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EU-KI-Verordnung: Hochrisiko-Regeln erst im Dezember 2027 und August 2028

Die Hochrisiko-Regeln der EU-KI-Verordnung gelten ab dem 2. Dezember 2027 und dem 2. August 2028. Grundlage ist das Digitale Omnibus-Paket, das seit dem 27. Juli 2026 in Kraft ist. Neue Verbote treten in Kraft, und eine Kennzeichnungsfrist endet am 2. Dezember 2026.

KI & ModelleErklärtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 16
EU-KI-Verordnung: Hochrisiko-Regeln erst im Dezember 2027 und August 2028

Neue Fristen für Hochrisiko-Systeme

Die Verordnung (EU) 2026/1744 wurde am 24. Juli 2026 im Amtsblatt veröffentlicht und trat am 27. Juli 2026 in Kraft. Sie ist die erste inhaltliche Änderung der KI-Verordnung.

Eigenständige Hochrisiko-Systeme nach Anhang III verschieben sich vom 2. August 2026 auf den 2. Dezember 2027, also um sechzehn Monate. Der Anhang umfasst KI in den Bereichen Beschäftigung, Bildung, Kreditbewertung, Strafverfolgung und kritische Infrastruktur. Systeme, die in Produkte nach EU-Produktsicherheitsrecht eingebettet sind, darunter Medizinprodukte, Maschinen und Spielzeug, fallen nun unter den 2. August 2028.

Was unverändert bleibt

Die Regeln für Allzweck-KI-Modelle, einschließlich Transparenz-, Berichts- und Pflichten zu systemischen Risiken für die größten Modelle, bleiben im ursprünglichen Zeitplan. Die Transparenzpflichten für die Interaktion mit KI, die Kennzeichnung von Deepfakes sowie Meldepflichten für Emotionserkennung und biometrische Kategorisierung galten ab dem 2. August 2026.

Die Frist am 2. Dezember 2026

Am 2. Dezember 2026 tritt zweierlei in Kraft. Neue Verbote für Systeme, die darauf ausgelegt sind, realistische intime Darstellungen oder Material mit sexuellem Kindesmissbrauch zu erzeugen oder zu manipulieren, werden wirksam. Außerdem endet eine viermonatige Übergangsfrist für bestimmte maschinenlesbare Kennzeichnungen generativer KI-Systeme, die vor dem 2. August 2026 bereits auf dem Markt waren.

Die Übergangsfrist betrifft nur bestimmte Kennzeichnungspflichten, nicht die weitergehenden Transparenzpflichten. Anbieter generativer Systeme, die bereits im Einsatz sind, müssen die Kennzeichnungspflicht nach Artikel 50 Absatz 2 bis dahin erfüllen. Systeme, die nach dem 2. August 2026 auf den Markt kommen, müssen von Anfang an die Vorgaben einhalten.

KI-Kompetenz bleibt, aber weicher formuliert

Die KI-Kompetenz wurde vereinfacht, nicht gestrichen. Anbieter und Betreiber müssen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten weiterhin fördern. Die Vorschriften zur KI-Kompetenz galten nach dem Zeitplan der Europäischen Kommission zur KI-Verordnung ab dem 2. Februar 2025. Wie RTE berichtete, widersprach der Europäische Gewerkschaftsbund der Änderung. Sie ersetzte die Pflicht, ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz beim Personal sicherzustellen, durch die Pflicht, deren Entwicklung zu fördern.

Wer die Regeln durchsetzt

Das Europäische KI-Büro ist nun allein zuständig für die Aufsicht über bestimmte KI-Systeme, die auf Allzweck-KI-Modellen beruhen, sowie über KI-Systeme, die in sehr große Online-Plattformen und Suchmaschinen nach dem Gesetz über digitale Dienste eingebunden sind. Zu seinen Befugnissen gehören Untersuchungen, Auskunftsverlangen, Inspektionen, verbindliche Zusagen und Zwangsgelder von bis zu 5 % des durchschnittlichen Tagesumsatzes bei fortgesetzten Verstößen.

Warum die Kommission die Verschiebung vorschlug

In den Erwägungsgründen der Kommission werden Verzögerungen bei den harmonisierten technischen Normen genannt, die Anbieter für den Nachweis der Konformität brauchen, außerdem der langsame Aufbau nationaler Behörden und Konformitätsbewertungsstellen. DIGITALEUROPE bezifferte die Kosten der Einhaltung EU-weit auf rund 3.300.000.000 EUR pro Jahr. Ein Unternehmen mit etwa 50 Beschäftigten könne mit 320.000 EUR bis 600.000 EUR Anfangskosten rechnen, erklärte der Branchenverband.

Die Kommission verknüpfte die Änderungen mit dem breiteren Vorhaben, Verwaltungslasten zu senken. Sie folgte damit den Berichten von Draghi und Letta zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Branchenverbände setzten sich 2025 für die Änderungen ein. Eine Koalition aus 47 Verbänden, darunter MedTech Europe, DigitalEurope und COCIR, unterstützte die Verschiebung. Das Europäische Parlament verwies auf unfertige technische Normen.

Wie es weitergeht

Der nächste feste Termin ist der 2. Dezember 2026. Die Hochrisiko-Pflichten nach Anhang III folgen am 2. Dezember 2027, die Pflichten für in Produkte eingebettete Systeme nach Anhang I am 2. August 2028.

Für Systeme, die vor der Frist am 2. Dezember 2027 bereits auf dem Markt sind, gelten die Hochrisiko-Pflichten nicht. Eine Analyse von Yahoo Finance warnte, dadurch entstehe ein Wettlauf um den Marktstart und eine Trennung zwischen Alt-Systemen und Markteinführungen nach der Frist.

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Quellen

16
  1. 01European Digital Compliance: Key Digital Regulation & Compliance DevelopmentsEN
  2. 02EU Digital Omnibus on AI Enters Into ForceEN
  3. 03Why the EU AI Act's 'High-Risk Regulation Delay' Is No Reason to Relax: What Japanese Companies Must Confirm by December 2, 2026JA
  4. 04Digital Omnibus on AI: The EU's AI Act simplification and new AI Office powersEN
  5. 05The Digital Omnibus: Recalibrating Compliance for Agentic AIEN
  6. 06How the EU AI Act Regulates Agentic AIEN
  7. 07What does the delay to Europe's AI rules mean for Irish workers?EN
  8. 08EU AI Act Timeline: 5 Dates to 2028 [2026]EN
  9. 09Europe Delayed Its Toughest AI Rules. The Bigger Question Is Who Gets to Shape ThemEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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