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F1 unterzeichnet Zehnjahresvertrag mit Ruanda für den Großen Preis von Afrika ab Anfang der 2030er

Die Formel 1 hat einen Zehnjahresvertrag unterzeichnet, um den Großen Preis von Afrika ab Anfang der 2030er Jahre in Ruanda auszutragen. Damit kehrt sie zum ersten Mal seit 1993 nach Afrika zurück, und zwar auf einer Strecke, die noch gebaut werden muss.

SportAnalyseSven AlbrechtVeröffentlicht: 4. November 20263 Min. LesezeitQuellen 18
F1 unterzeichnet Zehnjahresvertrag mit Ruanda für den Großen Preis von Afrika ab Anfang der 2030er

Der Vertrag

Die Formel 1 gab die zehnjährige Vereinbarung am Dienstag bekannt. Präsident Paul Kagame, Geschäftsführer Stefano Domenicali und FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem traten gemeinsam auf. Das Rennen wird Großer Preis von Afrika heißen und von Visit Rwanda, der Tourismusbehörde des Landes, präsentiert. Die F1 teilte mit, das Rennen werde Anfang der 2030er Jahre stattfinden; ein genaues Datum wurde nicht genannt.

Zuletzt war die Formel 1 1993 in Kyalami in Afrika zu Gast. Wenn ein Rennen in Ruanda kommt, werden fast vier Jahrzehnte dazwischen liegen.

Die Strecke in Bugesera

Das Rennen soll auf einer eigens gebauten Strecke in Bugesera ausgetragen werden, rund 40 km südlich von Kigali und neben dem neuen Kigali International Airport. Geplant ist sie nach FIA-Grade-1-Standard, dem Standard, den ein Lauf zur Weltmeisterschaft erfordert. Die Strecke ist Teil eines größeren Sport-, Tourismus-, Infrastruktur- und Wirtschaftsprojekts unter Leitung des Rwanda Development Board. Die Anlage soll ganzjährig genutzt werden und internationalen Motorsport, Konferenzen und Unterhaltung beherbergen, nicht nur an einem Wochenende im Jahr. Laut F1 wird das Layout die Höhenunterschiede der Gegend nutzen und Aussichtspunkte für Zuschauer bieten.

Gebaut ist davon noch nichts. Die Ankündigung der F1 enthielt weder Kosten für die Strecke noch einen Wert für den Zehnjahresvertrag.

Das Werben aus Kigali und das Kalenderproblem

"Der heutige Tag gehört Afrika", sagte Kagame. "Mehr als drei Jahrzehnte lang fuhr die wichtigste Motorsportmeisterschaft der Welt ohne diesen Kontinent, und das ändert sich mit dieser Vereinbarung." Er bezeichnete die Partnerschaft als Investition in Ruandas Zukunft, die dem Land und der Region Arbeitsplätze, Qualifikationen, Tourismus und neue Geschäfte bringen werde.

Domenicali sagte: "Der heutige Tag ist ein Meilenstein für die Formel 1." Der Sport werde ab dem nächsten Jahrzehnt auf jedem bewohnten Kontinent fahren. Die Fangemeinde der F1 in Afrika bezifferte er auf mehr als 100.000.000 Menschen und sagte, die Zahl wachse weiter schnell.

Der Kalender ist die schwierigere Hürde. Nur vier Rennen haben Verträge, die vor der Saison 2030 auslaufen: Mexiko-Stadt, Singapur, Japan und Portugal. Ein Platz muss frei werden, bevor Ruanda einen übernehmen kann. Das Fehlen eines konkreten Starttermins zeigt die Unsicherheit sowohl bei der Bauzeit für die neue Strecke als auch bei der Verfügbarkeit von Plätzen im Kalender.

Louise Young, die scheidende Leiterin der Rennförderung bei der F1, sagte eine Woche zuvor, die Meisterschaft wolle "neue Geschichte schreiben, wo es nicht unbedingt Tradition gibt".

Kinshasa erhebt Einspruch

Die Außenministerin der DR Kongo, Therese Kayikwamba Wagner, sagte, es sei "moralisch unhaltbar", Ruanda den Großen Preis auszurichten. Sie begrüßte zugleich die Rückkehr der Formel 1 nach Afrika. Sie sagte, sie habe Domenicali und die F1-Behörden im Februar 2025 davor gewarnt, als sie ihm schrieb und die F1 bat, eine "blutbefleckte Verbindung" mit Ruanda zu vermeiden.

Der Einspruch fällt in einen Krieg im Osten des Kongo. Die von Ruanda unterstützten M23-Rebellen eroberten im Januar 2025 Goma und im Februar Bukavu, und laut der DR Kongo wurden in den ersten zwei Monaten des Konflikts mehr als 7.000 Menschen getötet. Bis Mitte 2025 waren nach Angaben von BlackBook Motorsport mehr als 7.800.000 Menschen im Osten der DR Kongo vertrieben. Die USA geben an, Ruanda habe bis zu 7.000 Soldaten in der DR Kongo, und UN-Experten stellten fest, dass Kigali Befehl und Kontrolle über die M23 ausübte. Ruanda bestreitet, die Rebellen zu unterstützen, und erklärt, seine Sicherheitsmaßnahmen schützten sein Gebiet vor bewaffneten Gruppen jenseits der Grenze.

Die Vereinigten Staaten verhängten im März 2026 Sanktionen gegen Ruandas Militär und vier hochrangige Offiziere wegen des Vorwurfs, das Land unterstütze die M23. Ruanda wies die Sanktionen als einseitig zurück und erklärte, sie stellten den Konflikt falsch dar.

Kayikwamba Wagner sagte, der Kongo unterstütze stattdessen die konkurrierende Bewerbung Südafrikas um ein Rennen. Die ruandischen Behörden äußerten sich nicht öffentlich zu ihren Einwänden, berichtete TRT Afrika.

Der Kongo hat schon früher gegen ruandische Sportwerbung Einspruch erhoben und hochkarätige Sponsoringverträge mit führenden europäischen Fußballklubs kritisiert.

Amnesty International hat Ruanda vorgeworfen, durch Sponsoringverträge mit Arsenal und Aston Villa "Sportswashing" zu betreiben. Die Menschenrechtsorganisation sagte gegenüber BBC Sport, sie wolle die Partnerschaft mit Aston Villa nutzen, um positive PR zu erzeugen.

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Quellen

18
  1. 01F1 returns to Africa with ten-year deal to race in Rwanda - BlackBook MotorsportEN
  2. 02Formula 1 returns to Africa as Rwanda secures 10-year Grand Prix deal - InBound SAEN
  3. 03DR Congo protests Formula 1's decision to race in Rwanda - TRT AfrikaEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Sven Albrecht

Sven Albrecht

Sport, Auto und Reisen

Sven Albrecht schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Streckenprotokolle und offizielle Ergebnisse. Bei Testwagen vergleicht er Normverbrauch mit realen Messwerten und prüft Drehmomentkurven sowie Akkukapazitäten. Er spricht mit Werkstattmeistern, Rennkommissaren und Bahnbetreibern und wartet auf den Fahrplanwechsel, um Verbindungen quer durch Europa zu vergleichen. Privat fährt er Elektroautos, schraubt in der Garage und plant Bahnstrecken quer durch Europa. Unbelegte Zahlen veröffentlicht er nicht.

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