der Bank of Russia zurück

Das Schiedsgericht des Moskauer Bezirks ließ die Entscheidungen der ersten Instanz und der Berufungsinstanz unverändert und wies die Kassationsbeschwerde von Euroclear ab. Das geht aus der Verfahrensakte hervor, die Iz.ru zitiert. Brussels Morning berichtete, die nichtöffentliche Sitzung habe am 22. Oktober stattgefunden.

Laut Brussels Morning betrifft das Urteil rund 18,2 Billionen Rubel, nach der im Verfahren genannten Bewertung etwa 200 Milliarden Euro. In Belgien begründet die Entscheidung jedoch nicht automatisch eine vollstreckbare Haftung. Euroclear bestreitet die Zuständigkeit der russischen Gerichte und erklärt, sein Vorgehen entspreche den EU-Sanktionsvorschriften.

Euroclear bestreitet russische Zuständigkeit

In einer Erklärung vom 18. Mai 2026, drei Tage nach dem erstinstanzlichen Urteil vom 15. Mai 2026, teilte Euroclear mit, Ansprüche russischer Gerichte würden „nach EU-Recht nicht anerkannt“. Das Unternehmen erkenne die Zuständigkeit des Moskauer Gerichts nicht an. Den Anspruch nannte es „unbegründet“ und kündigte Berufung an. Das Urteil habe keine Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit oder Finanzlage. Die bei der Euroclear Bank gehaltenen Vermögenswerte der russischen Zentralbank blieben nach internationalen Sanktionen eingefroren.

Wie es zu diesem Punkt kam

NV berichtete, die Bank of Russia habe die Klage im Dezember 2025 eingereicht und 18,17 Billionen Rubel verlangt. Zum aktuellen Wechselkurs entsprach das etwa 250 Milliarden US-Dollar, bei Klageeinreichung etwa 230 Milliarden US-Dollar. Das war ungefähr die Hälfte des jährlichen russischen Bundeshaushalts. Die Klage umfasste die eingefrorenen Gelder, sanktionierte Wertpapiere und entgangene Erträge.

Das Moskauer Gericht erster Instanz entschied am 15. Mai 2026 in nichtöffentlicher Verhandlung zugunsten der Bank of Russia. Euroclear legte Berufung ein, die am 16. Juli 2026 zurückgewiesen wurde, wie Brussels Morning berichtete. Seit 2022 sind nach Angaben von NV etwa 200 Milliarden Euro, umgerechnet 232 Milliarden US-Dollar, russischer Währungsreserven bei Euroclear eingefroren.

Was der Streit gekostet hat

Euroclear meldete für das erste Halbjahr 2026 direkte Kosten von 146 Millionen Euro im Zusammenhang mit russischen Sanktionen und Gegenmaßnahmen. Grundlage sind die am 17. Juli veröffentlichten Ergebnisse. Im selben Zeitraum entgingen dem Unternehmen 18 Millionen Euro an Geschäftserträgen. Brussels Morning wies darauf hin, die Zahlen spiegelten die weiteren finanziellen Folgen von Sanktionen und russischen Gegenmaßnahmen wider, nicht nur Rechtskosten.

Für die ersten sechs Monate 2026 meldete das Unternehmen einen bereinigten Nettogewinn von 676 Millionen Euro, 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Dem Halbjahresbericht zufolge entfielen von der Bilanzsumme von 241 Milliarden Euro Ende Juni 2026 insgesamt 202 Milliarden Euro auf sanktionierte russische Vermögenswerte. Aus diesen Vermögenswerten erzielte Euroclear in den sechs Monaten 2,3 Milliarden Euro Zinsen. Brussels Morning berichtete, Euroclear habe bis Juli 2026 rund 6,6 Milliarden Euro kumulierte Windfall-Beiträge geleistet. Eine weitere Zahlung von geschätzt 1,4 Milliarden Euro sei für diesen Monat vorgesehen.

Wie es weitergeht

Euroclear hat belgische Gerichte angerufen, um die Vollstreckung des russischen Urteils zu blockieren. Gegenüber dem belgischen Portal Apache erklärte Euroclear, Belgien habe es ermächtigt, „einen entsprechenden Betrag von den sanktionierten russischen Konten abzubuchen, um Kunden zu entschädigen, deren Guthaben in Russland beschlagnahmt wurden“. Das geschehe im Einklang mit der EU-Verordnung 269/2014. Apache berichtete am 15. Oktober, Euroclear habe im April 2025 3 Milliarden US-Dollar aus Beständen russischer Anleger erstattet. The Kyiv Independent berichtete, Artikel 5 dieser Verordnung erlaube EU-Staaten, Vermögenswerte unter bestimmten Umständen freizugeben. Ein Sprecher der Europäischen Kommission habe denselben Artikel in der von Apache geschilderten belgischen Situation erwähnt.

Brussels Morning berichtete, die Bank of Russia habe gesondert eine EU-Sanktionsverordnung vor dem Gericht der Europäischen Union angefochten. Sie argumentiert, die Beschränkungen griffen in ihre rechtlichen Ansprüche ein.

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Quellen

18
  1. 01Euroclear rejects Moscow court's $250 billion ruling in favor of Russia's Central BankEN
  2. 02A court in Moscow rejected Euroclear's complaint to recover 200 billion euros from the Central Bank's lawsuitEN
  3. 03The EU loophole Russia is using to free its oligarchs from sanctionsEN
  4. 04Euroclear Faces Mounting Legal Pressure as Russia's €200 Billion Lawsuit IntensifiesEN
  5. 05OpenAI reportedly raises an additional $11 billion at a $1.25 trillion valuationEN
  6. 06OpenAI Completes $11 Billion Portion of Funding at $1.25 Trillion ValueEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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