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KI und der Arbeitsmarkt: Rechenzentren schaffen gewerbliche Jobs, während die Einstellungen schwächeln

Die US-Wirtschaft verlor im Juli 23.000 Stellen. Gleichzeitig zieht der Bau von Rechenzentren Schweißer und Rohrleitungsbauer an. Zwei Signale, die zeigen, dass die KI-Jobgeschichte in entgegengesetzte Richtungen auseinanderläuft.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20263 Min. LesezeitQuellen 4
KI und der Arbeitsmarkt: Rechenzentren schaffen gewerbliche Jobs, während die Einstellungen schwächeln

Die US-Wirtschaft verlor im Juli 23.000 Stellen, teilte das Bureau of Labor Statistics am 7. August mit. Das ist deutlich weniger, als Analysten erwartet hatten, und der erste monatliche Rückgang seit Februar. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1%, doch die Erwerbsbeteiligung fiel auf 61,4%, den niedrigsten Wert seit Februar 2021. Die Arbeitsmarktexpertin Nicole Bachaud von ZipRecruiter sagte zu USA TODAY: „Da die Jobchancen knapp bleiben, verlassen mehr Arbeitskräfte den Arbeitsmarkt ganz.“

Das ist die schwache Seite der Bilanz. Die starke Seite ist aus Beton, und sie wird in Louisiana, Texas und Virginia gegossen.

CNBC berichtete am 26. September, dass Schweißer, Installateure, Klimatechniker und Elektriker für den Ausbau von Rechenzentren stark gefragt sind. Sie bilden die physische Ebene unter Anthropic, Meta, Amazon und OpenAI. Maria Flynn, Präsidentin der gemeinnützigen Organisation Jobs for the Future, sagte zu CNBC, ein Techniker auf Auszubildendenniveau könne 40.000 bis 60.000 Dollar nach Hause bringen, erfahrene Elektriker mehr als 100.000 Dollar. Bachaud sagte, das mittlere Mindestgehalt für Jobs in Rechenzentren sei im Jahresvergleich um 125,1% auf fast 208.000 Dollar gestiegen. Diese Zahl führte sie auf hoch spezialisierte Ingenieurstellen zurück, die den Durchschnitt nach oben ziehen. Stellenanzeigen für Schweißer und Rohrleitungsbauer liegen im Jahresvergleich um 164% höher, konzentriert an Orten wie Houston und Birmingham.

Eine von CNBC zitierte Untersuchung von Cushman & Wakefield schätzt, dass jede 100MW neuer Rechenzentrumskapazität fast 1.300 lokale Jobs schafft, rund 110.000.000 Dollar Jahreslöhne und 344.000.000 Dollar Bruttoproduktion.

Die Politik bewegt sich in die andere Richtung. Gallup fand heraus, dass 70% der Amerikaner ein Rechenzentrum in ihrer Nähe ablehnen. Eine Umfrage von New York Times/Siena in diesem Monat ergab eine Ablehnung von etwa zwei Dritteln über alle Parteien hinweg. Der texanische Gouverneur Greg Abbott verhängte ein Moratorium für Netzgenehmigungen und einen Stopp neuer Umweltgenehmigungen. Data Center Watch zählt mindestens 75 Projekte im Wert von rund 130.000.000.000 Dollar, die in diesem Jahr blockiert oder verzögert wurden.

Unterdessen verengt sich die Tür für Berufseinsteiger in anderen Branchen. Windows Central berichtete am 12. August, dass Xbox 3.200 Stellen über 2026 und 2027 streicht. Türkische Studios, einst mehr als 800 auf dem Höhepunkt, stellen keine Juniors mehr ein, während Einzelentwickler Spiele mit Werkzeugen wie Claude Code und OpenAI Codex ausliefern. Ein Universitätsdirektor in der Türkei rät Studierenden, ihre eigenen Spiele zu bauen, statt auf eine Juniorstelle zu hoffen.

Die öffentliche Meinung über KI selbst hat sich gedreht. Das Pew Research Center fand in einer Umfrage unter 3.488 US-Erwachsenen vom 22. bis 28. Juni, veröffentlicht am 16. September, dass 56% der Demokraten besorgter als begeistert über KI im Alltag sind, gegenüber etwa der Hälfte der Republikaner. Demokraten erwarten jetzt eher als Republikaner, dass KI über 20 Jahre weniger Jobs bedeutet, 75% zu 68%. Das ist eine Umkehrung gegenüber zwei Jahren zuvor. An den ideologischen Rändern ist die Lücke größer: Die Besorgnis unter liberalen Demokraten stieg von 45% im Jahr 2023 auf 63%, während sie unter konservativen Republikanern um 14 Punkte fiel.

Nichts davon klärt, ob KI mehr Arbeit zerstört, als sie schafft. Es zeigt aber, dass die Wirkungen ungleich ankommen: Ein Schweißer in Birmingham und ein Junior-Spieleentwickler in Ankara erleben denselben Boom.

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Quellen

4
  1. 01US economy loses 23,000 jobs in July as labor market weakensEN
  2. 02The blue-collar AI job market is booming. Will data center backlash make it go bust?EN
  3. 03Turkey's AI dilemma, the impact on entry level jobs for game developmentEN
  4. 04Pew: Democrats more worried than Republicans about AI's impact on jobsEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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