Genius Sports setzt auf direkte Fan-Monetarisierung, während die Medienrechte sinken
Genius Sports erwartet, dass die Umsätze außerhalb des Wettgeschäfts das Wettgeschäft überholen. Das sagte Vorstandschef Mark Locke in einem am 17. September veröffentlichten Interview mit SportsPro. Die Zersplitterung der Medien ziehe Geld von den traditionellen Übertragungsrechten ab.

Locke sagte SportsPro, die Aufteilung der Umsätze liege bei „60 Prozent Wettgeschäft und 40 Prozent Medien“. Er erwartet, dass sich das „in nicht allzu ferner Zukunft“ umdreht. Für ein Unternehmen, das den größten Teil seines Geldes noch immer mit Buchmachern verdient, ist das eine große Behauptung.
Sein Argument stützt sich auf eine Verschiebung dabei, wie Fans erreicht werden. Der Konsum entferne sich vom Rundfunk, sagte Locke zu SportsPro. Ligen außerhalb der obersten Klasse sähen sinkende Rechtegebühren. „Die NFL, die Premier League oder die NBA werden zurechtkommen, aber sie stehen an der Spitze“, sagte er. „Andere Ligen geraten durch fallende Rechtegebühren enorm unter Druck.“ Dieser Druck treibe Ligen und Eigentümer dazu, direkt an Fans zu verkaufen statt über Sender. SportsPro veröffentlichte das Interview am 17. September. Der Rest des Bildes stammt aus den letzten drei Tagen.
Instagram packt seine Analysen in ein Chatfenster
Am Mittwoch begann Instagram, einen KI-Assistenten in Edits auszurollen, dem Videoeditor für Creator, und zwar für alle US-Nutzer der App. Brett Westervelt, der Edits leitet, schrieb in einem Blogbeitrag, das Werkzeug lese die Instagram-Kennzahlen eines Kontos. Dazu gehören Follower, Aufrufe, Videoverweildauer, Likes und Shares. Es verbinde diese Daten mit Kommentaren, Instagram-Trends und den Interessen der Zielgruppe. Creator können fragen, welches Reel die Aufmerksamkeit hielt und welches nicht. Sie bekommen dann Konzepte, Hooks, Bildunterschriften und Skripte vorgeschlagen, die auf ihrer eigenen Bilanz beruhen. The Next Web berichtete am Donnerstag über den Start. Instagram sagte, der Assistent sei kostenlos, mit einem täglichen Limit für Anfragen, und mehr Nutzung sei über Meta-One-Abos geplant.
Das ist dieselbe Richtung, die Genius verkauft, nur in einem anderen Maßstab: Daten, die von einer Zielgruppe erfasst und in Empfehlungen verwandelt werden. Genius sagt, seine Plattform GeniusIQ verarbeite Computer-Vision-Datenpunkte zu jedem Athleten, Offiziellen und Ball. Ziel ist ein digitaler Zwilling eines Live-Ereignisses. Das stützt Werkzeuge wie die halbautomatische Abseits-Technologie.
Darunter liegen Infrastruktur- und Vertrauensprobleme
Der Appetit auf diese Daten ist real. Die Rechnung für ihre Speicherung und Verarbeitung ist es auch, und ebenso der politische Widerstand dagegen, sie zu bezahlen.
The Verge veröffentlichte am Donnerstag eine monatelange Untersuchung zu Stratos, einem geplanten KI-Campus von 40.000 Acres in Utah, hinter dem der Investor Kevin O'Leary steht. Das Projekt, bekannt als Wonder Valley, war für neun Gigawatt Leistung geplant. Das ist mehr als das Doppelte des durchschnittlichen Verbrauchs des gesamten Bundesstaates. Der Autor Josh Dzieza sagte The Verge, das Projekt sei „in einer Menge Wut aus der lokalen Gemeinde zusammengebrochen“ und habe „die Politik in Utah völlig auf den Kopf gestellt“. Auch die steuerliche Behandlung dieser Infrastruktur ist umstritten.
The Decoder berichtete am Mittwoch, Meta habe seine KI-Rechenzentren als „Pilotmodelle“ und Nvidia-Chips als Versuchsmaterialien eingestuft. Damit habe das Unternehmen für 2025 eine Forschungssteuergutschrift des Bundes von 3.900.000.000 Dollar geltend gemacht, nach 2.000.000.000 Dollar im Jahr davor, wie aus einem Bericht der New York Times hervorgeht. Metas eigene SEC-Einreichungen warnen, die Ersparnis könne angefochten werden.
Am Mittwoch berichtete The Guardian, mehr als 44.000 Menschen hätten rechtliche Einwände bei NHS England eingelegt. Sie wehren sich dagegen, dass ihre Gesundheitsdaten von der von Palantir betriebenen Federated Data Platform verarbeitet werden. Die Einwände berufen sich auf Artikel 21 der britischen DSGVO. Palantir sagt, die Plattform helfe, Wartelisten zu verkürzen, und die Patientendaten blieben nach Weisung des NHS im Vereinigten Königreich.
Politico berichtete am Mittwoch, Lighthouse Reports habe bei der Europäischen Kommission Beschwerde nach der Aarhus-Konvention eingereicht. Darin wirft die Organisation der Kommission eine „Mauer des Schweigens“ beim Energie- und Wasserverbrauch von Rechenzentren vor. Die eigenen Zahlen der Kommission beziffern Europas Rechenzentren für 2025 auf 20,7 Terawattstunden Strom und mehr als 8.000.000 Kubikmeter Wasser. Das sind 26 Prozent und 52 Prozent mehr als 2024, wobei die Summen aus unvollständigen Daten stammen, die nur in aggregierter Form veröffentlicht wurden. Genius analysiert nach Angaben von SportsPro mehr als 240.000 Sportveranstaltungen pro Jahr. Ob Ligen diese Fans direkt monetarisieren können, hängt womöglich davon ab, wie die nächsten dieser Beschwerden ausgehen.
Quellen
6- 01'Digitisation is the new asset class': Genius Sports CEO on how media fragmentation is transforming sport's monetisation modelEN
- 02Instagram's Edits app gets an AI assistant that reads your Reels dataEN
- 03Inside our months-long investigation into Kevin O'Leary's Utah data center debacleEN
- 04Meta dodges billions in US taxes by calling its AI data centers experimentsEN
- 05More than 44,000 file legal objections to Palantir NHS platform handling their dataEN
- 06EU accused of hiding environmental impact of data centersEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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