Googles KI-Zahlungen an Verlage: 100 Seiten, manche unter 1.000 Dollar
Google zahlt rund 100 Digitalverlagen für Inhalte, die in AI Overviews, im AI Mode und in Gemini verwendet werden. Die kleinsten Teilnehmer haben über mehrere Monate weniger als 1.000 Dollar erhalten, berichtete The Information am Dienstag.

Google nennt das Vorhaben AI contribution pilot. Bezahlt wird nach Angaben von The Information danach, wie stark eine Quelle zu einer KI-Antwort beiträgt. TNW veröffentlichte die Zahlen am 30. September und wies darauf hin, sie nicht unabhängig geprüft zu haben. Alix Coutures und Catherine Perloff von The Information schrieben den Bericht am Dienstag; sie berufen sich auf Personen, die mit den Tests vertraut sind.
Die Auszahlungen fallen sehr unterschiedlich aus. Ein früher Teilnehmer kommt auf mehr als 1m Dollar im Jahr. Ein später eingestiegener Teilnehmer hat 50.000 bis 60.000 Dollar verdient. Mehrere kleinere Seiten erhielten über mehrere Monate weniger als 1.000 Dollar. Bei manchen kleinen und mittleren Seiten machen die Zahlungen weniger als ein Zehntel von 1 Prozent ihrer Werbeeinnahmen aus, berichtet The Information.
Verlage können die Formel nicht einsehen
Digiday berichtete am 14. September zuerst über das Programm. Google zahlt, wenn der Inhalt eines Verlags „erheblich“ zu einer KI-Antwort beiträgt, so Digiday. Jessica Davies und Sara Guaglione schrieben, die Verlage beschrieben das System als Blackbox. Die Quellen von The Information sehen es genauso. Die Einnahmen erscheinen jeden Monat in der Google Search Console. Unklar bleibt, was als relevanter Beitrag zu einer Antwort gilt.
Google bestätigte gegenüber Digiday, dass es sich um einen Piloten in einer frühen Phase handelt. Das Unternehmen prüfe, wie sich hochwertige Inhalte am besten belohnen lassen. Die Zahlungen kämen zu den Traffic- und Werkzeugangeboten hinzu, die Google bereits bereitstellt. The Decoder berichtete am 30. September, dass einige Teilnehmer nicht wissen, wie Google ihre Zahlungen berechnet. Außerdem könnten sich die Beträge von Monat zu Monat ohne Erklärung ändern.
Der heutige Datenaustausch zwischen Zulieferern und Lieferketten besteht aus wochenlangem Hin und Her von PDFs. Wir glauben, dass Agenten diese Graphen durchlaufen werden, und Trace.Space wird der Kern sein, der diese Engineering-Informationen zusammenhält.
Inhalte zu Nischenthemen mit starker Anhängerschaft, etwa Anime und Gaming, scheinen mehr einzubringen, so The Information. Mehrere größere Verlage haben den Einstieg abgelehnt. Sie hoffen, mit dem Fernbleiben ein besseres Angebot von Google zu erreichen, heißt es in dem Bericht. Yahoo-Chef Jim Lanzone sagte vergangene Woche laut TNW, Mikrozahlungen würden für Verlage nie ausreichen.
Regulierer und Gerichte rücken näher
Der Zahlungs-Pilot läuft parallel zum rechtlichen und regulatorischen Druck auf Googles KI-Suchfunktionen. Im Juni entschied die britische Wettbewerbsbehörde, dass Google Verlagen erlauben muss, seine KI-Suchfunktionen abzuwählen, meldete TNW. Die Europäische Kommission eröffnete im Dezember 2025 eine kartellrechtliche Untersuchung. Sie prüft, ob Google unfaire Bedingungen setzt, indem es Verlagsinhalte für KI-Funktionen nutzt, ohne angemessene Vergütung oder echte Möglichkeit zum Ausstieg. Die Kommission hat Verlage gefragt, ob Googles Opt-out funktioniert.
Im Juli 2025 reichten unabhängige Verlage bei der Europäischen Kommission Beschwerde wegen der AI Overviews ein, berichtet The Decoder. Im September verklagte Penske Media, Mutterkonzern von Rolling Stone, Google wegen verlorenen Traffics und Werbeeinnahmen. Ein deutsches Gericht hat zudem entschieden, dass AI Overviews Googles eigene Inhalte sind und keine Zusammenfassungen vorhandenen Materials. The Decoder merkte an, Verlage hätten eine rechtliche Grundlage, Lizenzgebühren zu verlangen, sobald Google ihre Arbeit in einer KI-Antwort verwendet, falls sich diese Auslegung durchsetzt.
Die Verlage lobbyieren auch in Washington. Diese Woche warben Führungskräfte von mehr als 300 Nachrichtenverlagen im Kongress für einen Gesetzentwurf, der KI-Stealth-Bots verbieten soll, meldete TNW. Im Juli setzte Cloudflare den KI-Crawlern eine Frist bis September, um Verlage zu bezahlen oder blockiert zu werden.
