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Speicherpreise setzen Apple unter Druck, während Mac-Verkäufe einen Rekord aufstellen und Huawei Käufer auf den Graumarkt schickt

Apple hat im Geschäftsjahr 2026 mehr Macs verkauft als je zuvor. Doch in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am Montag warnte der neue Vorstandsvorsitzende, die Speicherpreise seien "beispiellos" und würden die Bruttomarge im Dezemberquartal auf 45 bis 46 Prozent drücken.

WirtschaftAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 3. November 20263 Min. LesezeitQuellen 6
Speicherpreise setzen Apple unter Druck, während Mac-Verkäufe einen Rekord aufstellen und Huawei Käufer auf den Graumarkt schickt

Die Telefonkonferenz zum vierten Geschäftsquartal am Montag war die erste, seit John Ternus das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernommen hat. Ein Teil davon drehte sich um die Kosten für Speicher, nicht um die Produkte. "Was wir derzeit bei den Speicherpreisen sehen, ist beispiellos", sagte Ternus laut The Register zu Analysten.

Die Zahlen hinter der Warnung sind konkret. Apple erlöste im Septemberquartal 10.800.000.000 Dollar mit Macs, 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Juniquartal waren es 10.350.000.000 Dollar, ein Plus von fast 29 Prozent. Das MacBook Neo und das MacBook Pro trugen den größten Teil dazu bei. "Wir haben in einem Geschäftsjahr noch nie so viele Macs verkauft wie diesmal", sagte Ternus. Finanzchef Kevan Parekh sagte, die Bruttomarge sei zwischen dem Juni- und dem Septemberquartal um rund einen Prozentpunkt gesunken, ohne die Auswirkungen der Zölle. Die Speicherkosten verursachten den gesamten Rückgang. Apple erwartet, dass der Wert im Dezember von 47,9 Prozent auf 45 bis 46 Prozent fällt.

Das Angebot ist die Grenze, nicht die Nachfrage

Betriebschef Sabih Khan sagte, Apple sei im Septemberquartal bereits bei iPhone, Mac und iPad an Angebotsgrenzen gestoßen. Begrenzte Kapazitäten in der Fertigung fortgeschrittener Chips waren weitgehend die Ursache. Speicher ist inzwischen das größere Problem. "Für das Dezemberquartal erwarten wir Einschränkungen bei Mac und iPad, vor allem wegen des Speichers, denn die Nachfrage war höher als erwartet", sagte Khan laut The Register.

Das Unternehmen versucht, sich freizukaufen. Ternus sagte, die Fertigungsverpflichtungen seien zwischen Juni und September um 33.000.000.000 Dollar gestiegen. Wann sich die Knappheit entspannt, sagte er nicht. Parekh sagte, Apple habe die Hardwarepreise "widerstrebend" angehoben. Die Erhöhungen betrafen im Juni Macs und iPads und im September iPhones. Wegen der Angebotsengpässe sei es zu früh, um zu beurteilen, wie die Kunden darauf reagieren, sagte er.

Der Druck beschränkt sich nicht auf Cupertino. The Decoder berichtete am Dienstag unter Berufung auf The Information, Huawei rate einigen Kunden, Speicher für seine KI-Chips selbst zu beschaffen. Damit werden Käufer faktisch auf den Schwarzmarkt gedrängt. Schmuggler bringen High-Bandwidth-Speicher über Hongkong nach China, indem sie ihn mit einfachen Prozessoren bündeln. Ein Makler in Shenzhen sagte The Decoder, geschmuggeltes HBM3E koste inzwischen rund 4.000 Dollar pro Einheit, vor einem Jahr waren es noch ein paar hundert Dollar. Jeder KI-Chip braucht sechs bis acht Einheiten. Huawei will den Ascend 960DT Anfang nächsten Jahres auf den Markt bringen. US-Exportregeln blockieren Direktkäufe bei Samsung und SK Hynix, die laut The Decoder zusammen über 80 Prozent des weltweiten HBM-Markts kontrollieren. Die südkoreanische Zollbehörde hatte bis Mai Handelsverstöße im Wert von 560.000.000 Dollar registriert, bereits mehr als der bisherige Jahresrekord. Ein Drittel davon betraf strategische Güter wie Chips.

Andernorts landen die Chips in Autos und Fabriken

Die Nachfrageseite wächst weiter. Bosch kündigte heute an, sein Halbleitergeschäft ab Januar 2028 in eine eigene Sparte zu überführen. Das Unternehmen peilt bis 2030 rund 5.000.000.000 Euro Umsatz mit Chips an und will seine Fabriken für externe Kunden in Robotik, Fabrikautomation und KI-Rechenzentren öffnen, berichtete The Next Web. Bosch hält 10 Prozent an ESMC, dem von TSMC geführten Joint Venture, das in Dresden eine Fabrik baut. Außerdem investiert das Unternehmen rund 2.000.000.000 Dollar, um seinen Standort Roseville in Kalifornien auf Siliziumkarbid umzustellen.

In China schätzte der Verband der chinesischen Personenkraftwagen am Dienstag, dass die Großhandelsverkäufe neuer Energie-Pkw im Oktober mit 1.800.000 Einheiten einen Rekord erreichten, 12 Prozent mehr als im Vorjahr, wie CnEVPost berichtete. BYD führte mit 483.125 Einheiten, vor Geely mit 213.165, Chery mit 134.471, Changan mit 122.422 und Leapmotor mit 103.021. Tesla China verkaufte im Oktober 67.829 Fahrzeuge im Großhandel, der niedrigste Wert seit Februar, laut CnEVPost.

Der Druck wirkt in beide Richtungen. SCMP berichtete am Montag, dass kleinere chinesische Autohersteller unter wachsendem Druck stehen, während BYD und Geely Verkaufsrekorde erzielen. Für Käufer von Unterhaltungselektronik ist die kurzfristige Lesart einfacher. Rekordabsätze und steigende Preise fallen zusammen, und die Speicherrechnung ist der Grund.

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Quellen

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  1. 01Apple's Mac business is booming, but the memory market has other plansEN
  2. 02Huawei tells customers to find their own AI chip memory, effectively outsourcing procurement to the black marketEN
  3. 03Bosch gives chips their own division, eyeing €5bn in sales by 2030EN
  4. 04CPCA estimates China's October NEV wholesale sales at record 1.8 millionEN
  5. 05Tesla China October wholesale sales total 67,829, lowest since FebruaryEN
  6. 06As BYD and Geely hit sales highs, pressure mounts on China's smaller carmakersEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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