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Genius Sports setzt auf Streaming-Daten, während der Wert von Sportrechten stagniert

Genius Sports will sich als Betriebssystem für den Sport verkaufen, nicht als Zulieferer von Wettdaten. Die Zersplitterung der Medienlandschaft drückt den Wert klassischer Übertragungsrechte.

SportAnalyseSven AlbrechtVeröffentlicht: 1. Oktober 20265 Min. LesezeitQuellen 5
Genius Sports setzt auf Streaming-Daten, während der Wert von Sportrechten stagniert

Mark Locke, Vorstandschef von Genius Sports, nutzte ein am 17. September veröffentlichtes Interview mit SportsPro, um das Geschäft seines Unternehmens neu zu rahmen. Sechzig Prozent des Umsatzes stammen inzwischen aus dem Wettgeschäft, 40 Prozent aus dem Medienbereich. Dieses Verhältnis werde sich „in nicht allzu ferner Zukunft“ umdrehen, erwartet er. Die Aussage fällt in eine Zeit, in der sinkende Rechtegebühren die Ligen dazu bringen, sich nach Einnahmen jenseits der Übertragung umzusehen.

Das alte Modell gerät unter Druck. Locke sagte gegenüber SportsPro, abonnement- und werbefinanzierte Erlöse seien bei allen außer einer Handvoll erstklassiger Objekte stagniert oder geschrumpft. Jüngere Zuschauer sehen weniger Live-Ereignisse und zahlen seltener für lineares Fernsehen. „Die Nutzung entfernt sich vom Rundfunk“, sagte er. „Das ist eine absolut seismische, fundamentale und unglaublich schnelle Verschiebung.“ NFL, Premier League und NBA, so argumentierte er, werden den Wandel verkraften. Alle anderen sind exponiert.

Daten als nächste Anlageklasse

Lockes Antwort lautet, die Digitalisierung selbst zum Produkt zu machen. Genius Sports wertet über seine Daten- und KI-Plattform GeniusIQ mehr als 240.000 Sportereignisse pro Jahr aus. Das System verwandelt die computergestützte Verfolgung von Spielern, Offiziellen und Ball in einen digitalen Zwilling des laufenden Spiels. Daraus speisen sich Schiedsrichterwerkzeuge wie die halbautomatische Abseitserkennung, aber auch Leistungsanalysen für Trainer und Teams.

Die kaufmännische Logik dahinter: Die Ligen besitzen die Beziehung zu den Fans, nicht die Technik. „Fans wurden schon immer monetarisiert, nur eben von Sendern, die Rechte kaufen und Pakete verkaufen“, sagte Locke. „Jetzt werden Fans direkt und sehr personalisiert monetarisiert, und das übernehmen die Ligen.“ Technologiepartner, so sagte er, erledigen die Leitungen.

Ob dieser Wandel so schnell kommt, wie Locke andeutet, ist offen. Genius Sports wurde 2001 über einer Druckerei in Southwark gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen laut SportsPro mehr als 2.600 Menschen. Die Liberalisierung des Wettmarkts in den Vereinigten Staaten bleibt der Motor hinter einem Großteil dieses Wachstums. Das Unternehmen verkauft weiterhin Echtzeit-Datenfeeds an Buchmacher weltweit.

Hardware und Sensorebene ziehen parallel mit

Die Analysen, die Genius verkauft, hängen von Instrumentierung ab, die näher am Spielfeld sitzt. Electronic Design berichtete am 30. September, dass MEMS-Sensoren der Sportanalyse neue Präzision bringen. In derselben Woche befasste sich das Sports Business Journal damit, wie SumerSports aus dem Montagmorgen-Nachkarten ein Freizeitvergnügen am Sonntagnachmittag macht. Beide verweisen auf denselben Trend: Die Messung wandert von der handschriftlichen Notation zur automatisierten Erfassung. Die entstehenden Datensätze sind groß genug für Produkte, die es vor einem Jahrzehnt nicht gab.

Die Daten enden nicht am Stadiontor. Semiengineering.com merkte am 1. Oktober an, dass Edge-KI in Verbraucher-, Industrie-, Auto- und Medizingeräten zunimmt. Analysesysteme wirken als Brücke zwischen der Hardware und den Menschen, die sie bedienen. Sathish Balasubramanian, Produktleiter für EDA AI bei Siemens EDA, beschrieb dieselbe Architektur im Kleinen. Eine Uhr zeichnet ein EKG auf und ruft ein Krankenhaus an, wenn der Rhythmus nicht stimmt, oder eine Steuereinheit überwacht den Druck in einem Kessel. Das Muster kennt jeder, der einen Live-Sportbetrieb führt. Dort entscheiden Latenz und lokale Verarbeitung darüber, ob ein Signal nützlich ist oder nur interessant.

