Tshisekedi bittet Russland um Rückendeckung für Vermittlung in der DR Kongo und UN-Forderungen
Präsident Félix Tshisekedi hat Russland am 29. Oktober 2026 gebeten, die Vermittlung und die Forderungen des UN-Sicherheitsrats nach Frieden mit Ruanda zu unterstützen. Er sprach beim Russland-Afrika-Gipfel in Moskau, einen Tag nachdem die USA das Verteidigungsministerium Ruandas mit Sanktionen belegt hatten.

Vor dem Plenum der Staats- und Regierungschefs beim Russland-Afrika-Gipfel sagte Präsident Félix Tshisekedi, die Resolutionen 2773 und 2808 des Sicherheitsrats verlangten eine Waffenruhe, den Rückzug der M23 und den Abzug der ruandischen Truppen.
Russland habe für beide Texte gestimmt, sagte er. Moskau solle deshalb ihre Umsetzung und die Vermittlung voll unterstützen. Er bekräftigte seine Unterstützung für die Prozesse von Washington und Doha neben der Vermittlung der Afrikanischen Union und dankte den afrikanischen Vermittlern, den Vereinigten Staaten und Katar.
Illegal ausgebeutete Mineralien finanzierten den Krieg, sagte er, und Krieg schließe Entwicklung aus. Er forderte den Schutz der Zivilbevölkerung, humanitären Zugang und die sichere Rückkehr der Vertriebenen.
Was Tshisekedi anbot
Er schlug eine Partnerschaft vor, die Frieden, Sicherheit, Arbeitsplätze, Energie, Infrastruktur, die Verarbeitung von Mineralien im Land und Ernährungssicherheit umfassen soll. Dabei nannte er Wasserkraft und zivile Kernkraft. Minister sollten eine begrenzte Zahl finanzierter Projekte mit festen Fristen auswählen; eine erste Überprüfung ist bei der nächsten Ministerkonferenz des Russland-Afrika-Partnerschaftsforums vorgesehen. Eine Diversifizierung der Partnerschaften bedeute nicht, sich für eine Seite zu entscheiden, sagte er.
Warum Washington mitmischt
Die Rede kam einen Tag, nachdem das US-Finanzministerium am 28. Oktober 2026 das Verteidigungsministerium Ruandas und Zigama mit Sanktionen belegt hatte, eine Spar- und Kreditgenossenschaft. Nach Angaben des Finanzministeriums unterstützt der Sicherheitsapparat Ruandas die M23 mit Truppen, Ausrüstung, Logistik und Ausbildung. Finanzminister Scott Bessent sagte, Ruanda müsse seine Unterstützung für die M23 einstellen und seine Truppen aus dem Osten des Kongo abziehen. Die Regierung Ruandas bestreitet, die M23 zu unterstützen. UN-Experten haben dagegen erklärt, ruandische Truppen hülfen der Gruppe weiterhin.
Das Außenministerium der DR Kongo begrüßte die Sanktionen. Die Sprecherin der ruandischen Regierung, Yolande Makolo, sagte der BBC, die Washingtoner Abkommen enthielten klare Zusagen zur Neutralisierung der FDLR, und dazu komme es nicht. Die von den USA vermittelten Washingtoner Abkommen beendeten die Kämpfe nicht.
Sanktionen und die Spur des Geldes
Washington wirft Zigama vor, Zahlungen für Waffen erleichtert zu haben, während sie im Auftrag der ruandischen Sicherheitsdienste handelte. Außerdem soll Zigama den Transport von Gold aus von Rebellen kontrollierten Gebieten ermöglicht haben. Die Maßnahme des Finanzministeriums friert Vermögen der benannten Einrichtungen unter US-Gerichtsbarkeit ein. US-Bürgern und Unternehmen sind Geschäfte mit ihnen grundsätzlich untersagt, sofern diese nicht genehmigt oder ausgenommen sind. Frühere US-Sanktionen trafen im März 2026 die Armee Ruandas und vier hohe Militärkommandeure sowie im Juni 2026 die Gasabo-Goldraffinerie und drei Bergbauunternehmen, wie die BBC berichtete.
Vor den Sanktionen hatte Tshisekedi die internationale Gemeinschaft aufgefordert, echte Sanktionen gegen Ruanda zu verhängen und den Druck zu erhöhen. Washington erklärt zudem, Mineralien aus von Rebellen kontrolliertem Gebiet gelangten in die Lieferkette Ruandas und Ruanda exportiere mehr Mineralien, als es fördere. Die M23 hat mineralienreiche Gebiete in Nord- und Süd-Kivu erobert, darunter Rubaya, ein wichtiges Coltan-Abbaugebiet.
Wie es weitergeht
Russland ist eines von fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats mit Vetorecht und kann jede neue Resolution zum Kongo prägen, auch das Mandat der Friedenstruppe, das am 20. Dezember 2026 ausläuft. Wie Russland auf Tshisekedis Bitte antwortet, ist nicht bekannt.
Quellen
18- 01Congo Asks Russia to Back Peace With RwandaEN
- 02Why US sanction Rwanda defence ministry ova DR Congo warEN
- 03How Rwanda's M23 Rebels Are Building a War Economy in DR CongoEN
- 04DR Congo and M23 rebels agree roadmap for peace talksEN
- 05Why Congo and Rwanda Are at War, ExplainedEN
- 06Thousands flee DR Congo fighting as M23 enters key cityEN
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