UT-Austin-Studie mit Fitnessarmband: Bewegung verlängert die REM-Latenz
Eine Studie der University of Texas at Austin hat 82 junge Erwachsene über mehrere Monate begleitet. Die Teilnehmer trugen einen Aktivitätstracker am Handgelenk und nutzten eine Smartphone-App. Körperliche Aktivität verlängerte die REM-Latenz, also die Zeit bis zum Eintritt in den REM-Schlaf.

Die Studie erschien in Nature Scientific Reports. Sie sollte im Alltag prüfen, was Schlaflabore bislang nur über einzelne Nächte gezeigt hatten. Laut UT Austin zeichnete das Forschungsteam mit einem Aktivitätstracker am Handgelenk Bewegung und Herzfrequenz auf. Daraus leitete es Phasen von Tiefschlaf (NREM), REM-Schlaf und körperlicher Aktivität ab. Eine separate Smartphone-App sammelte selbst berichtete Angaben zum Wohlbefinden.
Dass körperliche Aktivität die REM-Latenz verlängerte, könnte bedeuten: Bewegung festigt tiefere Schlafstadien, bevor das Gehirn in den REM-Schlaf übergeht. Diese Phase wird mit lebhaften Träumen verbunden. Die Universität schreibt, die Studie habe mehrere Laborbefunde reproduziert. Aktivität mit niedriger Intensität sowie mittlere bis hohe Intensität hingen mit tieferem, erholsamerem Schlaf zusammen. Besserer Schlaf ging wiederum mit mehr Energie und weniger Stress am folgenden Morgen einher.
Warum die Methode zählt
Bisher, so heißt es in der Akte, hatte man diesen Zusammenhang im Labor untersucht und die Schlüsse aus dem Schlaf einer einzigen Nacht gezogen. Das Team der UT Austin argumentiert, dieses Design begrenze die Übertragbarkeit. "Man kann aus Laborstudien viel lernen, aber es gibt offensichtlich Grenzen, wenn man die Schlafmuster einzelner Teilnehmer in nur einer Nacht untersucht", sagte Benjamin Baird, Forschungsassistent für Psychologie und einer der Autoren. "Es ist eine ungewohnte Umgebung, klinisch geprägt, was stressig sein kann. Und man kann auch nicht über die Zeit schauen. Es bleiben also immer Fragen zur Übertragbarkeit dieser Art von Design."
Der Ansatz mit dem Wearable beobachtete die Teilnehmer dagegen über Wochen oder Monate. So konnten die Forscher prüfen, wie Unterschiede in der Schlafarchitektur mit dem empfundenen Wohlbefinden zusammenhängen. Schlafarchitektur bezeichnet die Struktur jedes 90- bis 120-minütigen Schlafzyklus: drei Stadien des Non-REM-Schlafs (leicht, tief und tiefstes NREM) plus REM, der etwa die letzten 25% jedes Zyklus ausmacht.
David M. Schnyer, Mitautor und Leiter der Fakultät für Psychologie, beschrieb die Gerätewahl als praktischen Fortschritt der Studie. "Wir haben mit einem handelsüblichen Fitbit gezeigt, den jeder tragen könnte, nicht einmal mit einem teuren wissenschaftlichen Gerät, dass er tatsächlich empfindlich auf diese Art von Messwerten der Schlafarchitektur reagiert und dabei vorhersagende Ergebnisse liefert", sagte er. "Jetzt steht Ihnen die Welt offen. Sie können dieses Gerät nutzen, um alle möglichen Daten zur Schlafarchitektur zu untersuchen, im Zusammenhang mit Lebensstil, mit Stimmung und Stimmungsstörungen, im Feld statt im Labor, was man zuvor für unmöglich gehalten hätte."
Die Studie ging aus einem Pilotprojekt im Rahmen von Whole Communities-Whole Health hervor. Das ist ein Forschungsprogramm der UT Austin. Es untersucht interdisziplinär, wie Gesundheitsdaten erhoben werden, und bezieht Gemeinschaften und Teilnehmer in den Forschungsprozess ein. Dieser Kontext ist wichtig für die Einordnung der Ergebnisse: 82 junge Erwachsene sind eine kleine Stichprobe. Die Schlafstadien des Wearables werden aus Bewegung und Herzfrequenz abgeleitet, nicht direkt mit Elektroden gemessen. Die Akte nennt keine Effektstärken, keine Konfidenzintervalle und keine genaue Dauer der Studie.
Was die Arbeit liefert, ist eine Vorlage. Wenn ein Tracker aus dem Verbrauchersegment Signale der Schlafarchitektur erfassen kann, die Stimmung und Energie des nächsten Tages vorhersagen, wie die Autoren behaupten, dann ist das Labor nicht länger der einzige Ort, an dem sich solche Fragen stellen lassen.
Quellen
1Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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