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TSMC meldet Rekordquartal, Micron warnt vor weiterhin knappem DRAM-Angebot

TSMC hat im vierten Quartal einen Rekordnettogewinn von 505,7 Milliarden NT-Dollar erzielt, rund 16 Milliarden US-Dollar und 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Micron erklärte zugleich, nur die Hälfte bis zwei Drittel der Nachfrage seiner wichtigsten Speicherkunden bedienen zu können.

WirtschaftNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 27. September 20263 Min. LesezeitQuellen 2
TSMC meldet Rekordquartal, Micron warnt vor weiterhin knappem DRAM-Angebot

Zwei der wichtigsten Zulieferer der Chipbranche haben in diesem Quartal ihre Zahlen vorgelegt. Sie zeigen in dieselbe Richtung: Der Ausbau der KI verschlingt weiterhin schneller Kapazität, als neue hinzukommt.

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company teilte am Donnerstag mit, der Nettogewinn habe im Quartal 505,7 Milliarden NT-Dollar erreicht, rund 16 Milliarden US-Dollar. Das sind 35 Prozent mehr als im Vorjahr und mehr, als Analysten erwartet hatten, wie Ars Technica berichtet. Der Umsatz lag bei 33,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 25,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von fast 30 Prozent. Die Investitionen sollen in diesem Jahr zwischen 52 und 56 Milliarden US-Dollar liegen, nach 40,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.

In der Telefonkonferenz sagte CEO C.C. Wei den Investoren, er habe sich vor der Freigabe der höheren Ausgaben direkt bei den Cloud-Anbietern erkundigt.

"I want to make sure that my customers' demand are real. So I talked to those cloud service providers, all of them," Wei said. "The answer is that I'm quite satisfied with the answer. Actually, they show me the evidence that the AI really helps their business."

Zum langfristigen Bild äußerte sich Wei deutlicher und zugleich unsicherer. "So another question is 'can the semiconductor industry be good for three, four, five years in a row?' I'll tell you the truth, I don't know. But I look at the AI, it looks like it's going to be like an endless, I mean, that for many years to come," sagte er laut Ars Technica.

Dieser Optimismus steht monatelangen Blasen-Diskussionen gegenüber. Google-CEO Sundar Pichai warnte im November vor "Irrationalität" im KI-Markt. OpenAIs Sam Altman räumte im August ein, die Investoren seien "überdreht" und "jemand" werde eine "phänomenale Summe Geld" verlieren.

TSMC fertigt Chips für Apple, Nvidia, AMD und Qualcomm. Sein Auftragsbuch zeigt also, was diese Designer erwarten. Die Zahlen kamen am selben Tag, an dem die USA und Taiwan ein Handelsabkommen abschlossen. Es senkt die Zölle auf taiwanische Waren von 20 auf 15 Prozent. Taiwanische Unternehmen sagen im Gegenzug 250 Milliarden US-Dollar an direkten Investitionen in den USA zu. TSMC beschleunigt den Ausbau seiner Fabs in Arizona entsprechend.

Der Speicher ist die härtere Grenze

Eine Ebene tiefer sieht das Angebotsbild schlechter aus. Micron meldete in seiner ersten Telefonkonferenz nach dem Ende der Consumer-Marke Crucial einen Rekordquartalsumsatz von 13,64 Milliarden US-Dollar, fast 57 Prozent mehr als im Vorjahr. Die DRAM-Knappheit werde über 2026 hinaus anhalten, erklärte das Unternehmen, wie Tom's Hardware am 20. Dezember berichtete.

CEO Sanjay Mehrotra sagte, Micron werde voraussichtlich nur "die Hälfte bis zwei Drittel" der Nachfrage seiner wichtigsten Kunden decken, selbst mit neuer Kapazität. Das Unternehmen baut zwei Fabs in Idaho, die erste soll Mitte 2027 Chips produzieren. Anfang 2026 will Micron den Bau einer Fab in New York beginnen, die Produktion soll um 2030 anlaufen.

HBM trägt zur Verknappung bei: Es braucht dreimal so viel Waferfläche wie DDR5. Micron erwartet, dass der adressierbare Gesamtmarkt für HBM bis 2028 100 Milliarden US-Dollar erreicht, mehr als der gesamte DRAM-Markt im Kalenderjahr 2024.

Für PC-Bauer schlägt das auf den Preis durch. Die Kosten für DDR5 sind stark gestiegen, und die Zulieferer sind sich uneinig, wann das endet. Der GPU-Anbieter Sapphire sagt, die Preise würden sich innerhalb von sechs bis acht Monaten stabilisieren. Kingston sagt, sie würden "weiter steigen".

Die eigenen Kunden von Micron, so Mehrotra, seien "besorgt über den langfristigen Zugang zum Speicher". Das ist ein Warteschlangenproblem, kein Nachfrageproblem. Und es entspricht in etwa dem, was TSMC vom anderen Ende der Kette beschreibt.

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Quellen

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  1. 01TSMC says AI demand is "endless" after record Q4 earningsEN
  2. 02Micron outlines grim outlook for DRAM supply in first earnings call since killing Crucial memory and SSD brandEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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