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KI-Arbeitsplätze: Rechenzentren schaffen Jobs für Handwerker, Absolventen warten weiter auf den Einschnitt

Für den Bau von Rechenzentren in den USA werden Schweißer, Elektriker und Rohrleitungsmonteure gesucht. Widerstand in Bundesstaaten und Kommunen könnte diese Nachfrage bremsen, berichtete CNBC am 26. September. Andere Daten zeigen zugleich: Hochschulabsolventen haben weiter mit einer Arbeitslosenquote von 5,7% zu kämpfen.

KonjunkturErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20266 Min. LesezeitQuellen 6
KI-Arbeitsplätze: Rechenzentren schaffen Jobs für Handwerker, Absolventen warten weiter auf den Einschnitt

Am 26. September berichtete CNBC, dass Schweißer, Klempner, Kältetechniker und Elektriker beim Bau von Rechenzentren stark gefragt sind. Das ist die jüngste datierbare Entwicklung in der Akte. Daneben steht ältere, vorsichtigere Forschung: Die Federal Reserve Bank of New York stellte fest, dass die Einstellungen insgesamt zurückgegangen sind. Zurückgegangen sind sie aber nicht bei den Einstiegsjobs, die der KI am stärksten ausgesetzt sind. Die National Association of Colleges and Employers sieht eine Lücke zwischen dem, was Arbeitgeber wollen, und dem, was Studierende glauben.

Bundesstaaten wie New York und Texas gehen dazu über, die Entwicklung zu bremsen, und lokale Baustopps breiten sich aus. Die Geschichte der KI-Arbeitsplätze ist nicht eine Geschichte. Es sind mindestens drei, und sie laufen unterschiedlich schnell.

Was der Bau der Rechenzentren tatsächlich einbringt

Laut CNBC erfordern Bau und Wartung von Rechenzentren und das weitere KI-Ökosystem eine neue Generation von Kältetechnikern, Bauarbeitern, Leitungsmonteuren und Rohrleitungsmonteuren. Maria Flynn, Präsidentin und Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation Jobs for the Future, sagte der Redaktion, Rechenzentren seien nur ein Teil eines größeren Puzzles. Dazu gehörten auch der Ausbau des Verkehrs und die Modernisierung der Stromnetze. "Wir sehen große Nachfragequellen, die gleichzeitig zusammenkommen", sagte Flynn. Die von CNBC genannten Zahlen zur Bezahlung sind konkret. Flynn sagte, ein Techniker im Ausbildungsjahr könne 40.000 bis 60.000 Dollar nach Hause bringen, erfahrene Elektriker kämen auf über 100.000 Dollar. Nicole Bachaud, Arbeitsökonomin bei ZipRecruiter, sagte der Redaktion, das durchschnittliche Mindestgehalt für Jobs in Rechenzentren sei im Jahresvergleich um 125,1% auf fast 208.000 Dollar gestiegen. Sie führte das auf hoch spezialisierte Ingenieurstellen zurück, die den Durchschnitt nach oben ziehen. Stellenanzeigen für Schweißer und Rohrleitungsmonteure liegen laut Bachauds Daten 164% über dem Vorjahr. CNBC merkt an, dass eine kleine Stichprobe ein Teil der Erklärung sein könnte.

Der Standort zählt. In Houston und Birmingham sei das Wachstum besonders stark gewesen, sagte Bachaud, weil Land verfügbar sei und Bauvorschriften die Entwicklung einfacher, billiger und schneller machten als in den Küstenmetropolen. "Das bedeutet, dass ein Elektriker oder Rohrleitungsmonteur in Birmingham wahrscheinlich eher einen Käufermarkt vorfindet als einer in Boston", schrieb CNBC.

