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Europas Industrie zahlt weiter hohe Energiepreise, Inbolt sammelt 11 Mio. Euro für adaptive Roboter ein

Das Pariser Unternehmen Inbolt hat am Mittwoch eine Runde über 11 Millionen Euro abgeschlossen. Industrieroboter sollen damit eine Echtzeitwahrnehmung erhalten. Die Gesamtfinanzierung liegt nun bei 30 Millionen Euro, wie Tech.eu berichtet.

KonjunkturNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 30. September 20264 Min. LesezeitQuellen 8
Europas Industrie zahlt weiter hohe Energiepreise, Inbolt sammelt 11 Mio. Euro für adaptive Roboter ein

Die Runde von Inbolt ist klein gemessen an Europas Energieproblem. Sie verweist aber auf denselben Druck: Die Fabriken sollen mehr produzieren, und zwar auf Linien, die es schon gibt. Das Unternehmen wurde 2019 von Rudy Cohen, Albane Dersy und Louis Dumas gegründet. Es verkauft eine hardwareunabhängige KI-Schicht, mit der Roboter ihre Regelkreise anpassen, wenn Bauteile versetzt sind oder Werkzeuge verschleißen. Tech.eu berichtete am 30. September darüber. Shift4Good führte die Runde an, Bridges Climate Transition Partners kam hinzu, BNP Paribas Développement und Ora Global folgten. Das System läuft auf mehr als 200 Robotern in über 100 Fabriken auf drei Kontinenten. Zu den Kunden zählen Bosch, Beko, Flex, Ford, Stellantis und Toyota.

Das ist die Technologiegeschichte. Die Wirtschaft dahinter ist weniger ordentlich.

Die Europäische Kommission hat gewarnt, dass die Öl- und Gaspreise den kommenden Winter über sehr hoch bleiben könnten. Die Gasspeicher sind dünn gefüllt, und die Störung an der Straße von Hormus wirkt weiter auf die Importkosten. Anadolu Ajansı zitierte einen Kommissar mit den Worten, die EU habe zusätzlich 113 Milliarden Dollar an Energiekosten gezahlt, ohne mehr Gas oder Öl zu erhalten. Xinhua nannte die Zahl 100 Milliarden Euro. Die beiden Zahlen sind nicht identisch, und keine von beiden ist eine abgeschlossene Bilanz der Krise. Beide schätzen, was Europa für dieselben Moleküle gezahlt hat.

Für die Hersteller geht es nicht nur um Großhandelsgas. Es geht darum, ob ein Werk eine zweite Schicht fahren kann, ob ein Roboter neu programmiert statt ersetzt werden kann und ob sich ein Leasingvertrag für einen Elektrotransporter überhaupt kalkulieren lässt. CleanTechnica berichtete am 29. September über eine Analyse von Transport & Environment. Danach setzt der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien eine Wertverlustlücke von 12,9 Prozentpunkten zwischen Verbrennern und Elektroautos an. Rechnet man Subventionen, Zulassungssteuern, Inflation und Flottenzusammensetzung heraus, schrumpft diese Lücke um 80 Prozent auf 2,6 Prozentpunkte. Weitere 5,1 Punkte dürften hinzukommen, wenn die Preise neuer E-Autos fallen. Stef Cornelis von T&E sagte, die Branche zeichne ein allzu simples Bild, um ihren Widerstand gegen die EU-Ziele für die Elektrifizierung von Flotten zu rechtfertigen.

Der politische Streit läuft inzwischen auf mehreren Gleisen gleichzeitig.

Italien und Tschechien drängen auf weichere EU-Regeln für CO2-Zertifikate und Energieversorgung, meldete Reuters am 29. September. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni war in Prag zu einem italienisch-tschechischen Aktionsplan für Energie und Industrie, wie Agenzia Nova berichtete. Die Europäische Kommission hat die Bedingungen für eine Auktion zur Dekarbonisierung industrieller Wärme über 1 Milliarde Euro veröffentlicht, so EU Reporter. Zugleich wird laut streamlinefeed.co.ke ein separates Vorhaben der Kommission geprüft, die Methan-Importregeln um ein Jahr zu verschieben. Der Druck der Energiepreise ist der Grund. Das sind keine widerspruchsfreien Signale für einen Industrieinvestor, der die nächsten fünf Jahre modellieren will.

Nicht alle Nachrichten zeigen in dieselbe Richtung. Das Centre for Research on Energy and Clean Air teilte mit, die CO2-Emissionen der EU seien im ersten Halbjahr 2026 um 2 Prozent gesunken. Das ist knapp unter der Hälfte des Tempos, das für das Ziel 2030 nötig wäre. Die Verkäufe von Wärmepumpen in Europa steigen im Zuge von Zollanpassungen, berichtete 재경일보. In Japan gilt dieselbe industrielle Energierechnung. Dort erklärte Helical Fusion am Dienstag gegenüber Reportern, sie erwarte vorläufige Power-on-Tests an ihrem Demonstrationsreaktor Helix HARUKA im Jahr 2027. Eine zweite Spule und ein Flüssigmetall-Blanket sollen vor den Power-on-Tests um 2030 folgen. Die Asahi Shimbun berichtete, CEO Takaya Taguchi strebe eine kommerzielle Anlage bereits in den 2040er Jahren an, nannte aber Kosten, Sicherheit und Bautempo als offene Probleme. Japans Regierung hat die Fusion als eines von 17 strategischen Feldern eingestuft und plant 3,1 Billionen Yen, rund 19,7 Milliarden Dollar, an öffentlichen und privaten Mitteln bis zum Geschäftsjahr 2040.

Die kurzfristigere Debatte dreht sich um die Nachfrage. T&E hat separat behauptet, eine Senkung der EU-Ziele für E-Autos würde 150 neue Kraftwerke erfordern, um das Netz auszugleichen. Diese Zahl setzt voraus, dass die Elektrifizierung in einem bestimmten Tempo weiterläuft. Das ist eine Modellrechnung, keine Messung, und sie steht den Wertverlustzahlen der Branche gegenüber. Beide Seiten argumentieren mit Zahlen über dieselbe Frage: Wer bezahlt den Übergang, solange die Energiepreise hoch sind.

In der Fabrikhalle kommt die Antwort in kleineren Schritten. Die 11 Millionen Euro von Inbolt sollen in internationales Wachstum und den Einstieg in Rechenzentren und Elektronikfertigung fließen, so Tech.eu. Europas Gasrechnung ändert das nicht. Es könnte aber ändern, ob ein mittelständisches Werk in Baden-Württemberg eine Linie weiterlaufen lassen kann, wenn ein Zulieferer eine Charge liefert, die zwei Millimeter danebenliegt.

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Quellen

8
  1. 01Inbolt raises €11M to bring real-time vision and intelligence to industrial robotsEN
  2. 02Second-Hand EVs Retain Their Value Better Than Industry Claims — New StudyEN
  3. 03Japan's fusion energy startup to begin power-on tests at pilot reactor in 2027EN
  4. 04What von der Leyen left out of her Congress of Europe pitchEN
  5. 05Before pixels: Modular industrial dashboardsEN
  6. 06Beyond Utilization: Energy-Conscious GPU Sharing for Inference ServingEN
  7. 07How 'Industry 5.0' integrates human expertise with artificial intelligenceEN
  8. 08Bats may have first evolved in Europe 65 million years agoEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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