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Türkische Inflation steigt im Oktober auf 29,77 Prozent

Die jährliche Inflationsrate der Türkei ist im Oktober von 29,73 Prozent im September auf 29,77 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt TurkStat am 3. November mit. Damit blieb die Teuerung den zweiten Monat in Folge unter 30 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen im Monatsvergleich jedoch um 2,58 Prozent, den höchsten Wert seit sechs Monaten.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 36
Türkische Inflation steigt im Oktober auf 29,77 Prozent

Der auf zwölf Monate gerechnete Durchschnitt, nach dem Mietsteigerungen berechnet werden, fiel von 31,49 Prozent im September auf 31,23 Prozent, wie TurkStat-Daten zeigen. Die Preise lagen 27,52 Prozent über dem Stand vom Dezember 2025. Die 29,73 Prozent im September waren der erste Wert unter 30 Prozent seit November 2021.

Ein zweiter Monat unter 30 Prozent, doch die Monatsrate springt

Beide Werte lagen über den Prognosen. Die Jahresrate übertraf einen Konsens von 29,56 Prozent, der Monatswert lag über dem Ergebnis einer Reuters-Umfrage von 2,4 Prozent, berichtete Finimize.

Die Türkei blieb unter den fünf Ländern mit der höchsten jährlichen Inflationsrate weltweit, meldete Bianet, hinter Venezuela mit 466 Prozent, Iran mit 87,9 Prozent, Südsudan mit 58,21 Prozent und Argentinien mit 33,4 Prozent.

Kleidung und frische Lebensmittel trieben den Monatssprung

Kleidung und Schuhe verteuerten sich im Monatsvergleich um 12,58 Prozent, der stärkste Anstieg unter den wichtigsten Ausgabenkategorien, berichtete Bianet. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen um 3,50 Prozent und trugen 0,84 Prozentpunkte zur Monatsinflation bei. Verkehr trug 0,36 Punkte bei, Wohnen 0,34 Punkte. Im September hatten Nahrungsmittel 0,05 Punkte von der Monatsrate abgezogen, berichtete Hürriyet Daily News. Frisches Obst und Gemüse verteuerten sich um 14,66 Prozent, frisches oder gekühltes Blatt- und Stängelgemüse um 71,79 Prozent. Auf Jahressicht lag die Lebensmittelinflation bei 27,73 Prozent, nach 27,62 Prozent im September. Wohnen stieg von 39,99 auf 40,24 Prozent, Verkehr von 35,1 auf 36,39 Prozent, meldete Trading Economics. Bildung verzeichnete mit 48,86 Prozent den höchsten Jahresanstieg, gefolgt von Gesundheit mit 43,29 Prozent, berichtete Bianet. Energiepreise stiegen im Monat um 4,92 Prozent und im Jahresvergleich um 51,37 Prozent, Diesel um 76,59 Prozent. In 134 der 174 von TurkStat erfassten Unterklassen stiegen die Preise, in 29 fielen sie und in 11 blieben sie unverändert.

Zinssenkung lässt einen Puffer von sechs Punkten

Die CBRT senkte ihren Leitzins am 22. Oktober von 37 auf 36 Prozent, die erste Senkung seit neun Monaten. Bei einer Inflation von 29,77 Prozent bleibt dem Leitzins ein realer Puffer von rund sechs Prozentpunkten. Finimize nannte ihn nicht groß, falls der Preisauftrieb hartnäckig bleibt. Die Lira notierte nach der Veröffentlichung bei etwa 49,9975 pro Dollar. Die Erzeugerpreise stiegen im Monat um 1,65 Prozent und im Jahresvergleich um 27,41 Prozent, berichtete Finimize. Die CBRT hob ihre Inflationsprognose für Ende 2026 am 13. August auf 28 Prozent an, die Regierung erhöhte ihre eigene Jahresendprognose im September auf 28,4 Prozent.

Vor Oktober hatte die Notenbank zuletzt im Januar gesenkt, von 38 auf 37 Prozent, und danach fünf Sitzungen in Folge den Zins gehalten. In ihrer Erklärung vom Oktober hieß es, die zugrunde liegende Inflation lasse nach und die Binnennachfrage bleibe schwach, während geopolitische Spannungen die Energiepreise hochhielten. Trading Economics erklärte, der Oktoberwert wecke Zweifel an einer weiteren Zinssenkung vor Jahresende.

IntelliNews verwies auf eine weitere Einschränkung für zusätzliche Lockerung: Die Netto-Devisenposition der CBRT habe sich seit September um mehr als 20.000.000.000 Dollar verschlechtert, vor allem durch Portfolioabflüsse. Die auf Dollarbasis annualisierte Rendite des Carry Trade, die die Türkei bietet, sei unter 10 Prozent gefallen, von über 20 Prozent zu Beginn des Jahres 2026. Die monatliche Abwertung der Lira habe sich von 1,5 Prozent im Mai auf 1,8 Prozent beschleunigt.

Wie es weitergeht

Die CBRT veröffentlicht ihren nächsten Quartals-Inflationsbericht am 12. November und hält ihre letzte Zinssitzung des Jahres am 10. Dezember ab. Der Marktkonsens deutet auf eine weitere Senkung um 100 Basispunkte, berichtete IntelliNews. Vor dieser Entscheidung liegen der Notenbank die November-Inflationsdaten vor. Die Erklärung vom Oktober enthielt keine Zusage für weitere Senkungen; künftige Entscheidungen würden von Inflationsdaten und Erwartungen abhängen. Die Notenbank werde die Politik straffen, falls sich der Ausblick deutlich und anhaltend verschlechtere.

Das mittelfristige Inflationsziel der CBRT bleibt bei 5 Prozent, weit unter der Prognose von 28 Prozent für Ende 2026.

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Quellen

36
  1. 01Turkey cuts interest rate to 36 percent in first reduction in 9 monthsEN
  2. 02Turkey Inflation RateEN
  3. 03Turkey's headline inflation officially stated as below 30% for second straight month in OctoberEN
  4. 04Turkey's annual inflation falls below 30% for first time in five yearsEN
  5. 05Turkey's Inflation Beat Forecasts As Clothing Prices JumpedEN
  6. 06Turkey’s annual inflation slows to 29.7 percent in September - Turkish MinuteEN
  7. 07Türkiye’s annual inflation falls below 30 percent in September - Hürriyet Daily NewsEN
  8. 08Monitoring Turkey: Continuing upside risks to the inflation outlook - ing thinkEN
  9. 09Turkey’s annual inflation falls to lowest level in over 4 years: official data - Turkish MinuteEN
  10. 10Climate change threatens Europe’s prized white truffles - Hürriyet Daily NewsEN
  11. 11Türkiye closes 2025 with 30.89% inflation as December's prices rise 0.89% - Türkiye TodayEN
  12. 12Survey: Ninety percent of the public unaware Turkey to host COP31 - BianetEN
  13. 13Fund repayments reach 97.3 billion liras - Hürriyet Daily NewsEN
  14. 14Turkey’s Annual Inflation Falls Below 30 Percent in SeptemberEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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