Quint Computing sammelt 9,1 Millionen Euro ein, um Quantenfehler in der Hardware anzugehen
Quint Computing hat am 3. November mitgeteilt, dass das Unternehmen in einer ersten Finanzierungsrunde unter Führung von Vsquared 9,1 Millionen Euro einsammelt. Dazu kommt ein separater Pathfinder-Zuschuss des Europäischen Innovationsrats von 2,2 Millionen Euro.

Die 9,1-Millionen-Runde und der 2,2-Millionen-Zuschuss
Das Erlanger Unternehmen gab die Runde am 3. November bekannt.
Quantonation, Nucleus Capital, Faber, Vanagon Ventures und ZOHO.VC beteiligten sich an der Runde, dazu Branchenexperten wie Prof. Mikko Möttönen, Gründer von IQM und QMill. Zusätzlich gewann das Unternehmen einen Pathfinder-Zuschuss des Europäischen Innovationsrats von 2,2 Millionen Euro, eine von der Eigenkapitalrunde getrennte Förderung. tech.eu berichtete am 3. November, Quint wolle mit dem Geld das Forschungs- und Entwicklungsteam ausbauen, den Prozessor voranbringen und erste industrielle Einsatzprojekte angehen. Fehlerraten sind der Grund, warum Quantenmaschinen noch immer in Laboren stehen. Eine Lösung auf Hardwareebene würde Kosten und Skalierung für Käufer verändern und darüber entscheiden, ob aus Europas Forschungsbasis Produkte werden.
Quint wurde im Oktober 2025 gegründet. Die Gründer sind die Physiker Michael Hartmann und Christopher Eichler sowie der Ökonom Jona Stinner. Das Unternehmen entstand aus der Forschung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und gehört zum Ökosystem des Munich Quantum Valley. Quantum Zeitgeist berichtete, die 9,1 Millionen Euro seien die bisher größte Anschubfinanzierung für ein deutsches Quantencomputer-Unternehmen. Dem Bericht zufolge will Quint bis 2028 rund 40 Mitarbeiter beschäftigen.
Warum Fehlerkorrektur das Nadelöhr ist
Der Pitch von Quint ruht auf einer Behauptung. Kein Quantencomputer arbeite heute mit Fehlerraten, die für breite industrielle Nutzung niedrig genug seien, sagt das Unternehmen. Nützliche Anwendungen brauchen Milliarden Operationen, und Qubits lassen sich leicht stören.
Bestehende Korrekturverfahren haben ihren Preis. Sie verlangen viel zusätzliche Hardware, sie bremsen die Maschine aus, oder sie setzen auf Technik, die es noch nicht gibt. Quint sagt, seine patentierte supraleitende Chiparchitektur beseitige einen erheblichen Teil der Fehler innerhalb einzelner Schaltkreiselemente, statt Algorithmen hinterher aufzuräumen. Vollständig umgesetzt, so die Behauptung, würde das Design Komplexität, Hardware-Overhead und Energieverbrauch um den Faktor 100 senken und dabei die Taktrate hoch halten. Das ist eine Prognose. Christopher Eichler, Mitgründer und CEO, beschrieb die Arbeit als Rennen. "Das Rennen um kommerziell nutzbare Quantencomputer nimmt Fahrt auf", sagte er in der Mitteilung. "Quint hat einen klaren Fahrplan, um die Entwicklung der nötigen Technologie zu beschleunigen." Als Zielmärkte nennt das Unternehmen Pharmazie, Chemie, Logistik und Fertigung.
Europas Forschungsvorsprung, die Finanzierungslücke
Europas öffentliche Investitionen in Quantentechnologien haben laut Quantum Zeitgeist etwa 10.000.000.000 Dollar erreicht.
Damit liegt Europa hinter China und vor den Vereinigten Staaten, berichtete Quantum Zeitgeist. Auf Europa entfallen rund 44 Prozent der weltweiten Quantenpatente. Der Kontinent beherbergt außerdem 21 nationale Quantenanlagen in Hochleistungsrechenzentren, etwa zwei Drittel der weltweiten Gesamtzahl. Die Vereinigten Staaten haben zwei. Beim privaten Kapital zeigt sich ein anderes Bild. Bis einschließlich 2024 kamen europäische Unternehmen auf knapp über 12 Prozent der offengelegten weltweiten Quantenfinanzierung, gegenüber 44 Prozent bei US-Unternehmen, berichtete Quantum Zeitgeist. Der kommende EU Quantum Act soll diese Lücke mit Fertigungskapazität, frühen Kunden, Wachstumskapital und Koordination verkleinern.