Justin Sinkovich, außerordentlicher Professor am Columbia College Chicago, nannte der Redaktion konkrete Projektzahlen. Er sagte, Amazon habe 12.000.000.000 Dollar für ein neues Rechenzentrum in Louisiana zugesagt, mit 540 neuen Vor-Ort-Jobs, darunter 1.700 Elektriker, Techniker und Sicherheitskräfte. Metas Hyperion-Projekt in Louisiana sei 27.000.000.000 Dollar wert. "Diese Projekte schaffen Nachfrage nach Arbeitskräften vor Ort und können daher nicht ins Ausland verlagert oder aus der Ferne erledigt werden, anders als Fertigung und Software", sagte Sinkovich. Derselbe CNBC-Beitrag benennt das Risiko klar: Jüngste Vorstöße von Bundesstaaten wie New York und Texas, die Entwicklung zu bremsen, plus lokale Baustopps in den ganzen USA als Reaktion auf öffentlichen Widerstand könnten den Trend am Arbeitsmarkt beeinflussen. Viele der Baujobs sind von Natur aus befristet. Der Beitrag lässt offen, was mit diesen Arbeitskräften geschieht, wenn ein Bauprojekt endet.

Die Absolventenseite der Bilanz

CNBC berichtete am 25. September, dass laut der Federal Reserve Bank of New York Hochschulabsolventen im Alter von 22 bis 27 Jahren im Juni 2026 eine Arbeitslosenquote von 5,7% hatten. Das ist ein voller Prozentpunkt mehr als zwei Jahre zuvor für diese Gruppe und liegt über dem nationalen Durchschnitt. Die Arbeitslosenquote aller jungen Arbeitskräfte lag im Juni bei 7,2%. Die Unterbeschäftigungsquote, also Hochschulabsolventen, die in Jobs arbeiten, die keinen Bachelorabschluss erfordern, erreichte 42% bei frischen Absolventen gegenüber 33,7% bei allen Hochschulabsolventen. KI ist inzwischen Teil des Einstellungstrichters selbst. Eine von CNBC zitierte LinkedIn-Untersuchung ergab, dass 66% der Personalvermittler zu Beginn des Jahres 2026 planten, ihren Einsatz von KI für Vorauswahlgespräche zu erhöhen. 81% der Stellensuchenden gaben an, KI bei ihrer Suche genutzt zu haben oder nutzen zu wollen. Michela DiLorenzo, Studentin an der Seton Hall und Studentenredakteurin beim Setonian, sagte am Freitag zu CNBCs Jon Fortt, die Technologie verändere die Art, wie Studierende an ihr Leben nach dem Abschluss herangehen. "KI verändert wirklich die Motivation, mit der Studierende in den Arbeitsmarkt gehen", sagte sie.

Handshake, eine Plattform für Berufseinsteiger, die mit OpenAI an technischen Fähigkeiten von Studierenden gearbeitet hat, erklärt, Absolventen des Jahrgangs 2026 hätten KI-Kenntnisse doppelt so häufig in ihren Lebensläufen erwähnt wie der Jahrgang 2022. Die Auswertung ergab, dass 74% dieser Nennungen an reale Projekte gebunden waren und nicht an Kursarbeit. "Die Daten sagen uns, dass junge Talente nicht durch KI verdrängt, sondern durch sie verstärkt werden", schrieb Handshake in einem Blogbeitrag. Lebensläufe allein reichten aber nicht aus.

Die Nachfrage der Arbeitgeber steigt auf dem Papier. NACE erklärt, die Anforderung von KI-Kenntnissen sei im Frühjahr in 16,5% der Stellenbeschreibungen aufgetaucht gegenüber 10,5% im Herbst zuvor. 28% der Arbeitgeber suchten Berufseinsteiger, die KI bei der Arbeit nutzen können. NACE benennt auch eine Kluft zwischen manchen Vertretern der Generation Z und dem Arbeitsmarkt, die die Organisation als auffällig bezeichnet.

