J.P. Morgan stuft Alstom nach Gewinnwarnung vom 2. November auf Neutral herab
J.P. Morgan hat Alstom von Overweight auf Neutral herabgestuft. Auslöser war die Gewinnwarnung des französischen Zugherstellers vom 2. November. Die Bank senkte ihr Kursziel von 28,00 € auf 15,60 € und erklärte, die erwartete Erholung des Cashflows werde sich verzögern.

J.P. Morgan senkt Kursziel
Die Notiz, über die Investing.com berichtete, folgte auf Alstoms Warnung vom 2. November, die rund 1.000.000.000 € an Belastungen enthielt. J.P. Morgan erklärte, Alstom habe bereits im zweiten Halbjahr des vorangegangenen Geschäftsjahres Rückstellungen gebildet und für das Geschäftsjahr 2027 eine Prognose unter den Konsensschätzungen ausgegeben. Die Bank rechnet nun damit, dass sich der Wendepunkt beim freien Cashflow um mindestens ein Jahr verschiebt. Risiken für die Prognose im zweiten Halbjahr ließen sich nicht ausschließen, und die Überprüfung des Auftragsbestands dürfte bis zum Ende des Geschäftsjahres dauern. Die Senkung von 28,00 € auf 15,60 € spiegelt laut der Notiz niedrigere Gewinnschätzungen und einen niedrigeren Bewertungsmultiplikator wider.
Prognose gesenkt
Für das Geschäftsjahr 2026-27 erwartet Alstom nun eine bereinigte EBIT-Marge von rund 1% statt bisher 6,5%. Das ist eine Kürzung um 5,5 Prozentpunkte. Beim organischen Umsatzwachstum rechnet das Unternehmen mit einem niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich, nach zuvor rund 5%, unter anderem wegen geringerer Produktion von Schienenfahrzeugen. Beim freien Cashflow kippte die Prognose von einem positiven Wert auf einen erwarteten Mittelabfluss von 1.500.000.000 € für das Gesamtjahr. Alstom erklärte, die neue Margenzahl impliziere für das zweite Halbjahr des Geschäftsjahres 2026-27 einen Anstieg auf rund 6,5%.
Der vorläufige Halbjahresumsatz lag bei 9.300.000.000 € nach 9.100.000.000 € im Vorjahr. Die Aufträge beliefen sich auf 11.000.000.000 € nach 10.500.000.000 €, davon 8.400.000.000 € im zweiten Quartal. Die bereinigte EBIT-Marge sank auf rund 4% nach 6,4% im Vorjahr. Alstom führte den größten Teil davon auf Anpassungen der Bruttomarge bei Projekten zurück, die für und aus Deutschland ausgeführt wurden.
Verzögerungen bei Coradia Max
Alstom erklärte, in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2026/27 seien bei der Plattform Coradia Max zusätzliche technische Probleme und Prüfanforderungen aufgetreten. Die ersten Schwierigkeiten zeigten sich, als die Züge bereits auf der Strecke waren, was teure Nacharbeit erzwang. Die Nachrüstungen verzögern Zeitpläne und lösen Strafen bei anderen deutschen Programmen aus, berichtete Briefs. Sechs Verträge sind betroffen, erklärte XTB, und die Verzögerungen werden Vertragsstrafen nach sich ziehen.
Finanzvorstand Bernard Delpit sagte, das Coradia-Projekt habe inzwischen eine negative Bruttomarge. Delpit erklärte, die Überprüfung durch Sion habe ergeben, dass "nicht nur technische Probleme bestanden, sondern auch die Organisation rund um das Projektmanagement weder effizient noch wirksam war". Das Management erklärte, die Rückschläge hingen mit der Ausführung zusammen und nicht mit Zulieferern; der Großteil der Fertigung liege in Deutschland, die Entwicklung werde von Standorten in Nordfrankreich gesteuert. Alstom hat die Prüfungen seiner wichtigsten Schienenfahrzeugprojekte verstärkt. Diese Prüfungen gäben mehr Klarheit über Ausführungsrisiken, zusätzliche Arbeitsanforderungen und Folgewirkungen auf andere Projekte, erklärte das Unternehmen. Alstom begann zudem eine umfassendere Umstrukturierung, um Ausführung und Verantwortlichkeit zu straffen, Kosten zu senken und Abläufe zu vereinfachen, berichtete Briefs.
