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Lilly verklagt sechs Verkäufer von nicht zugelassenem Retatrutid und fordert Zahlungsdienstleister zum Sperren auf

Eli Lilly hat am 12. August 2026 sechs Klagen gegen US-Unternehmen eingereicht. Der Vorwurf: Sie verkaufen Schwarzmarktversionen von Retatrutid, dem experimentellen Adipositas-Medikament des Konzerns, das keine Behörde zugelassen hat. Zugleich drängte das Unternehmen Zahlungsdienstleister, die Verkäufer zu sperren.

GesundheitErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 29
Lilly verklagt sechs Verkäufer von nicht zugelassenem Retatrutid und fordert Zahlungsdienstleister zum Sperren auf

Keine Zulassungsbehörde weltweit hat ein Retatrutid-Produkt genehmigt. Lilly richtet seine Forderung an Kartennetzwerke, Zahlungsabwickler und Marktplätze. Die könnten Verkäufer schneller ausschalten, als es sechs Verfahren vermögen, berichtete Business Model Analyst. Die Unternehmen reagierten am Mittwoch nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme, meldete CBS News.

In einer Verlängerungsstudie der Phase 3 verloren Teilnehmer mit einem Ausgangs-BMI von mindestens 35 nach 104 Wochen mit der höchsten Dosis durchschnittlich 30,3 Prozent ihres Körpergewichts, berichtete Labroots.

Sechs Verfahren, fünf davon in Texas

Fünf der sechs Beklagten sitzen in Texas. Vier treten unter einem Peptidnamen auf, eines ist eine Apotheke und eines ein Med Spa, berichtete Business Model Analyst.

Lilly reichte in zwei Bundesstaaten und vier Bundesbezirken Klage ein. Verklagt wurden Astra Peptides und Texas Peptides im Western District of Texas, Legendary Peptides im Eastern District sowie Striker Pharmacy und Lone Star Peptide im Southern District. Aesthetic Envy, ein Med Spa aus Kalifornien, wird im Northern District of California verhandelt.

Vier Firmen bewerben das Medikament „for research use“ ohne Rezept: Astra Peptides, Legendary Peptides, Texas Peptides und Lone Star Peptide, berichtete CBS News. Der Vorwurf ist in allen sechs Schriftsätzen gleich: Die Beklagten verkaufen Produkte, die nur für Forschungszwecke gekennzeichnet sind, obwohl sie sie für den menschlichen Verzehr bestimmen und entsprechend vermarkten. David A. Hyman, Chief Medical Officer von Lilly, sagte, was auf dem Schwarzmarkt verkauft werde, sei kein Medikament. Es sei ungeprüft, nicht zugelassen und das Risiko nicht wert, sagte er.

Die Forderung hinter den Klagen

Die Klagen sind der kleinere Teil der Ankündigung. Lilly überschrieb seine eigene Mitteilung mit „Lilly calls on online platforms, payment companies and regulators to shut down the illegal retatrutide black market“. Die Verfahren standen darunter in der Zeile mit den Eckdaten, bemerkte Business Model Analyst.

Lilly gab an, mehr als 14.000 Websites, Anzeigen, Social-Media-Beiträge und Produkteinträge bei Internetanbietern, Plattformen und E-Commerce-Firmen in mehr als 100 Ländern gemeldet zu haben. Mehr als 200 Personen und Unternehmen habe man an die FDA, das Justizministerium, Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten, Strafverfolgungsbehörden und Zulassungsstellen verwiesen. Einige dieser Empfänger hätten die Inhalte trotzdem weiter verbreitet, sagte das Unternehmen.

Business Model Analyst brachte die Lücke auf den Punkt: Zahlungswege erreichen 14.000 Einträge an einem Nachmittag, sechs Klagen werden das nie schaffen.