Eine volle Woche für Engineering-KI
Die Geschichte über die Verlagszahlungen fällt in dieselbe Woche wie eine Reihe von KI-Ankündigungen für Hardware- und Chip-Engineering. Am 30. September erklärten OpenAI und Synopsys, eine mehrjährige strategische Partnerschaft unterzeichnet zu haben, so The Decoder. Der Deal umfasst ein spezialisiertes KI-Modell für den Chipentwurf namens GPT-Synopsys. Synopsys stellt Werkzeuge für Electronic Design Automation her. OpenAI lizenziert diese Werkzeuge für das Projekt, und das Modell läuft auf OpenAIs Infrastruktur. Beide Unternehmen erklärten, Kundendaten würden nicht zum Training verwendet und verschlüsselt gespeichert. Erste Tests mit Halbleiterkunden laufen bereits. Die beiden Firmen wollen das Produkt gemeinsam vermarkten und die Erlöse teilen.
Synopsys-Chef Sassine Ghazi sagte, KI könne den Entwurfsprozess erheblich beschleunigen. OpenAI-Mitgründer Greg Brockman beschrieb die Partnerschaft als Weg zu besseren Chips und besserer KI. OpenAI arbeitet bereits mit Broadcom an Chips, die speziell für den Betrieb von KI-Modellen gebaut werden. The Decoder merkte an, der kürzlich vorgestellte Chip Jalapeno sei gegenüber ähnlichen spezialisierten Chips sehr wettbewerbsfähig.
Ebenfalls am 30. September meldete TechCrunch, Flow Engineering habe in einer Series B 50m Dollar bei einer Bewertung von 750m Dollar eingesammelt. Das Start-up aus San Francisco verkauft KI-Werkzeuge für Hardware-Entwurf. Die Runde führten Antonio Gracias von Valar Equity Partners und Gavin Baker von Atreides Management gemeinsam an. Sequoia Capital, das im Oktober die Series A von Flow angeführt hatte, beteiligte sich. Der frühere Sequoia-Partner Roelof Botha investierte ebenfalls als Einzelperson und kam in den Vorstand von Flow. Flow ist drei Jahre alt und nennt Anduril, Rivian, Joby Aviation, General Motors PPU, RV Tech, Stoke Space und weitere als Kunden.
Am 1. Oktober berichtete Tech.eu, das lettische Start-up Trace.Space habe Trinity gestartet. Die Hardware-Engineering-Plattform verbindet Anforderungen, Tests, Designparameter und Produktvarianten in einem System. Sie gibt KI-Agenten Zugriff auf diese Daten. Trace.Space wurde 2022 in Riga gegründet und hat Büros vor Ort und in den USA. Mitgründer Janis Vavere sagte zu Tech.eu: „Auch wenn es am Anfang nicht offensichtlich scheint: Anforderungen sind der Punkt, an dem alles beginnt und wo der Kern des geistigen Eigentums liegt.“ Das Unternehmen schätzt, dass Trinity heute rund 40 Prozent des Produktentwicklungszyklus abdeckt, nach etwa 10 Prozent zum Start. Ziel sind 80 Prozent.
Arrowfly, Muttergesellschaft von The Robot Report, startete am 30. September AI for Engineers. Das Angebot umfasst einen Newsdesk, eine jährliche Konferenz, eigene Forschung und einen Beirat. Die Konferenz ist vom 20. bis 22. September 2027 in Henderson, Nevada, geplant, mit erwarteten 700 Ingenieuren und technischen Führungskräften. Das Unternehmen erklärte, mehr als 30.000 Ingenieure und technische Fachkräfte hätten sich in seinem Engineering-Portfolio mit KI-Themen befasst.
Für die Verlage ändert all das die Rechnung nicht. Der Pilot zahlt einer kleinen Zahl von Seiten gut. Die meisten bekommen sehr wenig, und die Formel bleibt unsichtbar. Größere Verlage setzen darauf, dass ihnen die Ablehnung einen Vorteil verschafft. Die Berichterstattung von The Information legt nahe, dass diese Wette noch offen ist und Google so oder so die Bedingungen setzt.
Quellen
6- 01Google is paying 100 publishers for AI answers, The Information reportsEN
- 02Google is paying almost no publishers almost nothing for content used in AI answersEN
- 03OpenAI and Synopsys team up to build an AI model that designs chips like a seasoned engineerEN
- 04Valor, Atreides, and Sequoia back AI startup Flow Engineering at $750M valuationEN
- 05Trace.Space launches Trinity to tackle hardware engineering's next bottleneckEN
- 06The Robot Report parent Arrowfly launches AI for Engineers platform, events for engineers navigating AIEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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