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AWS von Amazon wächst um 39 Prozent, so schnell wie seit fast fünf Jahren nicht mehr

Die Amazon-Aktie schloss am 4. November bei 266,03 Dollar, ein Plus von 6,12 Prozent. Anleger bewerteten den Quartalsbericht des Konzerns neu. Die am 29. Oktober veröffentlichten Zahlen zeigten für AWS ein Umsatzplus von 39 Prozent und Investitionen von 77,26 Milliarden Dollar im Quartal.

KI & ModelleNachrichtLena BrandtVeröffentlicht: 5. November 20264 Min. LesezeitQuellen 29
AWS von Amazon wächst um 39 Prozent, so schnell wie seit fast fünf Jahren nicht mehr

Rekordmarge in einem Quartal, das die Erwartungen verfehlte

Amazon legte die Zahlen für das dritte Quartal am 29. Oktober vor. Der Konzern verfehlte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie die Erwartungen. Der Umsatz lag bei 201,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 12 Prozent, knapp unter den erwarteten 202,22 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie von 1,89 Dollar blieb unter den 1,97 Dollar, die Analysten prognostiziert hatten.

Entscheidend ist die Aufteilung innerhalb dieser Zahlen. Nach der Auswertung des Filings durch Cestrian Capital Research steuerte AWS rund 63 Prozent des operativen Ergebnisses von Amazon bei, bei 23 Prozent des Umsatzes. Käufer von KI-Rechenleistung bekommen so oder so mehr Kapazität. Aktionäre bekommen eine höhere Rechnung. CEO Andy Jassy hat gesagt, die knappe Liquidität halte an, bis die neuen Rechenzentren Geld einbringen. Ein Datum nannte er nicht.

Der Gewinn war die Überraschung. Das operative Ergebnis von 28,1 Milliarden Dollar lag rund 1,6 Milliarden Dollar über der Oberkante der eigenen Prognose von 22,5 Milliarden bis 26,5 Milliarden Dollar. Die operative Marge von 13,9 Prozent war die höchste in der Geschichte des Konzerns. Getragen wurde sie von AWS. Der Umsatz lag bei 46,0 Milliarden Dollar, ein Plus von 39 Prozent, das schnellste Wachstum seit fast fünf Jahren. Das operative Ergebnis des Segments betrug 17,8 Milliarden Dollar, die Marge 38,7 Prozent nach 34,6 Prozent im Vorjahr. Das Wachstum beschleunigt sich seit sechs Quartalen in Folge. Es ging von 20 Prozent im dritten Quartal 2025 auf 37 Prozent im zweiten Quartal 2026 und dann auf 39 Prozent. Jassy bezifferte die auf das Jahr hochgerechnete Umsatzrate von AWS auf 184 Milliarden Dollar.

Das Einzelhandelsgeschäft war schwächer. Die Werbung wuchs um 11 Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar, nach 22 Prozent im Vorjahr. Die Online-Shops wuchsen um 2 Prozent auf 68,5 Milliarden Dollar. Amazon teilte mit, die Verlegung des Prime Day ins zweite Quartal habe dem Gesamtwachstum etwa 4 Prozentpunkte genommen.

Der Nettogewinn sank auf 20,7 Milliarden Dollar oder 1,89 Dollar je verwässerter Aktie, nach 21,2 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Hauptgrund lag im Vorjahresquartal. Es enthielt 9,5 Milliarden Dollar Vorsteuergewinne aus der Beteiligung an Anthropic.

Investitionen von 77 Milliarden Dollar in einem Quartal

Amazon gab im Quartal 77,26 Milliarden Dollar für Investitionsprojekte aus. Das lag über den Erwartungen und war mehr als die 54,21 Milliarden Dollar im zweiten Quartal.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern weiter mit etwa 220 Milliarden Dollar. Im Jahr 2025 waren es 128 Milliarden Dollar. Die Zahl hatte Amazon im Juli angehoben. Jassy führte einen Anstieg um 20 Milliarden Dollar auf höhere Speicherkosten zurück, nicht auf zusätzliche Kapazität. Das Geld fließt in Rechenzentren, KI-Server und Lagerhäuser. Amazon erklärt, die Kapazität werde auch 2026 nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken. Jassy sagte, der Konzern werde 2027 "deutlich mehr" ausgeben. Eine Zahl nannte er nicht. Der JPMorgan-Analyst Doug Anmuth hat 395 Milliarden Dollar für 2027 und 476 Milliarden Dollar für 2028 geschätzt. Die Bank of America hatte ein AWS-Wachstum von bis zu 42 Prozent erwartet. Das erklärt die kühle erste Reaktion auf die vorgelegten 39 Prozent.

Die Nachfrage ist nicht der Engpass. Jassy bezifferte den Auftragsbestand von AWS auf 578 Milliarden Dollar an vertraglich zugesagten künftigen Erlösen, mehr als das Doppelte des Vorjahres. Er sagte, der größte Teil der Kapazität für 2027 sei bereits reserviert. Anthropic und OpenAI halten Verpflichtungen im Bereich mehrerer Gigawatt für die Trainium-Chips von Amazon. Das KI-Geschäft und das Geschäft mit eigenen Chips von Amazon haben jeweils eine jährliche Umsatzrate von 25 Milliarden Dollar überschritten.