Max Denning, Associate Vice President bei Lilly, sagte CBS News, die Ware stamme von „overseas manufacturers“. „Das ist ein globales Problem, und es ist ein enormes“, sagte er. „Sechs Klagen werden nicht die Lösung für alles sein, aber sie sind ein Anfang.“

Warum klagen wegen eines Medikaments, das Lilly noch nicht verkaufen darf

Retatrutid wird in Phase-3-Studien gegen Adipositas, Typ-2-Diabetes und verwandte Erkrankungen geprüft. Lilly bezeichnete das Medikament als „entirely unverified, unapproved and not worth the risk“. In einer Studie führte es bei adipösen Patienten über 80 Wochen zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 28,3 Prozent; in einer anderen verloren übergewichtige oder adipöse Patienten mit Diabetes über 80 Wochen durchschnittlich 20,8 Prozent.

Lilly will das Medikament im ersten Quartal 2027 bei der FDA zur Zulassung einreichen. Einige Analysten erwarten Spitzenumsätze von bis zu 25.000.000.000 Dollar pro Jahr.

Die Schriftsätze beschreiben zwei Arten von Schaden. Im Fall gegen Striker Pharmacy heißt es, Verbraucher wechselten „from Lilly's FDA-approved medicines to illegal retatrutide products, citing purported lower costs and perceived superior efficacy“. Schlechte Reaktionen auf diese Produkte würden, so argumentiert das Unternehmen, mit dem eigenen Medikament in Verbindung gebracht und den Markt für Retatrutid-Arzneimittel vergiften. Gegen Aesthetic Envy wirft Lilly dem Med Spa vor, mit Retatrutid zu werben, ohne offenzulegen, dass es weder von der FDA noch von einer anderen Behörde zugelassen ist. Striker führt Retatrutid öffentlich nicht als Produkt.

Das Drehbuch von Tirzepatid

Lilly hat dieses Stück schon einmal gespielt. Tirzepatid stand rund zwei Jahre auf der Mangel-Liste der FDA, was zusammengesetzte Kopien nach der Ausnahme für Lieferengpässe legal machte.

Im Juni 2024 verklagte Lilly sechs Wellness-Zentren und Med Spas, zusätzlich zu mehr als zwei Dutzend, gegen die der Konzern bereits vorgegangen war. Die FDA erklärte den Mangel im Dezember 2024 für behoben, womit die rechtliche Grundlage für massenhaftes Compoundieren entfiel. Im April 2025 verklagte das Unternehmen Strive und Empower, dann vier Telemedizin-Firmen darunter Mochi Health, Willow Health, Fella Health und Henry Meds, und verschickte etwa 50 Abmahnungen. Business Model Analyst kommt zu dem Schluss, dass Lilly diesen Streit auf dem Papier gewann und der Markt nicht schrumpfte.

Wie es weitergeht

Lone Star Peptide, Texas Peptides und Aesthetic Envy nahmen Webseiten mit Werbung für Retatrutid offline, berichtete CBS News.

Die FDA hat erklärt, Retatrutid dürfe für den Verbrauchergebrauch nicht rechtmäßig compoundiert werden. Bis zur Einreichung bleibt das Medikament in der Prüfphase und ist nicht als zugelassene Behandlung erhältlich. Der nächste feste Termin ist das erste Quartal 2027, wenn Lilly die Zulassung beantragen will.

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Quellen

29
  1. 01Eli Lilly takes aim at illicit market for its experimental weight-loss drugEN
  2. 02Pharmalittle: We're reading about Lilly 'black market' lawsuits, pushback over Trump vaccine plan, and moreEN
  3. 03Eli Lilly tries to stop GLP-1 copycatsEN
  4. 04Lilly Filed Six Lawsuits Against 14,000 Listings. The Real Target Is the Payment LayerEN
  5. 05Lilly Targets Black Market Sales of New Obesity DrugEN
  6. 06Could Retatrutide Be Worth $10 Billion to Eli Lilly?EN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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