Christie's schätzt Klimts Litzlbergkeller für die Auktion am 17. November auf 60 bis 80 Millionen Dollar
Christie's bietet Gustav Klimts Litzlbergkeller am 17. November in der 20th Century Evening Sale in New York an, geschätzt auf 60 bis 80 Millionen Dollar. Damit kehrt die Landschaft, die einen Rekord aufstellte, nach fast 30 Jahren zur Auktion zurück.

Die öffentliche Vorbesichtigung in den Galerien von Christie's im Rockefeller Center beginnt am 7. November, zehn Tage vor der Auktion. Zuvor war eine Schau in Hongkong geplant, vom 27. bis 29. Oktober. Das Gemälde hängt seit fast 30 Jahren in derselben Privatsammlung. Es ist ein Öl auf Leinwand von etwa 110,5 mal 110,5 Zentimetern, also 43,5 Zoll im Quadrat.
Marktumfeld
Die Schätzung von 60 bis 80 Millionen Dollar steht dem Ergebnis der letzten Auktion gegenüber: Im Mai 1997 waren es 14,7 Millionen Dollar. Laut Turkiye Today verkaufte Sotheby's in New York das Werk damals für 14,7 Millionen Dollar aus dem Nachlass von Serge Sabarsky, dem Mitbegründer der Neuen Galerie, und stellte damit einen Weltrekord für Klimt auf. Derselbe Bericht nennt als aktuellen Rekord des Künstlers 236,4 Millionen Dollar, erzielt mit Portrait of Elisabeth Lederer bei Sotheby's im November 2025, und meldet für Birch Forest 104,5 Millionen Dollar bei Christie's im Jahr 2022. Die Auktion am 17. November ist die erste Rückkehr des Bildes auf den Markt seit 1997.
Max Carter, globaler Vorsitzender von Christie's für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, sagte, die Abendauktion sei vor sechs Jahren geschaffen worden, um die Bandbreite der Sammler über die Kategorien hinweg abzubilden.
Auftrag und Motiv
Der Litzlbergkeller ist in Klimts Werk ein seltener Zwitter: persönliches Experiment und Auftragsarbeit zugleich. Otto Primavesi, Bankier und Unternehmer aus Olmütz, und seine Frau Eugenia gehörten zu Klimts wichtigsten Förderern; sie hatten 1912 zwei Familienporträts in Auftrag gegeben. Klimt begann das Bild im Sommer 1915 und vollendete es im Mai 1916 in seinem Wiener Atelier.
Motiv ist der Litzlberger Keller, ein Brauerei- und Gasthaus am Nordufer des Attersees. Dort hatte Klimt in seinen ersten Sommern in der Region gewohnt, zwischen 1900 und 1907. Als er das Bild malte, lebte er bereits in einem Häuschen am Südufer. Die Ansicht vom gegenüberliegenden Ufer setzte er aus einem Teleskop und Postkartenmotiven zusammen. Die Sommergäste des Gasthauses und jede einzelne Figur ließ er weg; übrig blieb eine stille Ansicht aus grünen Flächen und Wasser.
Von 1900 bis zu seinem Tod 1918 verbrachte Klimt die meisten Sommer am Attersee.
Giovanna Bertazzoni, Vorsitzende von Christie's Europa, beschrieb das Bild als „eine lyrische Komposition in drei Stanzen“ und nannte das Werk unschätzbar.
Provenienz
Nach Primavesi ging das Gemälde an den österreichischen Fotografen und Anthropologen Hugo Bernatzik. Kurt Wieser erwarb es Anfang der 1930er Jahre, später kam es in die Sammlung von Serge Sabarsky. Sabarsky kuratierte 1981 die erste Klimt-Ausstellung in Japan und gründete später die Neue Galerie mit. Die Familie des heutigen Besitzers kaufte das Werk im Mai 1997 bei seiner Nachlassauktion.
Das Leopold Museum in Wien hatte das Werk in den vergangenen Jahren als Dauerleihgabe. Christie's teilte mit, die Auktion finde wenige Tage nach der Wiedereröffnung der Neuen Galerie statt.
Quellen
31- 01Masterpiece Klimt landscape headlining Christie's 20th Century Evening SaleEN
- 02Christie's: One of Klimt's Most Beautiful Landscapes Is Up for Auction; Estimated at Up to $80 MillionEN
- 03Klimt's Litzlbergkeller to Lead Christie's New York Fall Marquee WeekEN
- 04Gustav Klimt's landscape to headline Christie's 20th Century Evening SaleEN
- 05Gustav Klimt landscape could fetch $80M at New York auction after nearly 30 yearsEN
- 06$60 Million USD Gustav Klimt Landscape 'Litzlbergkeller' to Lead Christie's 20th Century Evening SaleEN
- 07Single-Owner Sales Dominate a High-Stakes Auction Season in New YorkEN
- 08Christie's New York presents The William I. Koch CollectionEN
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