Rat von Waterford lehnt Baugenehmigung für Rechenzentrum in Kilmeaden ab
Der Stadtrat von Waterford hat am 15. Oktober die Baugenehmigung für ein 108,79 Hektar großes Rechenzentrums- und Energieprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Käserei Kilmeaden verweigert. Die Gegner sprachen von einem Sieg.

Der Stadtrat von Waterford hat am 15. Oktober die Baugenehmigung für das Rechenzentrums- und Energieprojekt in Kilmeaden verweigert. Der Antrag der Crag Rathnew DC Limited und der Kent Homes Limited betraf das Gelände der ehemaligen Käserei Kilmeaden und angrenzende Flächen, wie RTE berichtete.
Im Bauantrag hieß es, das Projekt solle auf 108,79 Hektar ein Dorfzentrum mit gemischter Nutzung, einen Technologiepark und eine Anlage für erneuerbare Energien umfassen. Vorgesehen waren drei ICT-Gebäude mit jeweils rund 24.000 Quadratmetern, ein Energiezentrum mit 16 gasturbinenbetriebenen Anlagen, ein Solarpark mit mehr als 43.000 Modulen und ein Batteriespeichersystem. Der weitere Plan umfasste 48 Wohnungen, einen zweigeschossigen Supermarkt mit Spirituosenverkauf, eine Kinderbetreuungseinrichtung, ein Gemeinschaftszentrum, ein Fitnessstudio, ein Café, ein Gesundheitszentrum und eine Apotheke.
Der Irish Examiner berichtete, dass auch der große Rechenzentrumsentwickler Echelon hinter dem Projekt stand. Die Entwickler erklärten, ihre Anlagen würden nach den geltenden Vorgaben und in Absprache mit Vertretern der Gemeinde geplant und errichtet, wie RTE berichtete.
Der Antrag
Laut Irish Examiner wurde der Antrag erstmals im September 2025 eingereicht. Waterford Live berichtete von mehr als 500 Stellungnahmen, die überwiegende Mehrheit dagegen. Das Dorf hat etwa 300 Einwohner, wie der Irish Examiner berichtete.
Der Sinn-Féin-Abgeordnete Conor McGuinness sagte, das Vorhaben hätte einen durchschnittlichen Strombedarf von etwa 203 Megawatt gehabt. Es handle sich nicht um ein kleines Projekt, und Vorhaben dieser Größenordnung müssten auf ihre vollen Auswirkungen auf Umwelt und Infrastruktur geprüft werden, berichtete Waterford Live.
McGuinness und sein Parteikollege David Cullinane begrüßten die Ablehnung, ebenso die Ratsmitglieder John O'Leary, Catherine Burke und Declan Clune, wie Waterford News berichtete. Beide Abgeordneten hatten das Projekt abgelehnt, meldete Waterford Live. Cullinane sagte, Irland brauche einen zusammenhängenden Ansatz für Rechenzentren, der Strombedarf, Netzkapazität, Klimaverpflichtungen und die Folgen für die örtlichen Gemeinden berücksichtige.
Der Widerstand
RTE berichtete am 10. Oktober, dass mehr als 300 Menschen an einer langsamen Autokorso-Protestfahrt durch Kilmeaden teilnahmen. Autos, Traktoren und Transporter starteten an der Ballyduff National School. Waterford News nannte für eine ähnliche Aktion am Sonntag, dem 11. Oktober, ebenfalls rund 300 Teilnehmer.
Amanda Power, Mitglied des Komitees der Gruppe Kilmeaden Against Industrialisation, sagte RTE, falls das Vorhaben gebaut werde, gebe es „kein Zurück“. Danny Brennan, der seit über 50 Jahren am Rand des Geländes wohnt, sagte, die Rechenzentren würden am Ende seines Gartens stehen und das Haus sei dann nichts mehr wert.
Friends of the Earth Ireland erklärt, Rechenzentren verbrauchten inzwischen 23 Prozent des gesamten Stroms in Irland, ein Anteil, den die Organisation weltweit als beispiellos bezeichnet. Die Gruppe sagt, die wachsende Zahl der Rechenzentren treibe die Stromrechnungen und binde Irland an eine neue Generation fossiler Brennstoffe, wie der Munster Express berichtete.
Der Munster Express berichtete außerdem, nach den Berechnungen der Entwickler selbst hätte der geplante Solarpark nur 2 Prozent des Energiebedarfs der Rechenzentren gedeckt.
Wie es weitergeht
Waterford Live berichtete, das Schreiben mit der Entscheidungsmitteilung sei nicht auf der Website des Rates veröffentlicht worden, sodass die offiziellen Ablehnungsgründe unbekannt blieben. Damit ist auch unklar, worauf sich ein Einspruch stützen könnte.
Power sagte dem Munster Express, gegen die Ablehnung könne noch Einspruch eingelegt werden, und der Widerstand sei nicht vorbei. Sie forderte ein landesweites Moratorium für neue Rechenzentren, bis Regeln feststehen, wo sie gebaut werden dürfen, wie viele gebraucht werden und ob die Infrastruktur sie tragen kann.
Der Munster Express berichtete, Einwohner von Waterford wollten am Samstag, dem 7. November, an einer Demonstration in Dublin teilnehmen, die um zwölf Uhr am Garden of Remembrance beginnt. Die Veranstaltung sei Teil eines europäischen Aktionstags zu Rechenzentren, organisiert von Friends of the Earth Ireland gemeinsam mit Bürgergruppen, mit mehr als 85 Gruppen aus zehn Ländern.
Quellen
36- 01Planning permission for major data centre development in Co Waterford refusedEN
- 02Kilmeaden Residents Stand Against New Data Centre Building Proposal In Rural IrelandEN
- 03Waterford Council refuses planning permission for major Kilmeaden data centreEN
- 04Victory for Kilmeaden community as mega Waterford data centre refused permissionEN
- 05Permission refused for controversial data centre planned for Waterford villageEN
- 06Major Kilmeaden development is refusedEN
- 07Residents protest against major data centre development in WaterfordEN
- 08Waterford to take part in national protest against data centresEN
- 09‘Massive boost’ for campaign against development of new data centre in WaterfordEN
- 10Google’s first Wyoming data centre will run on gas with carbon captureEN
- 11Aluminum–Air Generators for Data Centres Face a Metal Logistics TestEN
- 12Activists across Europe prepare two days of protests against datacentresEN
- 13OpenAI is stepping back from NDAs for data center projectsEN
- 14Meta warns that election backlash against data centers could make AI expansion harderEN
- 15Voters rejected AI data centers over resource concerns. Here's why measuring water usage is hardEN
- 16Voters rebuff data centers in every ballot measure except one during the 2026 midtermsEN
- 17Data Centres Take 23% of Irish Power, Podcast Says [2026] - tech-insider.orgEN
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