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Brüssel beruft nach Angriffen auf Gefriertruhen Task Force mit ENISA und Europol ein

Am 3. November berief die Europäische Kommission die EU-interinstitutionelle Task Force mit ENISA, Europol und den zuständigen Kommissionsdienststellen ein. Sie kamen zusammen, um Cyberangriffe zu untersuchen, die europaweit Temperaturen in Supermarkt-Gefriertruhen auf 50C trieben.

GesundheitErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 4. November 20264 Min. LesezeitQuellen 25
Brüssel beruft nach Angriffen auf Gefriertruhen Task Force mit ENISA und Europol ein

Ausfälle in der Kühlkette sind zuerst ein Problem der Lebensmittelsicherheit und erst danach ein IT-Problem. Eine Gefriertruhe, die auf 50C getrieben wird, bedeutet, dass Ware weggeworfen wird und Lebensmittelkontrolleure eingeschaltet werden, nicht nur Helpdesks. Einzelhändler in Belgien, Schweden, Finnland, Irland und Estland wissen jetzt, dass ihre Kühlgeräte eine Angriffsfläche sind. Brüssel ist vom Beobachten zum Einberufen übergegangen. Niemand hat öffentlich Verantwortliche benannt.

Was die Aufsichtsbehörden am 3. November taten

Hacker News meldete, Angreifer hätten die Einstellungen von Kältesteuerungen in Supermärkten in Belgien, Schweden, Estland und anderen europäischen Ländern aus der Ferne verändert. Die Änderungen erfolgten über Nacht zum Montag, dem 2. November. Dem Bericht zufolge mussten einige Geschäfte gekühlte und tiefgekühlte Lebensmittel wegwerfen. Die Kommission erklärte, sie stehe in direktem Kontakt mit den nationalen Behörden.

Im Vereinigten Königreich teilte das National Cyber Security Centre mit, es arbeite mit betroffenen Unternehmen zusammen. Die Auswirkungen im Land nannte es minimal. Paul Chichester, Director of Operations beim NCSC, äußerte sich am Dienstag.

„Wir kennen diese Vorfälle im Vereinigten Königreich, und selbstverständlich arbeiten wir mit den betroffenen Organisationen zusammen“, sagte Chichester. „Wir beobachten das weiter. Derzeit sind die Auswirkungen minimal.“

Bislang hat keine britische Supermarktkette direkte Folgen erlitten. Der British Association of Independent Meat Suppliers zufolge wurden einige ihrer mehr als 300 Mitglieder bei dem Hack „mittelbar“ getroffen.

Danfoss, ein dänischer Hersteller von Kältesteuerungen, erklärte, seine Produkte seien beteiligt gewesen. Sie waren es auch drei Wochen zuvor, als Angreifer Hunderte französische Supermärkte trafen. Bis Montagabend hatte niemand die Angriffe für sich reklamiert. Ob sie mit dem Angriff in Frankreich zusammenhingen, war unklar.

Das Muster: erst Frankreich, dann Belgien und Schweden

Einzelhändler in Belgien, Estland, Finnland, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Schweden meldeten am Montag Probleme mit Kühlsystemen. Mancherorts stiegen die Temperaturen auf bis zu 50C (122F). Ahold Delhaize teilte mit, Dutzende Delhaize-Filialen in Belgien und Luxemburg seien betroffen gewesen und Lebensmittel hätten entsorgt werden müssen. Das Unternehmen erklärt, die Filialen seien wieder voll betriebsbereit. IKEA sagte gegenüber CNBC, ein Cybervorfall habe zwischen Sonntag und Montag Kühlschränke und Gefriertruhen in der Filiale Mons in Belgien getroffen.

Carrefour erklärte gegenüber der BBC, Angreifer hätten 15 seiner belgischen Filialen getroffen. Intermarché teilte mit, angegriffen worden seien 15 seiner 153 belgischen Filialen. Colruyt meldete, Ziel seien fünf Spar-Filialen gewesen.

Sabcobel, ein belgischer Kältetechniker, schätzte, der Angriff habe mindestens 20 Anlagen im Land betroffen, berichtete die Belga News Agency. Eine ICA-Filiale in Sjöbo in Südschweden teilte mit, ihre Kühlschränke und Gefriertruhen seien auf 50C eingestellt worden. Das Personal warf die betroffenen Waren weg.

Im Oktober hatten Angreifer Hunderte französische Supermärkte ins Visier genommen. Der Angriff verursachte Brände, überhitzte Kühlschränke und verdorbene Lebensmittel. Les Mousquetaires, Eigentümer von Intermarché, rechnete damals mit Schäden in Höhe mehrerer Millionen Euro.

Warum Kühlgeräte das leichte Ziel sind

Beim Oktober-Angriff auf französische Kühlgeräte ging es um Alttechnik, die mit Standardpasswörtern am Internet hing. Hacker aktivierten aus der Ferne den eingebauten Abtaumodus. Damit setzten sie die Temperatur und die Abtaudauer außer Kraft, nach derselben Methode wie beim Angriff in Frankreich, berichtet Tom's Hardware. In anderen Fällen erhöhten die Angreifer einfach die Temperatureinstellung.

Sabcobel-Chef Stephan Moelans sagte, die Anlagen bräuchten bauliche Änderungen. Sie an eine sichere Internetverbindung anzuschließen, sei bis dahin die einfachste Lösung.

Alex Pearce, Geschäftsführer des Londoner Großhändlers Langridge Organic, stoppte den Angriff, indem er die Internetverbindung zu seinen Kühlanlagen an der Wand abzog. Pearce sagte, die Hacker hätten die Parameter mehrerer Anlagen verändert. Sie stellten sie auf Abtauen über mehr als vier Stunden bei 150C. Ein Fleischlieferant erlebte, dass seine Kühlanlagen auf bis zu 100C stiegen. Zwei weitere meldeten, ihre Anlagen hätten mit dem Abtauen begonnen.

Die weiterreichende Warnung

Richard Horne, Chief Executive des NCSC, nannte die Angriffe auf Kühlgeräte die „Ausläufer“ einer größeren Cybergefahr. Chichester sagte, die Angriffe liefen nicht über KI. Sie nutzten Schwachstellen, die seit Langem offenlägen.

Ollie Whitehouse, Chief Technology Officer des NCSC, sagte, Hersteller müssten ermutigt werden, verbundene Geräte sicherer zu machen. Verbraucher müssten akzeptieren, für sicherere Geräte mehr zu zahlen.

Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Lebensmittel, schrieb im Oktober auf X, „Ernährungssicherheit erfordert auf allen Ebenen mehr Aufmerksamkeit, denn die Waffeisierung von Lebensmitteln ist Realität geworden“. In sechs US-Militärstützpunkten kam es Ende August zu Störungen an Gefriertruhen. Das Pentagon behandelt sie inzwischen als mutmaßlichen Hack und stimmt sich mit den französischen Behörden ab, berichtete Reuters.

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Quellen

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  2. 02Food suppliers in UK hit by cyber-attacks after freezers targeted in EuropeEN
  3. 03Supermarket freezers across Europe struck in second crippling cyberattackEN
  4. 04New Wave of Refrigeration Cyberattacks Hits Supermarkets Across Europe, Forcing Stores to Pull FoodEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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