Alstom senkte sein Ziel für die Produktion von Zugwagen auf rund 4.000 Einheiten von bis zu 4.500. Es ist die zweite Herabsetzung, seit Martin Sion im April Vorstandsvorsitzender wurde; die erste löste laut XTB einen Kursrückgang von rund 30% aus. Die Übernahme des Bahngeschäfts von Bombardier im Jahr 2021 hinterließ bei Alstom eine Reihe margenschwacher Verträge, merkte XTB an.
Marktreaktion
Alstom-Aktien fielen am Montag, dem 2. November, um rund 25% auf etwa 11,50 €, den tiefsten Stand seit 2023, so XTB. Briefs berichtete, die Aktie sei in Paris zeitweise um bis zu 31% gefallen und habe sich dann auf ein Minus von 23% erholt, was einen Börsenwert von 5.290.000.000 € ergab; im Jahresverlauf hat sich der Wert mehr als halbiert. Am Freitag, dem 30. Oktober, schloss die Aktie bei 15,81 €, ein Minus von 1,92%.
Schuldenplan und nächste Schritte
Der negative freie Cashflow werde es Alstom erschweren, den Plan zum Abbau von 2.000.000.000 € Schulden zu erreichen, erklärte XTB. Um seine Bonität im Investment-Grade-Bereich zu schützen, prüft Alstom laut Briefs den Verkauf von Vermögenswerten. Delpit sagte: "Wir haben die Vermögenswerte identifiziert und beginnen mit dem Prozess", ohne Einzelheiten zu nennen. Das Unternehmen plant einen neuen Anlauf, um die Schulden um rund 2.000.000.000 € zu senken, nachdem der frühere Vorstandsvorsitzende Henri Poupart-Lafarge ein früheres Programm über 2.000.000.000 € abgeschlossen hatte.
Die Bloomberg-Intelligence-Analysten Omid Vaziri und Sakshi Batra erklärten, die Verzögerungen bei Coradia Max hätten auf andere deutsche Projekte übergegriffen, die Margen ins Negative gedreht und Meilensteinzahlungen in spätere Jahre verschoben. Zudem sei die Notwendigkeit eines neuen Plans zum Abbau von 2.000.000.000 € Schulden nur zwei Jahre nach der vorangegangenen Rekapitalisierung besorgniserregender.
Alstom veröffentlicht die Halbjahreszahlen am 17. November, die Zahlen zum dritten Quartal folgen am 19. Januar 2027. Das Unternehmen plant einen Kapitalmarkttag im zweiten Quartal 2027. Sion will die Performance ab dem nächsten Geschäftsjahr normalisieren. Alstom hält an seiner Aussage fest, der Auftragsbestand sei stark und das Geschäft dürfte dann wieder ein übliches Niveau erreichen.
Quellen
14- 01Alstom stock cut to Neutral as profit warning delays cash recoveryEN
- 02Alstom shares slump 25% in panic mode after the business guidance cutEN
- 03Alstom cuts outlook on German train setbacks, weighs asset sales to steady financesEN
- 04Alstom reports higher revenue, cuts outlookEN
- 05French train manufacturer Alstom reports higher revenue, cuts outlookEN
- 06Alstom H1 Prel Revenue Rises, Cuts FY26-27 GuidanceEN
- 07Kion cuts 2026 outlook as Q3 orders fall short, delays margin goals past 2027 - Yahoo FinanceEN
- 08Musk says government work will be under 10% of SpaceX revenueEN
- 09Neocloud IREN says $4 billion in annualized revenue being delayed due to customer requestEN
- 10Zilch sees revenues uplift but losses increaseEN
- 11Cloud Revenue Hits $168B as AI Capacity ExpandsEN
- 12Harmonic revenues break beyond Comcast and SpectrumEN
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- 14Elon Musk, Jensen Huang have opposing outlooks on AI neoclouds. Who is likely correct?EN
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