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Apple warnt vor Rekordkosten für Speicherchips, Europas Tech-Aktien rutschen ab

Apple hat am Montag vor einem "beispiellosen" Anstieg der Speicherchip-Preise gewarnt. Die Kostenwarnung erreichte am Dienstag den europäischen Handel, Tech-Aktien fielen europaweit.

KonjunkturNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 3. November 20265 Min. LesezeitQuellen 13
Apple warnt vor Rekordkosten für Speicherchips, Europas Tech-Aktien rutschen ab

Höhere Speicherpreise werden an Apples Gewinnmarge nagen. Das teilte der Konzern seinen Anlegern am Montag mit, die Aktie fiel im nachbörslichen Handel an der Wall Street. Am Dienstagmorgen war der Effekt über den Atlantik geschwappt: Europäische Aktien gaben nach, weil die Margenwarnung aus Cupertino einen globalen Ausverkauf im Tech-Sektor auslöste. So steht es im Marktbericht von Investing.com vom 3. November.

"Was wir derzeit bei den Speicherpreisen sehen, ist beispiellos", sagte Vorstandschef John Ternus in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. The Guardian veröffentlichte die Äußerungen am 2. November. Für das vierte Quartal sagte Ternus noch höhere Speicherkosten voraus als in den drei Monaten zuvor.

Die Preiserhöhungen für iPad und MacBook im Juni und für das iPhone im September hätten dem Unternehmen "einen gewissen Ausgleich" verschafft, sagte Ternus. Das ist eine an die Kunden weitergegebene Preiserhöhung, keine selbst getragene Kostenlast.

Die Zahlen hinter der Warnung

Von Juli bis September erwirtschaftete Apple 30,71 Mrd. Dollar oder 2,10 Dollar je Aktie, 12 Prozent mehr als die 27,47 Mrd. Dollar oder 1,85 Dollar je Aktie ein Jahr zuvor, berichtete The Guardian. Im Ergebnis steckten fünf Cent je Aktie aus Zollerstattungen. Von FactSet befragte Analysten hatten 1,99 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 113,4 Mrd. Dollar erwartet. Die Apple-Aktie lag im nachbörslichen Handel 2,75 Prozent im Minus. Den Hintergrund bildet das, was die Branche inzwischen "RAMageddon" nennt: Seit Monaten steigt die Speichernachfrage aus KI-Rechenzentren stark an, und Apple konkurriert nun mit diesen Käufern um das Angebot, so The Guardian.

Ben Barringer, Leiter der Technologieforschung bei Quilter Cheviot, nannte die Ergebnisse "okay, wenn auch enttäuschend". Der Umsatz sei um 12 Prozent gestiegen, getragen von iPhone-Verkäufen und starken Mac-Mini-Verkäufen. Das Wachstum in China sei kräftig gewesen, sagte er, iPad und Wearables hätten aber enttäuscht. Das Servicegeschäft wuchs um 10 Prozent und liegt damit unter dem Konzerndurchschnitt.

Jacob Bourne, Analyst bei Emarketer, argumentierte, Apples "lauwarmer Ansatz" bei Investitionen in KI-Infrastruktur habe geholfen, den Cashflow zu schonen. The Guardian gab seine Äußerungen wieder. Diese Einordnung ist für Europa wichtig. Derselbe Ausbau von KI-Rechenzentren, der die Speicherpreise treibt, bewegt in dieser Woche auch die europäischen Anleihe- und Aktienmärkte. DW.com berichtete am 3. November, KI-Giganten böten Anleihen in Milliardenhöhe an und konkurrierten mit europäischen Regierungen um Anlegerkapital.

Andernorts bewegen sich die Preise aus anderen Gründen

Nicht jedes Preissignal der vergangenen 72 Stunden kommt von einem Chipmangel. Electrek berichtete am 2. November, dass ab dem 18. Februar 2027 in der EU verkaufte neue E-Bike-Akkus nach der EU-Batterieverordnung von 2023 einen digitalen Batteriepass tragen müssen. Ein QR-Code soll Zugang zu Hersteller, Chemie, Kapazität, Ladezyklen, CO2-Fußabdruck und Materialdaten geben. Was ein Käufer genau sehen kann, hängt von seiner Berechtigungsstufe ab, merkte Electrek an. Der Pass garantiert also keinen sichtbaren Gesundheitswert beim Weiterverkauf.

"Es gibt da draußen so viele Schwachstellen, die … darauf warten, ausgenutzt zu werden", sagte Richard Horne, Chef der NCSC, am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts der Behörde.

Am selben Tag kam der Preis vernetzter Geräte deutlicher zur Sprache. The Guardian berichtete am 3. November, britische Fleischlieferanten seien Opfer von Cyberangriffen geworden, nachdem Hacker in Supermärkten in ganz Europa die Temperaturen von Gefriertruhen hochgedreht hatten. Das National Cyber Security Centre erklärte, es arbeite mit den betroffenen Unternehmen zusammen, die Auswirkungen auf das Land seien minimal. Die British Association of Independent Meat Suppliers sagte der BBC, einige ihrer mehr als 300 Mitglieder seien betroffen. Bei einem Unternehmen heizten sich die Kühlaggregate auf bis zu 100 Grad Celsius auf; die Aggregate waren leer, es ging keine Ware verloren.