Ein Seed-Scheck über 9,1 Millionen Euro bewegt keinen öffentlichen Etat von 10.000.000.000 Dollar. Er testet, ob ein Spin-off aus dem Labor Hardware verkaufen kann.
Die Börse setzt den Zeitrahmen
IQM, das finnische Unternehmen für supraleitende Quantencomputer, gibt ein Gefühl für die Uhr. Es nahm am 2. Juli den Handel am Nasdaq Global Select Market auf und wurde später an der Nasdaq Helsinki gelistet.
Die erste Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen, über die TradingView berichtete, wies einen Auftragsbestand von über 102.000.000 Euro nach dem zweiten Quartal aus. Das war ein Anstieg von 69.100.000 Euro zum Ende des zweiten Quartals. Der Umsatz im ersten Halbjahr lag bei 8.900.000 Euro, bei einem operativen Verlust von 60.500.000 Euro im gleichen Zeitraum. IQM hielt nach der Notierung am 2. Juli 309.400.000 Euro in Bargeld. Das Management erklärte, die Mittel reichten für einen Finanzierungshorizont bis zum zweiten Quartal 2028. Die Prognose für 2026 von 42.000.000 Euro bis 47.000.000 Euro Umsatz und 65.000.000 Euro bis 75.000.000 Euro Auftragseingang wurde bestätigt.
Der Lieferplan ist der Teil, auf den Käufer schauen. IQM zufolge dauert es bei Systemen mit mehr als 54 Qubits 1,5 bis zwei Jahre vom Auftragseingang bis zur Umsatzrealisierung. Systeme mit bis zu 54 Qubits können in unter sechs Monaten ausgeliefert werden.
Was Quint als Nächstes tut
Gesucht sind Fachleute für Chipdesign, Fertigung, Fehlerkorrektur und Anwendungen.
Der Beirat bringt Branchengewicht mit. Ihm gehören Florian Marquardt vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, der frühere Infineon-Vorstandschef Reinhard Ploss und Markus Hoffmann an, früher bei Google Quantum AI, berichtete HPCwire. Was fehlt, ist ein Datum. Quint hat nicht gesagt, wann seine Architektur kommerziell verfügbar sein wird, und keinen Lieferplan für Kunden veröffentlicht. Bis dahin bleibt die Behauptung vom Faktor 100 ein Ziel und keine Produktspezifikation.
Quellen
26- 01Quint Computing raises €9.1M to scale quantum computing technologyEN
- 02Quint Computing Raises €9.1M to Advance Fault-Tolerant Quantum ComputingEN
- 03Quantum error correction firm Quint Computing raises €9.1mnEN
- 04IQM Quantum Computers Q2 Earnings Call HighlightsEN
- 05Europe's $10 Billion Quantum Spend Trails Only ChinaEN
- 06Foxconn Aims to Become the World’s Largest Quantum Computer MakerEN
- 07Amaravati Set for Quantum Computing Milestone as IBM Facility Nears HandoverEN
- 08Foxconn details quantum ambitions, wants to become world’s “largest quantum computer manufacturer”EN
- 09IEEE Computer Society Chapter Offers Webinars With Industry ExpertsEN
- 10Anthropic is still grappling with the economics of computeEN
- 11Quantum Interconnects Link Two 120-Qubit Processors (IBM Research)EN
- 12 OpenAI considers rebranding data centers to 'AI compute campuses" as data center backlash intensifies EN
- 13ARIA’s Scaling Inference Lab Deploys Lumai’s Optical Compute TechEN
- 14Canada’s Quantum Sector Sets Sights on CommercializationEN
- 15Asian Cybersecurity in the Age of AI and Quantum ComputingEN
- 16Circumventing the Computational Hardness of Computational ArbitrageEN
- 17Cross-Interface Authorization for AI Computer-Use AgentsEN
- 18Quanshium AI Core develops indigenous quantum-secure drone technology - Business StandardEN
- 19SoftBank teams up with five Japanese firms to build quantum-based platformEN
- 20TeamViewer Flaw Lets Remote Computers Attack Users Who Connect to Control ThemEN
- 21Swinney hails financial services in milestone year - Daily BusinessEN
- 22Lumen redefining networking for AI and quantum eras with three new initiativesEN
- 23NVision and HyperLight Partner to Develop Photonic Quantum Chips - The Quantum InsiderEN
- 24ZTE up 7% after AI pivot, computing surge drive massive increase in third-quarter profitEN
- 25Kazakhstan Expands Compute for Its AI FutureEN
- 26Summer of Quantum: Building momentum for space-based QKDEN
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