Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

WHO: Masernausbruch in Bangladesch ist der schwerste der Welt, 1.147 Tote

Seit Mitte März hat Bangladesch 202.000 Verdachtsfälle auf Masern und 1.147 Tote gemeldet, teilt die Weltgesundheitsorganisation mit. Es ist der schwerste Ausbruch weltweit in diesem Jahr, nachdem die Impfquote unter den Wert gefallen ist, der zur Verhinderung von Ausbrüchen nötig wäre.

GesundheitErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 10
WHO: Masernausbruch in Bangladesch ist der schwerste der Welt, 1.147 Tote

Was die WHO-Daten zeigen

Zwischen dem Beginn des Ausbruchs Mitte März und dem 9. Oktober hat Bangladesch nach Angaben der WHO 202.000 Verdachtsfälle auf Masern gemeldet, darunter 22.000 laborbestätigte Infektionen. Mindestens 1.147 Menschen starben, und Kinder unter fünf Jahren machten 94% der gemeldeten Todesfälle aus. Kein anderes Land hatte in diesem Jahr mehr Verdachtsfälle.

Masern töten laut WHO gewöhnlich zwei bis drei von 1.000 Erkrankten, in ärmeren Ländern können sie wegen Faktoren wie Mangelernährung aber tödlicher verlaufen.

Impfquote sank nach politischen Unruhen

Um Ausbrüche zu verhindern, sind nach Angaben der WHO 95% Impfquote nötig. WHO und UNICEF schätzten, dass Bangladesch 2024 eine Quote von 96% bei der ersten Dosis und 93% bei der zweiten Dosis erreichte. 2025 fiel die Quote bei der ersten Dosis auf 90% und bei der zweiten auf 86%, wie ein im Juli veröffentlichter Bericht von WHO und UNICEF zeigt.

Der Rückgang folgte auf politische Unruhen, nachdem Proteste 2024 die 15-jährige Herrschaft von Sheikh Hasina beendet hatten. Gesundheitspersonal trat in den Streik, Impfstoffbestellungen verzögerten sich, und Nachimpfungen wurden unterbrochen, berichtete Reuters.

"Das ist eine echte Warnung an jedes Land", sagte Mark Jit, Impfberater der WHO und Professor an der School of Global Public Health der New York University, zu Reuters. Einen Ausbruch durch Impfungen zu verhindern sei einfacher, billiger und sicherer, als auf einen Notfall zu reagieren, sagte er.

Notkampagne erreichte Kinder nicht

Im April und Mai startete Bangladesch eine Notimpfkampagne, bei der fast 20.000.000 Kinder eine Dosis erhielten. Die Regierung erklärte zunächst, die Kampagne habe alle Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren erreicht. Eine spätere Routineimpfaktion im Juni führte eine Zielliste mit vier Millionen weiteren Kindern derselben Altersgruppe, was nach Angaben von Reuters eine Lücke in der Reichweite der Kampagne offenlegte.

Bis August stieg der Anteil der Kinder mit bestätigten Masern, die nicht geimpft waren, von 82% vor der Kampagne auf 85% danach, wie Sitzungsunterlagen zeigen, die Reuters einsehen konnte. Die Kampagne habe Millionen erreicht, aber nicht genug Eltern, berichtete Reuters.

Kinder ohne Impfung

In der Region Sylhet starb im Juli der zweijährige Arman Hossain ungeimpft, 24 Stunden nach seiner Aufnahme ins Krankenhaus. Die Behandlung hatte die Familie bezahlt, indem sie ihr dreirädriges Auto-Rikscha verkaufte. Sein Vater Amin Mia sagte, Gesundheitspersonal sei erst gekommen, nachdem er seinen Sohn begraben hatte, berichtete Reuters. Seine ungeimpfte vierjährige Schwester überlebte.

In Chhatak, ebenfalls in Sylhet, starb im Juni die neun Monate alte Labiba Akter ungeimpft. Sie hätte im April eine Dosis erhalten können, als das Notprogramm das Impfalter von neun auf sechs Monate senkte. Ihr Vater Humayun Rashid sagte, kein Gesundheitsmitarbeiter sei gekommen, um die Familie über die Impfung zu informieren.

Datenlücken behinderten die Reaktion

UNICEF und das Statistikamt von Bangladesch stellten fest, dass 40% der Kinder nicht registriert waren, während Regierungsdaten zeigten, dass rund ein Drittel der Stellen im Gesundheitswesen unbesetzt ist. Ein Bericht von WHO und UNICEF stellte fest, dass vorläufige Zahlen mitunter Impfquoten von über 100% der Zielgruppe auswiesen, was auf Fehler beim Zählen von Dosen oder Zielzahlen hindeute.

Eine Durchsicht von WHO-Dokumenten durch Reuters und Interviews mit mehr als einem Dutzend Wissenschaftlern, Gesundheitsmitarbeitern und Beamten ergaben, dass fehlerhafte Daten Millionen Kinder ausließen und die Notfallreaktion behinderten. Die Lücken wiegen schwer in einem Land mit 178.000.000 Einwohnern.

Wie es weitergeht

Im Mai sagte Gesundheitsminister Sardar Md. Sakhawat Husain, die Notkampagne habe die Fälle in den Brennpunkten "fast auf null" gebracht, der Ausbruch sei unter Kontrolle. Im September meldete Bangladesch jedoch einen Tagesdurchschnitt von 1.198 neuen Fällen, der höchste Wert seit Mai.

Ziauddin Hyder, Sonderberater für Gesundheitsfragen von Premierminister Tarique Rahman, sagte im September zu Reuters, die Regierung tue alles, um den Ausbruch zu beenden. Auf weitere im Oktober gesendete Fragen antwortete die Regierung nicht.

Gesundheitsexperten forderten die Regierung auf, die Impfkampagnen auf Kinder über fünf Jahren auszuweiten, jene Altersgruppe, auf die ein Drittel der Masernfälle entfällt.

Kommentare 0

Quellen

10
  1. 01202,000 cases, 1,147 deaths: Bangladesh battles deadly measles outbreak amid warning to other nationsEN
  2. 02Bangladesh Sees 1,147 Deaths From Measles Over Weak ImmunisationEN
  3. 03Bangladesh is Battling Measles, A Real warning To Other NationsEN
  4. 04World’s worst measles outbreak a ‘warning’ to other nationsEN
  5. 05Bangladesh is battling measles. It's a 'real warning' to other nationsEN
  6. 06Hospitals in southern Afghanistan face increasing pressure from severe malnutrition - tennews.inEN
  7. 07Child dies of measles in Wisconsin’s first such death since 1990EN
  8. 08The Naf River Exposes a Gap in Bangladesh’s Maritime StrategyEN
  9. 09What Bangladeshi Prime Minister Tarique Rahman Brought Home From JapanEN
  10. 10How the Ban on the Awami League is Being Turned on Bangladesh’s Garment WorkersEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.