Der freie Cashflow wird negativ

Der freie Cashflow über die vergangenen zwölf Monate war ein Abfluss von 42,4 Milliarden Dollar. Im Vorjahr stand dort ein Zufluss von 14,8 Milliarden Dollar.

Ein Anstieg der Ausgaben für Grundstücke und Ausrüstung um 94,8 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr verursachte den größten Teil dieser Verschiebung. Amazon führte den Anstieg vor allem auf Investitionen in KI zurück. Das Verhältnis von Schulden zu Vermögenswerten stieg auf 23,70 Prozent. Es war das dritte Quartal in Folge mit negativem freiem Cashflow, wie equiti anmerkte. Jassy hat argumentiert, die Investitionen zahlten sich aus. Server erreichten die Gewinnschwelle in "etwas weniger als drei Jahren" und hielten mindestens fünf bis sechs Jahre.

Der Evercore-ISI-Analyst Mark Mahaney hat gesagt, das größere Problem für die Aktie sei womöglich, wie Amazon den Ausbau finanziert. Der Konzern stehe besser da als viele Wettbewerber. Er könne auf Schulden statt auf Eigenkapital setzen.

Die Analysten waren nach dem Bericht uneinig. TD Cowen senkte das Kursziel von 350 auf 340 Dollar und beließ die Einstufung auf Buy. Citizens senkte von 315 auf 275 Dollar. MoffettNathanson hob von 315 auf 357 Dollar an.

Wie es weitergeht

Amazon stellt für das vierte Quartal einen Umsatz von 240 Milliarden bis 247 Milliarden Dollar in Aussicht, ein Plus von 12 bis 16 Prozent. Beim operativen Ergebnis rechnet der Konzern mit 28,5 Milliarden bis 33,5 Milliarden Dollar. Die Wall Street hatte mit 33,2 Milliarden Dollar operativem Ergebnis gerechnet, nahe der Oberkante dieser Spanne. Amazon erklärte außerdem, das Werbewachstum solle wieder auf einen hohen zweistelligen Prozentwert zurückkehren.

CFO Brian Olsavsky sagte, die Kosten für Amazon Leo, den Satelliteninternetdienst, belasteten die Gewinnprognose für das vierte Quartal. Der Dienst soll noch in diesem Jahr starten. Der Oppenheimer-Analyst Jason Helfstein sagte, der Börsengang von Anthropic könnte mehr über die Nachfrage nach Rechenleistung offenlegen. Dazu gehören rund 111 Milliarden Dollar, die für AWS zugesagt sind.

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Quellen

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  1. 01Stock Market Today, Nov. 4: Amazon Jumps 6% From New Perspective on AWS Growth and AI Strategy Following Election ResultsEN
  2. 02AWS growth hits 39%, its fastest in nearly five years, as Amazon misses on earningsEN
  3. 03Amazon shares trade volatile following Q3 2026 earnings reportEN
  4. 04Amazon (AMZN) After Q3: The AI Capex Return Shows In AWS Profit But Not Yet In Cash FlowEN
  5. 05AWS earnings jump, but investors grow weary of AI spend as quarterly capex hits $77bnEN
  6. 06Amazon Climbs 5% as Upgrade Fuels Post-Earnings Rebound on AWS Strength; Walmart Rises 2%, Alphabet Edges HigherEN
  7. 07Amazon Slides 7% as Earnings Miss and AI Spending Turn Free Cash Flow NegativeEN
  8. 08Amazon's AI Capex Is Paying Off and I'm BuyingEN
  9. 09Andy Jassy said Amazon will spend $220 billion this year, and still won't have enough capacity to meet demandEN
  10. 10Amazon needs stronger AWS growth to support stock and AI spending outlookEN
  11. 11Amazon Earnings Preview: AWS Backlog Meets $220B CapexEN
  12. 12Amazon stock sinks after company touts $200 billion AI spending plans, offers cautious profit outlook - Yahoo FinanceEN
  13. 13Amazon's cloud sales are growing the most in 15 quarters. Investors sent the stock down on AI capex fears - FortuneEN
  14. 14Amazon earnings beat expectations with strong cloud growth - CNBCEN
  15. 15Tech's massive AI spend is under scrutiny ahead of earnings. Here's what to watch - CNBCEN
  16. 16CEO Andy Jassy Just Told Investors That AWS Can Grow Revenue 40% in 2027 and 2028 and Eventually Become a Trillion-Dollar Business. Is It Enough to Get Wall StrEN
  17. 17Figma sinks after earnings beat as company prioritizes long-term growth with AI changesEN
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  29. 29Alphabet Failed Wall Street’s New AI Test. Amazon Takes It Tonight. - 24/7 Wall St.EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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