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USA verlieren 23.000 Jobs im Juli, KI wirkt für Einsteiger in beide Richtungen

US-Arbeitgeber haben im Juli 23.000 Stellen gestrichen, wie das Bureau of Labor Statistics am 7. August mitteilte. Es ist der erste monatliche Rückgang seit Februar. Neue Umfragen zeigen zugleich, dass KI die Einstellungspraxis an beiden Enden des Arbeitsmarkts verändert.

KonjunkturNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20264 Min. LesezeitQuellen 5
USA verlieren 23.000 Jobs im Juli, KI wirkt für Einsteiger in beide Richtungen

Dem Juli-Rückgang gingen nach oben korrigierte Zuwächse von 20.000 Stellen im Juni und 63.000 im Mai voraus. Das geht aus dem Bericht von USA TODAY über die Daten des Arbeitsministeriums hervor. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1%, doch die Erwerbsbeteiligungsquote fiel auf 61,4%, den niedrigsten Wert seit Februar 2021. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 2 Cent auf 37,62 Dollar. Auf zwölf Monate gerechnet liegen sie 3,2% höher und damit unter dem Anstieg der Verbraucherpreise von 3,5% im Jahresvergleich, der im Juni verzeichnet wurde.

Nur das Gesundheitswesen verzeichnete nennenswerte Zuwächse und schuf 22.000 Stellen. Im Bildungsbereich der Kommunalverwaltung fielen 50.000 Stellen weg, im Einzelhandel 19.000 und im Finanzsektor 14.000.

Die Arbeitsökonomin von ZipRecruiter, Nicole Bachaud, sagte gegenüber USA TODAY, bei knappen Stellenangeboten verließen mehr Arbeitnehmer den Arbeitsmarkt ganz. Kory Kantenga, Leiter der Wirtschaftsforschung für die Amerikas bei LinkedIn, sagte, außerhalb des Gesundheitswesens habe die Einstellungstätigkeit sehr wenig Schwung. Der ADP National Employment Report vom 5. August zeichnete ein anderes Bild: Er schätzte, dass private Arbeitgeber im Juli 44.000 Stellen schufen, getragen von 36.000 Stellen im Bildungs- und Gesundheitswesen.

Der Employee Confidence Index von Glassdoor fiel im Juli auf einen Rekordtiefstand. Der Anteil der Beschäftigten mit positiver Geschäftsaussicht für die nächsten sechs Monate sank auf 43,5%. Challenger, Gray & Christmas meldete am 6. August, dass US-Arbeitgeber im Juli 33.429 Stellenstreichungen ankündigten, 27% weniger als im Juni und der niedrigste Monatswert seit zwei Jahren. Zum fünften Monat in Folge führte künstliche Intelligenz die Liste der Gründe an, die Unternehmen für Kürzungen nannten, überwiegend in der Technologie- und Transportbranche. Die angekündigten Einstellungspläne stiegen dagegen um 47% gegenüber Juni auf 16.095, den höchsten Wert seit 2022.

Zwei Enden derselben Enge

Für neue Absolventen ist die Lage schlechter, als es die Schlagzeile nahelegt. Laut CNBC bezifferte die Federal Reserve Bank of New York die Arbeitslosenquote von Hochschulabsolventen im Alter von 22 bis 27 Jahren zum Stand Juni 2026 auf 5,7%. Für diese Gruppe ist das ein voller Prozentpunkt mehr als zwei Jahre zuvor. Die Arbeitslosenquote aller jungen Arbeitskräfte lag bei 7,2%. Die Unterbeschäftigungsquote, also Absolventen in Jobs, die keinen Bachelorabschluss erfordern, erreichte bei frisch Graduierten 42% gegenüber 33,7% bei allen Hochschulabsolventen.

KI ist inzwischen Teil des Auswahlverfahrens. Eine von CNBC zitierte LinkedIn-Untersuchung ergab, dass 66% der Recruiter zu Beginn des Jahres 2026 den Einsatz von KI für Vorgespräche ausweiten wollten. 81% der Stellensuchenden gaben an, KI bei ihrer Suche genutzt zu haben oder nutzen zu wollen. Die National Association of Colleges and Employers fand im Frühjahr KI-Kenntnisse in 16,5% der Stellenbeschreibungen, nach 10,5% im Herbst zuvor. 28% der Arbeitgeber suchten Berufseinsteiger, die KI am Arbeitsplatz einsetzen können. Fast ein Drittel der Absolventen im Abschlussjahr gab in der NACE-Studentenumfrage 2026 an, KI-Kenntnisse würden für ihre Karriere wenig oder keine Bedeutung haben.

Ganz unten in der Spielebranche entfernen dieselben Werkzeuge die erste Sprosse der Leiter. Windows Central beschrieb unter Berufung auf einen Bericht von Rest of World, wie die Türkei auf ihrem Höhepunkt mehr als 800 Studios als Zulieferer für Nachwuchsentwickler aufbaute. Ein von Rest of World befragter Entwickler wechselte von einem großen Studio, das wöchentlich ein Spiel auslieferte, zur Gründung eines eigenen Betriebs. Dort brauchte er mit Claude Code für eine ähnliche Ausbringung nur zwei Mitarbeiter. Ein Direktor einer türkischen Universität rät Studierenden inzwischen, schon während des Studiums eigene Spiele zu bauen, statt auf eine Einstiegsstelle zu hoffen.

Im Handwerk läuft es in die andere Richtung. CNBC berichtete, dass Stellenanzeigen für Schweißer und Rohrschlosser im Jahresvergleich um 164% zulegten. ZipRecruiters Bachaud sagte, das durchschnittliche Mindestgehalt für Rechenzentrumsjobs sei um 125,1% auf fast 208.000 Dollar gestiegen. Gallup fand heraus, dass 70% der Amerikaner ein Rechenzentrum in ihrer Nachbarschaft ablehnen. Data Center Watch zählt mindestens 75 Projekte im Wert von rund 130 Milliarden Dollar, die in diesem Jahr blockiert oder verzögert wurden.

Die Politik folgt der Verunsicherung. Das Pew Research Center meldete am 16. September, dass 56% der Demokraten besorgter als begeistert über die wachsende Rolle von KI im Alltag seien, gegenüber etwa der Hälfte der Republikaner. 75% der Demokraten rechnen über 20 Jahre hinweg mit weniger Arbeitsplätzen durch KI, verglichen mit 68% der Republikaner.

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Quellen

5
  1. 01US economy loses 23,000 jobs in July as labor market weakensEN
  2. 02How recent grads and college students should be thinking about AI, the CV, and the job marketEN
  3. 03Turkey's AI dilemma, the impact on entry level jobs for game developmentEN
  4. 04The blue-collar AI job market is booming. Will data center backlash make it go bust?EN
  5. 05Pew: Democrats more worried than Republicans about AI's impact on jobsEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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