William Chen, Group Director für Produktmarketing bei Cadence im Bereich Design IP, sagte gegenüber Semiengineering, rohe Sensorausgaben müssten lokal verarbeitet werden, bevor sie weitergeleitet werden. Video aus mehreren Kameras trifft in Millisekunden-Intervallen oder schneller ein. Diese Einschränkung bestimmt, was GeniusIQ und seine Wettbewerber in Echtzeit anbieten können.

Geld, Vertrauen und die fehlenden Zahlen der EU

Infrastruktur kostet Geld, und die steuerliche Behandlung dieser Infrastruktur ist inzwischen umstritten. The Decoder berichtete am 30. September, dass Meta im Jahr 2025 durch eine bundesstaatliche Forschungssteuergutschrift 3.900.000.000 Dollar gespart hat. Das Unternehmen stufte KI-Rechenzentren als „Pilotmodelle“ und Nvidia-Chips als Versuchsmaterialien ein. Die Einsparungen stiegen von 2.000.000.000 Dollar im Vorjahr und 700.000.000 Dollar im Jahr 2023. Metas eigene SEC-Einreichungen warnen, dass die Einsparungen angefochten werden könnten. Die Rückstellungen für unsichere Steuerpositionen stiegen um 45 Prozent auf 18.740.000.000 Dollar. EY, Metas Prüfer, billigte die Strategie, wie aus einem von The Decoder zitierten Bericht der New York Times hervorgeht.

Die Geduld der Öffentlichkeit mit dem Wachstum der Rechenzentren schwindet. POLITICO berichtete am 30. September, dass Lighthouse Reports Beschwerde gegen die Europäische Kommission nach der Aarhus-Konvention eingelegt hat. Die Gruppe wirft Brüssel vor, eine „Mauer des Schweigens“ um den Energie- und Wasserverbrauch einzelner Rechenzentren zu errichten. Die eigenen Zahlen der Kommission beziffern den Stromverbrauch europäischer Rechenzentren für 2025 auf 20,7 Terawattstunden, 26 Prozent mehr als 2024. Der Wasserverbrauch stieg um 52 Prozent auf mehr als 8.000.000 Kubikmeter. Diese Summen beruhen auf unvollständigen Daten und werden nur in aggregierter Form veröffentlicht.

Sportorganisationen sind dagegen kleine Verbraucher, doch sie hängen am selben Netz und tragen dasselbe Reputationsrisiko. In derselben Woche blockierten die Demokraten im US-Senat den Ratepayer Protection Act mit 57 zu 43 Stimmen und nannten ihn „zahnlos“, wie The Guardian am 30. September berichtete. Vier Demokraten stimmten mit den Republikanern dafür. Das Gesetz hätte von den Versorgern verlangt, Standards zu berücksichtigen, damit Rechenzentren die Kosten für Übertragungs-, Erzeugungs- und Verteilungsausbau tragen.

Für die Ligen ist der Einsatz einfacher als die Politik. Wenn das Geld aus der Übertragung weiter abrutscht, müssen die Ersatzerträge von irgendwoher kommen. Locke wettet darauf, dass sie aus Daten, direkten Fanbeziehungen und der Infrastruktur kommen, die beides trägt. Diese Wette hängt an Sensoren, Rechenleistung, Strom und öffentlicher Zustimmung. Kein einzelner Anbieter von Sporttechnologie kontrolliert eines davon.

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Quellen

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  1. 01'Digitisation is the new asset class': Genius Sports CEO on how media fragmentation is transforming sport's monetisation modelEN
  2. 02Turning Edge AI Data Into Real-Time ActionEN
  3. 03Meta dodges billions in US taxes by calling its AI data centers experimentsEN
  4. 04EU accused of hiding environmental impact of data centersEN
  5. 05Senate Democrats block datacenter energy bill, saying 'toothless' legislation 'misses the mark'EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Sven Albrecht

Sven Albrecht

Sport, Auto und Reisen

Sven Albrecht schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Streckenprotokolle und offizielle Ergebnisse. Bei Testwagen vergleicht er Normverbrauch mit realen Messwerten und prüft Drehmomentkurven sowie Akkukapazitäten. Er spricht mit Werkstattmeistern, Rennkommissaren und Bahnbetreibern und wartet auf den Fahrplanwechsel, um Verbindungen quer durch Europa zu vergleichen. Privat fährt er Elektroautos, schraubt in der Garage und plant Bahnstrecken quer durch Europa. Unbelegte Zahlen veröffentlicht er nicht.

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