Bislang zeigt sich die Verdrängungsthese nicht in den Gesamtzahlen. CNBC zitierte Forschung der New York Fed zu Stellenanzeigen: "KI mag zu den jüngsten Entwicklungen am Arbeitsmarkt beitragen, ist aber nicht die Hauptursache für die Verlangsamung der Einstellungen." Dieselbe Forschung ergab, dass Arbeitgeber KI überwiegend durch Umschulung einbinden wollen, mit begrenzten Folgen für die Einstellungen. Das ist ein vorsichtiger Befund, kein Urteil. Das Papier selbst, ein NBER-Konferenzpapier vom 22. September, trägt den Titel Artificial Intelligence and Labor Market Reallocation.

Wo die beiden Geschichten zusammenkommen

Sie treffen sich in der Verrohrung des Arbeitsmarkts. Ein Teil der KI-Wirtschaft braucht physische Infrastruktur, die sich nicht importieren oder aus der Ferne betreiben lässt, und sie bezahlt dafür. Ein anderer Teil verändert, wie die Einstellung von Bürokräften und Berufseinsteigern funktioniert, und die Datenlage dort ist weiter unklar. Die beiden Kräfte könnten sich in den nationalen Gesamtzahlen ausgleichen und zugleich sehr unterschiedliche Ergebnisse für einen Rohrleitungsmonteur in Birmingham und einen Absolventen des Jahres 2026 in Boston produzieren.

Es gibt einen dritten Strang in der Akte, weiter weg vom Arbeitsmarkt, aber Teil desselben Ausbaus. Am 26. September berichtete pv magazine, dass Chinas Provinz Zhejiang Marktregeln für 40 netzseitige Speicherprojekte mit insgesamt 2,54 GW/5,1 GWh festgelegt hat, mit vollständiger Preis- und Mengenausschreibung für 2027. Die regulatorische Erklärung wurde am 23. September herausgegeben. Sie folgt auf Chinas Entscheidung von 2025, die Speicherpflicht für Anlagen für erneuerbare Energien zu streichen, und auf den im Februar festgelegten Kapazitätspreisboden für netzgekoppelte Speicher.

Zwei weitere Einträge im Dossier sind Marketing- und Führungsinhalte und keine Arbeitsmarktdaten. The Next Web veröffentlichte am 27. September einen Beitrag darüber, B2B-Marketing am Umsatz statt an Leads zu messen. Darin wird Gartners Befund von 2026 zitiert, dass B2B-Käufer während eines Kaufs durchschnittlich sieben Informationsquellen nutzen und 45% sich bei ihrer Recherche an generative KI wenden. pv magazine veröffentlichte am 25. September einen Bericht von der Solar & Storage Live UK 2026 über inklusive Führung. Darin sagte Liam Tattershall von Solarport, Zugehörigkeit allein "bringt dir nicht den Durchbruch". Keiner der beiden Beiträge liefert Zahlen zu KI und Beschäftigung, und keiner wird hier als Beleg zum Arbeitsmarkt verwendet.

Was die Akte hergibt, ist enger als die Schlagzeilen. Der Bau von Rechenzentren ist eine reale und messbare Quelle der Nachfrage nach Arbeitskräften im Blaue-Kragen-Bereich, mit konkreten Gehaltszahlen und konkreten Projekten, und mit einem echten politischen Risiko. Der Arbeitsmarkt für Absolventen ist schwächer als vor zwei Jahren, nach den eigenen Zahlen der New York Fed, doch dieselbe Institution sagt, KI sei nicht die Hauptursache für die Verlangsamung der Einstellungen. Wer eine eindeutige Antwort behauptet, geht über das hinaus, was die vorliegenden Daten zeigen.

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Quellen

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  1. 01The blue-collar AI job market is booming. Will data center backlash make it go bust?EN
  2. 02How recent grads and college students should be thinking about AI, the CV, and the job marketEN
  3. 03The inevitable problem with measuring B2B marketing by leadsEN
  4. 04Chinese province moves grid-side batteries into spot marketEN
  5. 05Inclusive leadership: turning diverse perspectives into innovation and impactEN
  6. 06Artificial Intelligence and Labor Market ReallocationEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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