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Seattle Times und Newsday verklagen OpenAI und Microsoft wegen KI-Trainings mit ihrem Journalismus

The Seattle Times und Newsday haben am Freitag OpenAI und Microsoft verklagt. Sie werfen den Unternehmen Urheberrechtsverletzungen vor. Die Verlage behaupten, die Konzerne hätten ihren Journalismus samt bezahlpflichtiger Artikel abgeschöpft, um Datensätze für das Training und den Betrieb von ChatGPT, Microsoft Copilot und den KI-Funktionen von Bing zu füllen.

KI & ModelleAnalyseKatrin HoffmannVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 35
Seattle Times und Newsday verklagen OpenAI und Microsoft wegen KI-Trainings mit ihrem Journalismus

Die Vorwürfe

Die Klage ist eine 38-seitige Beschwerdeschrift, die am Freitag beim US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York eingereicht wurde (Aktenzeichen 1:26-cv-07644). Darin heißt es, die Unternehmen hätten die Websites der Zeitungen ausgelesen, auch Artikel hinter Bezahlschranken, und das Material in Datensätze überführt, mit denen ChatGPT, Microsoft Copilot und die KI-Funktionen von Bing trainiert und betrieben werden. Die Zeitungen mit Sitz in Seattle und auf Long Island im Bundesstaat New York schreiben, die Produkte könnten Passagen aus ihrer Berichterstattung wiedergeben, Artikel eng umformulieren und Antworten liefern, die den Besuch ihrer Seiten oder den Kauf eines Abonnements überflüssig machen.

Die Beschwerdeschrift beschreibt generative KI als "eine Schlange, die ihren eigenen Schwanz frisst" und die "genau die Organisationen zerstören" könnte, die die Inhalte produzieren, mit denen sie trainiert wird. Sie wirft den Unternehmen vor, technische Zugangskontrollen umgangen und maschinenlesbare Verbote wie robots.txt-Dateien ignoriert zu haben, die KI-Crawler ausschließen.

Falsche Zuschreibung

Die Zeitungen schreiben, die Systeme hätten Informationen erfunden und sie den Marken Seattle Times und Newsday zugeschrieben. Außerdem seien Urheberrechtshinweise und Metadaten aus kopierten Inhalten entfernt worden. Als rechtliche Grundlagen nennen sie den US Copyright Act, den Digital Millennium Copyright Act und den Lanham Act wegen Markenverwässerung. Als Beleg verweisen die Verlage auf Passagen aus ihren Artikeln, die nahezu wörtlich oder sehr eng umformuliert wiedergegeben worden seien.

Geforderte Maßnahmen

Die Zeitungen verlangen eine Anordnung, die die Beschlagnahme oder Vernichtung von Kopien ihrer Werke, der Trainingsdatensätze und aller darauf aufgebauten KI-Modelle vorschreibt. Dazu kommt eine Unterlassungsverfügung gegen die weitere Nutzung ihrer Inhalte. Schadensersatz fordern sie in noch nicht bezifferter Höhe.

Die Zahl von 47 Prozent

Die Verlage führen einen Rückgang der Suchverweis-Zugriffe auf mittelgroße Verlage um 47 Prozent zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 als wirtschaftlichen Maßstab für den Schaden an, wie heise berichtet. Sie sehen dadurch Einnahmen aus Abonnements, Werbung und Lizenzierung bedroht.

Alan Fisco, Präsident und CEO von The Seattle Times, schrieb an die Mitarbeiter, die Zeitung müsse ihre Inhalte verteidigen, die "ohne unsere Zustimmung oder Vergütung" genutzt würden. Der Journalismus koste jährlich Millionen von Dollar in der Produktion.

Frühere Klagen

The New York Times verklagte OpenAI und Microsoft 2023 wegen Millionen unerlaubt genutzter Artikel, dieser Fall läuft noch. Mehr als 400 Zeitungen haben ähnliche Vorwürfe erhoben, berichtet heise. Im Verfahren der New York Times hat sich die US-Regierung auf die Seite von OpenAI gestellt. Sie argumentiert, das Training von KI mit geschützten Inhalten falle unter Fair Use, unter anderem aus Gründen der nationalen Sicherheit.

Microsoft und OpenAI haben laut TechCrunch einige Journalismusprojekte und Stipendien der Seattle Times finanziert. Die Klage gehört zu Dutzenden, die Rechteinhaber gegen OpenAI, Anthropic und Meta eingereicht haben.

Reaktionen der Unternehmen

OpenAI erklärte, seine Modelle würden mit öffentlich verfügbaren Daten trainiert und stützten sich auf Fair Use, ohne sich konkret zu der Klage zu äußern. Microsoft zeigte sich von der Klage überrascht, betonte die Bedeutung des Lokaljournalismus und erklärte sich bereit, über Lösungen zu sprechen.

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Quellen

35
  1. 01Seattle Times, Newsday sue OpenAI, Microsoft, alleging copyright infringementEN
  2. 02Seattle Times, Newsday Take OpenAI And Microsoft To Court Over Copyright ClaimsEN
  3. 03Seattle Times and Newsday are the latest publications to sue OpenAI and MicrosoftEN
  4. 04Seattle Times, Newsday sue OpenAI, Microsoft over alleged article scraping to train AIEN
  5. 05OpenAI, Microsoft Face Copyright Lawsuit from US PublishersEN
  6. 06OpenAI, Microsoft Vs Newspapers: What's Behind The New AI Copyright Fight?EN
  7. 07Copyright lawsuit: Two US newspapers demand destruction of AI modelsEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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