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BYD will im vierten Quartal die Serienfertigung im ungarischen Werk Szeged starten

BYD will laut einem Bericht vom Oktober im vierten Quartal mit der Serienfertigung im ungarischen Werk Szeged beginnen. Damit käme das Unternehmen einen Schritt weiter: Autos würden dann innerhalb der EU montiert, der kombinierte Zoll von 27 Prozent auf in China gebaute Elektroautos fiele weg.

AutoAnalyseJonas WeberVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 40
BYD will im vierten Quartal die Serienfertigung im ungarischen Werk Szeged starten

Die Serienfertigung im Werk soll im vierten Quartal anlaufen, heißt es in dem Bericht vom Oktober. Executive Vice President Stella Li sagte im Juni gegenüber Reuters, die Fahrzeugmontage beginne im vierten Quartal, die Anlagen würden derzeit noch installiert. Am 7. September erklärte das Management gegenüber Analysten, es rechne mit einem Montagestart im November oder Dezember.

Bei voller Auslastung ist das Werk auf 200.000 Fahrzeuge im Jahr ausgelegt. BYD hat allerdings erklärt, die Produktion werde mindestens zwei Jahre lang deutlich unter der Kapazität bleiben. Frühere Berichte nannten eine anfängliche Jahreskapazität von rund 150.000 Fahrzeugen. Am 29. Januar begann die Testproduktion mit 960 Beschäftigten, überwiegend vor Ort eingestellte Mitarbeiter, dazu einige befristete Kräfte aus Asien. Der Dolphin Surf soll das erste Modell sein, das dort gebaut wird.

BYD ist seit 2016 in Ungarn. Damals eröffnete das Unternehmen in Komárom ein Montagewerk für Elektrobusse, im vergangenen Jahr verlegte es seine Europazentrale nach Budapest. Das Werk in Manisa in der Türkei, 2024 angekündigt und auf 150.000 Fahrzeuge im Jahr ausgelegt, ist auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Warum die Montage vor Ort zählt

Die EU erhebt auf in China gebaute Elektroautos einen kombinierten Zoll von 27 Prozent: 17 Prozent Ausgleichszoll zusätzlich zum regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent. Wer vor Ort fertigt, umgeht diese Abgaben.

Der zweite Druckfaktor ist die lokale Wertschöpfung. Der Entwurf der EU für ein Industrial Accelerator Act würde für Subventionen und öffentliche Beschaffung eine Schwelle von etwa 70 Prozent lokaler Wertschöpfung setzen. Bei der Veröffentlichung des Vorschlags im Februar stand dieser Wert noch in eckigen Klammern. Altavillas Argument für ein Batteriewerk ist einfach: „Es ergibt keinen Sinn, in die Automontage (in Europa) zu investieren, aber die Batterien aus China zu holen“, sagte er im September 2025. Auch der Handelsdruck wächst: Die EU strebt laut einem Bericht der Financial Times eine ausgehandelte Obergrenze für Importe in China gebauter Hybride an und könnte die Zölle erhöhen, falls keine Einigung zustande kommt.

Drei Montagewerke und ein Batteriewerk

Alfredo Altavilla, Sonderberater von BYD für Europa und früherer Manager bei Fiat Chrysler, sagte am 16. September bei einer Präsentation in Turin, das Unternehmen werde auf längere Sicht drei Montagewerke und eine Batteriefabrik in Europa brauchen. „Auf längere Sicht brauchen wir drei Montagewerke und ein Batteriewerk“, sagte er. Über einen zweiten europäischen Montagestandort will BYD bis Ende 2026 entscheiden. Lieber kauft das Unternehmen eine bestehende Anlage und modernisiert sie, statt neu zu bauen. Spanien und Frankreich gehören zu den bevorzugten Standorten.

Italien bleibt ein Kandidat, dürfte aber seltener gewählt werden, sagte Altavilla: „Italien bleibt ein Plan B“. Vor einem Jahr hatte er Reuters bei einer Konferenz in Mailand gesagt, ein Werk in Ländern, die „chinesischen Autos nicht freundlich gesinnt sind“, sei „kaum vorstellbar“. Rom hatte die EU-Zölle auf chinesische Elektroautos unterstützt. Seither verhandelt BYD mit Stellantis und anderen europäischen Herstellern über die Übernahme unterausgelasteter Fabriken. Stella Li sagte im Mai, BYD wolle übernommene Werke lieber selbst betreiben als über Joint Ventures.

