NCSC warnt: KI-gestützte Ransomware dürfte 2028 kritische Infrastruktur im Vereinigten Königreich treffen
Am 3. November veröffentlichte das britische National Cyber Security Centre seinen Jahresbericht. Darin warnt die Behörde, dass KI-gestützte Schadsoftware mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2028 in einem Ransomware-Angriff auf die kritische nationale Infrastruktur Großbritanniens eingesetzt wird.

Die Warnung für 2028
Die Einschätzung ist eine Prognose, keine Nachbetrachtung. Das NCSC formuliert sie als Warnung davor, wohin sich die Bedrohung entwickelt. Es ist kein Bericht über einen Angriff, der bereits stattgefunden hat.
Für die Menschen, die Krankenhäuser, Stromnetze, Wasserwerke und Schulnetze betreiben, geht es um Geschwindigkeit. Automatisierung könnte Angreifern helfen, mehr Ziele zu prüfen, Schadcode schneller zu schreiben und Einsätze in einem Umfang zu fahren, der kleine Sicherheitsteams überfordert. An keiner Stelle des Berichts heißt es, ein KI-gesteuerter Ransomware-Angriff auf die Infrastruktur Großbritanniens habe bereits stattgefunden.
Die Behörde hält es für wahrscheinlich, dass Kriminelle KI nutzen, um Ransomware-Kampagnen, Social Engineering und das Ausnutzen von Schwachstellen schneller und billiger zu machen. Sie rechnet damit, dass Angreifer Open-Source-Werkzeuge umfunktionieren, die für legitime Sicherheitsforschung entwickelt wurden. Damit ließe sich Arbeit automatisieren, die sie ohnehin von Hand erledigen.
Der Bericht stellt getrennt davon fest, China sei am besten aufgestellt, um fortgeschrittene KI-Fähigkeiten gegen kritische Infrastruktur und andere strategische Ziele einzusetzen. Das ist eine Einschätzung zur staatlichen Bedrohung. Sie steht neben der Ransomware-Prognose zum kriminellen Einsatz von KI.
Ein mutmaßlicher agentischer Kreislauf
Forscher von Bitdefender glauben, dass ein Affiliate der 3AM-Ransomware KI-generierte Befehle und einen automatisierten agentischen Kreislauf gegen eine Schullandschaft im Vereinigten Königreich eingesetzt haben könnte. Der Angreifer verschlüsselte rund 37 von fast 50 Rechnern, die von einem nicht verwalteten Host aus erreichbar waren.
Die Schlussfolgerung stützt sich auf das Verhalten, nicht auf mitgeschnittene Werkzeuge. Die Befehle wiederholten sich bei jedem Versuch mit leichten Abweichungen. Sie kamen in ziemlich regelmäßigen Abständen von 40 bis 100 Sekunden. Für die Forscher sah das nach einem agentischen Kreislauf aus. Bitdefender konnte nicht auf den Rechner zugreifen, von dem aus der Angreifer arbeitete. Deshalb ließ sich das Sprachmodell nicht dokumentieren. Auch war nicht zu klären, ob das Modell lokal oder aus der Ferne lief. Ebenso wenig, ob ein Mensch Anweisungen zwischen dem Implantat und dem Modell hin und her kopierte.
Der Eindringversuch erstreckte sich vom 10. bis 19. September. Wie der Angreifer hineinkam, konnte Bitdefender nicht klären. Vor dem Verschlüsseln holte sich der Akteur Zugangsdaten von drei Veeam-Backup-Servern. Außerdem legte er zwei Backdoor-Konten mit Domänenadministrator-Rechten an.
Ransomware nimmt bereits zu
Welche Rolle KI auch spielt, die Ausgangslage steigt. NCC Group verzeichnete im dritten Quartal 2026 2.865 Opfermeldungen zu Ransomware. Das sind mehr als die 2.325 im Quartal davor, ein Plus von 23%.
Das Monatsbild ist unklarer. Im September gingen die Angriffe um 26% auf 821 zurück. Nordamerika meldete 390, Europa 211. Auf den Industriesektor entfielen 29% der Angriffe im Quartal. Qilin blieb mit 365 Opfern zum sechsten Quartal in Folge die aktivste Gruppe. Sie lag vor The Gentlemen mit 356 und INC Ransom mit 109.
Verteidigung beginnt weiterhin mit dem Einfachen
Das NCSC stellte Cyber Shield vor, eine Initiative für ein agentisches Ökosystem zur Cyberverteidigung über Regierung, Wirtschaft und Wissenschaft hinweg. Geplant ist die Zusammenarbeit mit dem Department for Culture, Media and Sport an einer grundlegenden Plattform. Herausforderungen sollen zeigen, wo KI-Agenten die Geschwindigkeit und Reichweite der Verteidigung tatsächlich verbessern. Die Behörde räumt ein, dass technische und politische Hürden bleiben, bevor autonome Verteidigung im nationalen Maßstab funktioniert.
Der unmittelbare Rat ist schlichter. Wissen, welche Systeme exponiert sind. Verwundbare Software aktuell halten. Den Zugriff auf sensible Daten kontrollieren. Planen, wie wesentliche Dienste einen Vorfall überstehen.
Quellen
14- 01UK Cyber Agency Warns AI Ransomware Could Hit Critical Infrastructure by 2028EN
- 02UK school estate hit by 3AM ransomware in suspected AI-assisted attackEN
- 03Report: Global Ransomware Attacks Rise 23% in Q3EN
- 04Ted Schlein’s Ballistic Ventures seeks $490M for new funds amid AI-driven cybersecurity boomEN
- 05heise-Angebot: iX-Workshop: Nach dem Ransomware-Angriff – sicher entscheiden und kommunizierenEN
- 06CyberKord raises €2.7M to automate IT and cybersecurity operations with AIEN
- 07Chip Industry Technical Paper Roundup: Nov. 3EN
- 08Synology NAS Devices Targeted in Ransomware Attacks Exploiting Patched DSM FlawEN
- 09Self-Employed? Solopreneur? NIST Has a Cybersecurity Guide Just for YouEN
- 10What Europe Can Learn From China If It Wants To Save Its IndustryEN
- 11Heirs Technologies Releases 2026 Cybersecurity Report, Highlighting Growing Threats to Africa’s Digital Economy - NairametricsEN
- 12Privacy and Data Governance in Healthcare: What the Industry Needs To Know - Florida Hospital News and Healthcare ReportEN
- 13AI, fuelled by advanced chips, set to power semiconductor manufacturing: industry veteranEN
- 14ASRock Industrial AI Box-A395 Review: Taking Strix Halo to WorkEN
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Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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