Versicherer verteidigen Fernüberwachung, die sie selbst einschränken wollten
UnitedHealth, CVS und Kaiser wehren sich gegen einen Medicare-Vorschlag, der Praxen zwingen würde, die Fernüberwachung mit eigenen Mitarbeitern durchzuführen. Genau dieses Feld wollte einer der Versicherer kürzlich nicht mehr bezahlen.

Die großen Krankenversicherer in den Vereinigten Staaten wehren sich gegen einen Vorschlag von Medicare. Er würde deutlich ändern, wie Ärzte die Überwachung des Patientenzustands mit vernetzten Blutdruckmessgeräten, Waagen und Glukometern abrechnen. Die Fernüberwachung von Patienten (RPM) hilft Kranken unter anderem bei Bluthochdruck, Diabetes und Herzinsuffizienz.
UnitedHealth Group, CVS Health und Kaiser Permanente haben Briefe an die Centers for Medicare and Medicaid Services geschrieben. Darin protestieren sie gegen den Vorschlag, nach dem die Versorgung bei der Fernüberwachung durch direkte Mitarbeiter der Praxis erfolgen müsste, die die Abrechnung ausstellt. In der Praxis wäre das ein Verbot, Subunternehmer einzusetzen. Alle diese Gruppen betreiben zugleich Versicherungsgeschäft und Versorgungseinrichtung.
Innerer Widerspruch
Der Widerspruch von UnitedHealth Group fällt besonders auf. Ihre Versicherungstochter UnitedHealthcare hat kürzlich versucht, die meisten Fernüberwachungen von Patienten nicht mehr zu bezahlen. Sie begründete das mit „unzureichenden Wirksamkeitsnachweisen“. Derselbe Konzern tritt also in zwei Rollen auf: als Kostenträger, der den Wert der Leistung infrage stellt, und als Versorgungseinrichtung, die das Abrechnungsmodell verteidigt.
Für Patienten zählt die Praxis, nicht die Politik. Fernüberwachung ist dort sinnvoll, wo sie eine Verschlechterung ohne Arztbesuch erkennbar macht. Bei einem Patienten mit Herzinsuffizienz etwa weist eine Gewichtsänderung auf eine Flüssigkeitseinlagerung hin. Wird die Leistung abgerechnet, aber von Dritten erbracht, stellt sich die Frage der Verantwortung: Wer reagiert auf den Alarm, wer dokumentiert, und wer haftet für das Ergebnis. Der Vorschlag der Behörde verschiebt diese Rolle zu der Praxis, die die Rechnung ausstellt.
Der Mechanismus betrifft nicht die Geräte selbst, sondern die Frage, wer ihre Betreuung abrechnen darf. Der Patient kann Blutdruck oder Gewicht weiterhin zu Hause messen. Der Streit dreht sich darum, ob ein externes Unternehmen die Daten empfangen und auswerten darf oder ausschließlich das Personal der Praxis. In einem Modell, in dem Versorgung zunehmend als Dienstleistung eingekauft wird, entscheidet dieser Unterschied darüber, wer den Kontakt zum Kranken hält und wer das Risiko trägt, wenn ein Alarm übersehen wird.
Parallel bewirbt die Behörde das Programm ACCESS. Darin zahlt sie für das Management chronischer Erkrankungen und rechnet nach Ergebnis ab. Die Richtung ist einheitlich: Medicare versucht, den Akzent von der Zahl der erbrachten Leistungen auf deren Wirkung zu verlagern. Das Problem ist, dass die Werkzeuge, mit denen diese Wirkung erreicht werden soll, gleichzeitig widersprüchlichen regulatorischen Signalen ausgesetzt sind.
Für Patienten ist die praktische Folge begrenzt: Das Gerät funktioniert ohnehin, und die Daten landen ohnehin in den Akten. Es ändert sich jedoch die Zahl der Stellen, die sie auswerten und abrechnen können. Das wirkt sich darauf aus, wie schnell dem Kranken jemand antwortet, der seine Geschichte kennt.
Quellen
2- 01UnitedHealth, CVS push back on Medicare plan to curb remote patient monitoringEN
- 02Medicare to expand pilot that pays for technology to manage chronic diseasesEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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