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Foxconn will Quantencomputer fertigen, Quint sammelt 9,1 Millionen Euro für Fehlerkorrektur ein

Foxconn will nach Angaben von Chairman Young Liu der größte Hersteller von Quantencomputern weltweit werden. Liu sagte das dem Sender CNBC in einem Interview, über das am 3. November berichtet wurde. Bis zur kommerziellen Nutzbarkeit dauert es mindestens zwei Jahre. Quint Computing meldete unterdessen eine Finanzierungsrunde von 9,1 Millionen Euro für Fehlerkorrektur auf Hardwareebene.

TechnologieNachrichtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 3. November 20263 Min. LesezeitQuellen 9
Foxconn will Quantencomputer fertigen, Quint sammelt 9,1 Millionen Euro für Fehlerkorrektur ein

Liu sagte, Foxconn habe eine Rolle beim Bau von Maschinen für Hersteller von Quantenhardware gefunden. Unter eigener Marke wolle das Unternehmen keine Quantencomputer verkaufen. „Wir konzentrieren uns auf die Fertigung", sagte er dem Bericht von Data Center Dynamics vom 3. November zufolge zu CNBC. „Wir hoffen, der größte Quantencomputerhersteller der Welt zu werden, ohne diese Technologie selbst zu besitzen." Zugleich spielte er die Erwartung herunter, Quantenmaschinen würden bestehende Chips verdrängen. Er beschrieb sie als Ergänzung zu CPUs und GPUs für Aufgaben, die klassische Rechner nur langsam lösen.

Der Unterschied ist wichtig für jeden, der Quantenkapazität einkauft. Foxconn setzt auf Montage und Stückzahlen, nicht auf das Design von Qubits. Liu bezog seinen Zeithorizont von zwei Jahren auf die gesamte Branche, nicht nur auf sein eigenes Unternehmen.

Am selben Tag kam Geld für das andere Ende des Problems zusammen. Das deutsche Start-up Quint Computing teilte mit, in einer ersten Runde 9,1 Millionen Euro eingesammelt zu haben, angeführt von Vsquared. Beteiligt waren Quantonation, Nucleus Capital, Faber, Vanagon Ventures und ZOHO.VC sowie Prof. Mikko Möttönen, Gründer von IQM und QMill. Der Europäische Innovationsrat vergab zusätzlich einen Pathfinder-Zuschuss von 2,2 Millionen Euro, wie Tech.eu und HPCwire am 3. November berichteten.

Die Physiker Michael Hartmann und Christopher Eichler sowie der Ökonom Jona Stinner gründeten Quint im Oktober 2025. Das Unternehmen ging aus Forschung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hervor und gehört zum Ökosystem des Munich Quantum Valley.

Die Firma setzt auf Fehlerkorrektur auf Hardwareebene. Ihre supraleitende Chiparchitektur soll einen großen Teil der Fehler direkt in den einzelnen Schaltkreiselementen verhindern. Eine nachträgliche Korrektur per Software und zusätzlichen Qubits ist nicht vorgesehen. Vollständig umgesetzt, so berichtete HPCwire, soll der Ansatz Komplexität, Hardwareaufwand und Energieverbrauch um den Faktor 100 senken. Die Taktfrequenz soll dabei hoch bleiben.

„Das Rennen um kommerziell nutzbare Quantencomputer nimmt Fahrt auf", sagte Eichler in der Mitteilung zur Finanzierung. „Quint hat einen klaren Fahrplan, um die Entwicklung der nötigen Technologie zu beschleunigen." Eichler ist Vorstandsvorsitzender.

Parallel dazu kommen Meilensteine auf der Hardwareseite. IBM Research veröffentlichte ein Paper über vier Langstreckenkoppler, sogenannte L-Coupler. Sie arbeiten zwischen zwei supraleitenden Prozessoren vom Typ Nighthawk R1 mit je 120 Qubits und reichen über einen Meter. Die Arbeit ist ein Schritt dahin, Prozessormodule zu größeren Maschinen zusammenzusetzen. SemiEngineering wies am 2. November auf das Paper hin, arXiv 2610.29986.

Auch öffentliches Geld kommt ins Spiel. Kanadas Quantum Champions Program, im Dezember 2025 angekündigt, stellt bis zu 92 Millionen kanadische Dollar bereit, rund 64,5 Millionen US-Dollar, als meilensteinabhängige Beiträge. Das Programm verteilt das Geld auf Anyon Systems, Nord Quantique, Photonic und Xanadu, wie EE Times am 2. November berichtete. Drei dieser Unternehmen beteiligen sich zudem an der Quantum Benchmarking Initiative der DARPA. Sie bewertet Fahrpläne und Kosten, nicht Qubit-Zahlen. Gefragt wird, ob ein System bis 2033 einen Wert liefern kann, der seine Kosten übersteigt.

Julien Camirand Lemyre, Vorstandsvorsitzender des in Sherbrooke ansässigen Unternehmens Nord Quantique, sagte EE Times, Beschaffung im Verteidigungsbereich könne Technologie in früheren Stadien stützen. Kanada müsse vorbereitet sein, „nicht nur Quantencomputer zu kaufen, sondern diese Technologie auch zu nutzen".

Auch größere Anbieter richten sich an denselben Annahmen neu aus. Intel teilte am 26. Oktober mit, das israelische Quantensoftware-Unternehmen Classiq übernehmen zu wollen. Ziel ist eine Full-Stack-Plattform rund um die eigene Arbeit an Spin-Qubits in Silizium. SoftBank und fünf japanische Partner starteten ein von NEDO gefördertes Projekt zur Materialentwicklung. Die Partner sind AGC, Toppan Holdings, Aisin, Asahi Kasei und DIC. Das Projekt läuft von Fiskaljahr 2026 bis Fiskaljahr 2028, wie Light Reading am 28. Oktober berichtete.

Netzwerkausrüster sehen sich in einer unterstützenden Rolle. Lumen kündigte am 29. Oktober an, Forschung zur Quantenkonnektivität über Glasfaser an der Ohio State University zu finanzieren. Das Unternehmen bereitet quantensichere Sicherheit in einem Produkt für Secure Access Service Edge auf Basis von Fortinet vor.

Weiter entfernt baut das britische Ingenieurbüro Craft Prospect einen Emulator für ein Weltraumnetz zur Quantenschlüsselverteilung. Es arbeitet an Nutzlasten für die Mission OPS-SAT VOLT im Umfang von 20 Millionen Euro, wie SpaceNews am 21. Oktober berichtete. Keines dieser Projekte liefert heute eine fehlertolerante Maschine. Lius Zwei-Jahres-Horizont und die Fahrpläne der Start-ups beschreiben dieselbe Lücke von zwei Seiten.

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Quellen

9
  1. 01Foxconn details quantum ambitions, wants to become world's "largest quantum computer manufacturer"EN
  2. 02Quint Computing raises €9.1M to scale quantum computing technologyEN
  3. 03Quint Computing Raises €9.1M to Advance Fault-Tolerant Quantum ComputingEN
  4. 04Quantum Interconnects Link Two 120-Qubit Processors (IBM Research)EN
  5. 05Canada's Quantum Sector Sets Sights on CommercializationEN
  6. 06Intel to Acquire Classiq to Create a Full-stack Quantum Computing PlatformEN
  7. 07SoftBank teams up with five Japanese firms to build quantum-based platformEN
  8. 08Lumen redefining networking for AI and quantum eras with three new initiativesEN
  9. 09Summer of Quantum: Building momentum for space-based QKDEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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