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Kakao-Exporteure stehen vor EU-Frist zur Rückverfolgbarkeit am 30. Dezember 2026

Ab dem 30. Dezember 2026 müssen große und mittlere Kakao-Importeure die Bohnen nach der Verordnung (EU) 2025/2650 bis zu den Anbauflächen zurückverfolgen. Für westafrikanische Exporteure heißt das, die Farmen zu erfassen, während die Preise einbrechen.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 26
Kakao-Exporteure stehen vor EU-Frist zur Rückverfolgbarkeit am 30. Dezember 2026

Die Verordnung (EU) 2025/2650 ist im Dezember 2025 erschienen. Sie setzt die Frist auf den 30. Dezember 2026 für große und mittlere Marktteilnehmer und auf den 30. Juni 2027 für Kleinst- und Kleinunternehmen, berichtete Africa Sustainability Matters. Importeure müssen nachweisen, dass das Kakao nicht auf Flächen angebaut wurde, die nach dem 31. Dezember 2020 entwaldet wurden, und dass es nach den örtlichen Gesetzen erzeugt wurde. Jede Lieferung muss bis zur Anbaufläche zurückverfolgt werden.

Der größte Teil des westafrikanischen Kakaos wächst bei Kleinbauern, berichtete DW. Die Regeln erreichen sie über die Exporteure und Importeure, die jede Lieferung dokumentieren müssen. Exporteure müssen einzelne Farmen erfassen, die Landnutzung prüfen und digitale Aufzeichnungen führen, auf die sich EU-Käufer verlassen können, berichtete Reuters.

Kosten der Einhaltung

Sunbeth Global, ein nigerianischer Exporteur, hat drei Jahre lang 124.000 Hektar erfasst, auf denen etwa 60.000 Tonnen Kakao wachsen. Das kostete 30 bis 70 Dollar pro Tonne. Der operative Leiter Nzubechukwu Anisiobi sagte, erste Gespräche mit Käufern hätten Widerstand ausgelöst, weil unklar sei, wer die Kosten trägt. "Die Kosten-Nutzen-Analyse zehrt derzeit an unseren Margen", sagte er.

Starlink Global and Ideal, Nigerias größter Kakao-Exporteur, hat nach eigenen Angaben seit 2023 zwischen 40 und 80 Dollar pro Tonne für die Erfassung und Rückverfolgung seiner Lieferkette ausgegeben. Diese Kosten seien von europäischen Käufern noch nicht erstattet worden. Bei 30 bis 70 Dollar pro Tonne entsprechen die Erfassungskosten etwa 1% bis 2,3% des Weltmarktpreises von rund 3.000 Dollar. Starlinks Spanne von 40 bis 80 Dollar entspricht 1,3% bis 2,7%.

In Côte d'Ivoire lässt sich nur etwa die Hälfte des Kakaos bis zum Anbauort zurückverfolgen, teilte NPO Trase in einer Studie vom Mai mit. Westafrika erzeugt etwa 70% des Kakaos weltweit und liefert rund zwei Drittel davon in die EU, zeigen Daten der Weltbank, der EU und der UN. Fachleute der Branche schätzen, dass Bauern, die mehr als die Hälfte des nigerianischen Kakaos produzieren, die Regeln nicht erfüllen könnten. Das Land hat nach Angaben des Nigerian Export Promotion Council etwa 300.000 überwiegend kleinbäuerliche Erzeuger.

Preisverfall

Sinkende Preise könnten die Vorbereitungen auf die EUDR bremsen, weil Bauern und Branchenverbände Mühe haben, die Kosten der Rückverfolgbarkeit zu tragen, berichtete EUobserver. Kakao erreichte 2024 mit etwa 12.000 Dollar pro Tonne seinen Höchststand, nach Angaben von ABC und EUobserver, während DW den Höchststand mit fast 13.000 Dollar angab. Anfang April 2026 wurde er bei rund 3.000 Dollar gehandelt, ein Rückgang von mehr als 75%, berichtete DW.

EUobserver berichtete, Ghanas Finanzminister Cassiel Ato Forson habe eine Kürzung des Großhandelspreises für die Bauern um fast 30% angekündigt, von etwa 290 Euro auf 210 Euro pro 64-kg-Sack. Cocobod schulde den Kakaobauern rund 800.000.000 Euro. Die BBC berichtete, die verzögerten Zahlungen beträfen vermutlich etwa 800.000 Bauern. Kakao mache etwa 7% des ghanaischen BIP aus, während Kakao-Exporte rund 15% der Deviseneinnahmen stellen.

Wie es weitergeht

Brüssel hat nach seinem Vereinfachungspaket vom 4. Mai keine weitere Verschiebung angekündigt, berichtete Africa Sustainability Matters. Der Nachhaltigkeitsberater Nicko Debenham schätzt, dass eine Verknappung des Angebots in der EU etwa zwei Jahre dauern könnte. In dieser Zeit könnten Exporteure, die in die Einhaltung der Regeln investiert haben, von Schokoladenherstellern einen Aufpreis verlangen.

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Quellen

26
  1. 01EU deforestation regulation 2026: West African cocoa farmers face market access risks as traceability deadline nearsEN
  2. 02How the cocoa price crash is crushing West African farmersEN
  3. 03Cocoa farmers in Ghana and Ivory Coast face bitter times as chocolate market slumpsEN
  4. 04Cocoa price slump impacting farmers in Ghana and Ivory CoastEN
  5. 05Cocoa prices crash but Easter chocolate stays expensiveEN
  6. 06Slumping cocoa price leaves West Africa's farmers struggling to comply with EU's anti-deforestation lawEN
  7. 07Chocolate could get pricier as EU scrutinises West African cocoaEN
  8. 08Cocoa Prices Rally on Supply Risks and West African WeatherEN
  9. 09In cocoa's heartland, African farmers seek new opportunitiesEN
  10. 10Cocoa prices fall over 10% in early 2026 on supply optimism - Anadolu AjansıEN
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  12. 12Africa: El Niño and Disease Threaten West Africa's Cocoa HarvestEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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