Der Motor im Auslandsgeschäft hinter dem Plan

BYD braucht die Kapazität, weil das China-Geschäft schrumpft: Der Absatz im Heimatmarkt fiel in diesem Jahr um 32,7 Prozent auf 1.505.000 Fahrzeuge. Im Ausland wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 insgesamt 1.162.260 Fahrzeuge verkauft, 85,72 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein der August brachte mit 189.466 einen Rekord, ein Plus von 134,45 Prozent und 43,03 Prozent des Monatsabsatzes.

Das Unternehmen hob sein Auslandsziel für 2026 auf 1.900.000 bis 2.000.000 Fahrzeuge an, nach 1.500.000 aus dem März und davor 1.300.000 aus dem Januar. Für 2027 peilt es mehr als 2.500.000 an. Die Zulassungen in Europa stiegen im ersten Quartal um 169,7 Prozent auf 50.646 und hoben den Marktanteil von 0,7 auf 1,8 Prozent. Im ersten Halbjahr wurden in der EU, der EFTA und Großbritannien 174.144 Fahrzeuge zugelassen, mehr als die 170.351 von Tesla. Der EU-Anteil stieg laut ACEA-Daten von 1,0 auf 2,4 Prozent. Der Auslandsumsatz übertraf erstmals den Inlandsumsatz und machte 53 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Wie es weitergeht

Nach der Wahl des zweiten Standorts muss BYD entscheiden, ob ein drittes Montagewerk oder eine Batteriefabrik Vorrang bekommt. Die Energiekosten fallen dabei stark ins Gewicht, sagte Altavilla. Das Management sieht in diesem Jahr die Frachtkapazität als Engpass für Exporte, nicht die Fertigung, heißt es in einer Notiz der Deutschen Bank. Bis zu 26 chinesische Elektroauto- und Batteriewerke sind in Europa im Bau oder in Betrieb.

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Quellen

40
  1. 01Chinese EV and Battery Makers Build 26 Plants in Europe, Sidestepping Tariffs for Duty-Free Market GrabEN
  2. 02BYD will eventually need three assembly plants, one battery factory in Europe, adviser saysEN
  3. 03BYD needs 3 assembly plants and 1 battery factory for long-term European expansion, adviser saysEN
  4. 04BYD Wants Three European Car Plants and a Battery Factory, Adviser SaysEN
  5. 05BYD in talks with Stellantis and other carmakers to take over underutilized European factoriesEN
  6. 06BYD Could Soon Be Building EVs And Batteries In EuropeEN
  7. 07BYD Is No Longer Just Shipping Cars to Europe, It's Starting to Build Them ThereEN
  8. 08BYD needs battery plant in Europe to support auto production increase, special adviser saysEN
  9. 09BYD to Build Four European Plants as Pakistan Assembly Line Takes ShapeEN
  10. 10Steering Through Uncertainty: Four future paths for Canada’s auto industry - RBCEN
  11. 11BYD Plots Three European Assembly Plants as E.ON Charging Deal Lands in NovemberEN
  12. 12EU tariffs push BYD into Hungary, with 3 more European factories plannedEN
  13. 13Fourthline and Veridas combine forces to take on global digital identity marketEN
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  40. 40Swarm Of Electric Trucks Coming To US (Battery Swapping Included?)EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Jonas Weber

Jonas Weber

Sport, Auto und Reisen

Jonas Weber schreibt für FLASH24 über Sport, Autos und Reisen und stützt sich dabei auf Verbandsstatistiken, Herstellerangaben und eigene Recherchen vor Ort. Bei Ligaspielen prüft er Spielberichte gegen die offiziellen Datenbanken und gleicht Torschützen sowie Einsatzzeiten ab. Im Automobilbereich vergleicht er technische Daten aus Pressemappen mit unabhängigen Tests, im Reisenressort wartet er auf die saisonalen Streckenfreigaben und spricht mit Veranstaltern. Privat verfolgt er Ligastatistiken, diskutiert über den Videobeweis und spielt selbst Amateurbasketball. Zahlen, die er nicht belegen kann, veröffentlicht er nicht.

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