CNBC berichtete am 3. November, bei Ahold Delhaize seien Dutzende Delhaize-Filialen in Belgien und Luxemburg betroffen gewesen. Die Colruyt Group teilte mit, fünf Spar-Filialen in Belgien seien Ziel gewesen, und Carrefour sagte der BBC, 15 belgische Filialen seien angegriffen worden. Intermarché meldete 15 seiner 153 belgischen Filialen als betroffen. "In den meisten Fällen haben die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen den Angriff schnell eingedämmt", sagte ein Sprecher von Intermarché zu CNBC und fügte hinzu, einige Filialen hätten Warenverluste erlitten, "nichts vergleichbar mit dem Angriff Mitte Oktober".

Tom's Hardware berichtete am 2. November, Hacker hätten den eingebauten Abtaumodus der Gefriertruhen aus der Ferne aktiviert, dieselbe Methode wie beim früheren Angriff in Frankreich, wobei die Temperaturen 50 Grad Celsius erreichten. Bei dem früheren Vorfall in Frankreich ging es um Alttechnik, die mit Standardpasswörtern am Internet hing, berichtete The Guardian. Xavier Bellekens, Chef der Cybersicherheitsfirma Lupovis, sagte The Guardian, sein Unternehmen habe zwischen dem 20. und dem 30. Oktober 256 Angriffsversuche aus 91 verschiedenen Quellen registriert. Die Angriffe trafen Honeypots, die Danfoss-Kühlregler nachahmten; die meisten Anmeldeversuche nutzten die öffentlich dokumentierten Standardzugangsdaten des Herstellers.

Das Kapital fließt weiter

Abseits der Chip- und Gefriertruhen-Geschichten ging es mit europäischen Finanzierungsmeldungen im gleichen Tempo weiter. Tech.eu berichtete am 3. November, das portugiesische Start-up Granter habe 1,6 Mio. Euro eingesammelt, angeführt von 3XP Global über dessen Impact Innovation Fund unter der staatlichen Entwicklungsbank Portugals; die Gesamtfinanzierung steigt damit auf 2 Mio. Euro. Tech.eu berichtete außerdem am 2. November, Roleo habe 2,9 Mio. Euro eingesammelt, angeführt von Practica Capital unter Beteiligung von Inventure. Gegründet wurde Roleo von Veriff-Mitgründer Janer Gorohhov und dem früheren Wise-Ingenieur Vahur Hansen. Die Wochenübersicht von Tech.eu vom 2. November zählte mehr als 1,3 Mrd. Euro, die in über 60 europäische Deals geflossen sind.

Auch Infrastrukturpläne bekamen einen europäischen Rahmen. HPCwire berichtete am 3. November, Bull und Schwarz Digits, die IT- und Digital-Sparte der Schwarz Group, hätten eine Absichtserklärung zum Aufbau souveräner KI- und Cloud-Infrastruktur unterzeichnet. Bull steuere KI-Produktion im Rack-Maßstab aus seinem Werk in Angers bei, Schwarz Digits seine STACKIT-Cloud. Emmanuel Le Roux, CEO von Bull, sagte, Ziel sei es, europäischen Organisationen Fähigkeiten zu geben, "die sie selbst einsetzen und kontrollieren können".

In der Politik für sauberen Verkehr veröffentlichte CleanTechnica am 2. November ein Policy-Brief von Transport & Environment. Darin heißt es, der im Juli 2026 vorgelegte Vorschlag zur Überprüfung des EU-ETS sei nicht geeignet, Investitionen in saubere Kraftstoffe in Luftfahrt und Schifffahrt zu stützen. Gefordert werden 50 Prozent der nationalen ETS-Einnahmen für die Dekarbonisierung in vorrangigen Sektoren. CleanTechnica berichtete zudem am 31. Oktober, der Hyundai IONIQ 3 sei als Finalist für das European Car of the Year 2027 nominiert worden.

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Quellen

13
  1. 01Apple warns of 'unprecedented' rise in memory chip pricesEN
  2. 02Supermarket fridges hit with cyberattacks across EuropeEN
  3. 03Freezers of UK meat suppliers heat up after cyber-attacks in EuropeEN
  4. 04Supermarket freezers across Europe struck in second crippling cyberattackEN
  5. 05How Europe's battery passport could have a big impact on US e-bikesEN
  6. 06Portuguese AI startup Granter bags €1.6M to expand across EuropeEN
  7. 07Veriff co-founder's Roleo raises €2.9M to expand AI career agent across EuropeEN
  8. 08European tech weekly recap: Over €1.3B invested across 60+ dealsEN
  9. 09Bull and Schwarz Digits Sign MOU to Develop European AI InfrastructureEN
  10. 10The ETS Investment Engine: Scaling Europe's Strategic E-fuel Market for Shipping & AviationEN
  11. 11Hyundai IONIQ 3 Named European Car of the Year 2027 FinalistEN
  12. 12Mercedes-Benz Is Giving Up On Its EV Charging Network In EuropeEN
  13. 1330,000-year-old DNA reveals Ice Age Europeans were far more connected than we thoughtEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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