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Humanoide Roboter verlassen das Labor, Südkorea eröffnet Datenfabrik

Südkorea hat am 3. November seine erste Datenfabrik für zweibeinige humanoide Roboter eröffnet und setzt dort 12 Einheiten ein, um sie zu trainieren, wie der Seoul Economic Daily berichtet. Die Anlage entsteht, während chinesische und US-Firmen humanoide Roboter in die reale Produktion drängen.

TechnologieAnalyseLena BrandtVeröffentlicht: 3. November 20266 Min. LesezeitQuellen 9
Humanoide Roboter verlassen das Labor, Südkorea eröffnet Datenfabrik

Südkorea hat am 3. November seine erste Datenfabrik für zweibeinige humanoide Roboter eröffnet und setzt dort 12 Einheiten ein, wie der Seoul Economic Daily berichtet. Die Anlage soll Trainingsdaten erzeugen, nicht Produkte ausliefern. Das Land setzt darauf, dass bessere Daten und nicht stärkere Motoren darüber entscheiden, ob humanoide Roboter in der Fabrik nützlich arbeiten.

Die Nachricht fällt in einen vollen Monat. Chinas NeodraDynamics zeigte auf der China International Industry Fair 2026 einen vier Meter großen Humanoiden mit 1,2 Tonnen Gewicht, wie The Independent am 30. Oktober meldete. Das Unternehmen nennt eine Nutzlast von 500 Kilogramm für beide Arme. ByteDance sucht rund ein Dutzend Stellen im Bereich Robotik innerhalb seiner Seed-AI-Einheit, überwiegend in Peking, wie die South China Morning Post am 28. Oktober berichtete. Und das Weiße Haus hat wegen importierter Roboter eine Handelsoffensive eröffnet.

Washington behandelt Roboter als Sicherheitsfrage

Am 29. Oktober erließ Präsident Donald Trump eine Proklamation, wie The Robot Report schrieb. Darin stellte der Handelsminister fest, dass Robotik, Industriemaschinen und deren Bauteile in Mengen in die Vereinigten Staaten eingeführt werden, die die nationale Sicherheit gefährden. Die Feststellung nach Section 232 nennt Warenlieferungen des verarbeitenden Gewerbes von rund 7.100.000.000.000 Dollar im Jahr 2024 und etwa 86.000.000.000 Dollar an in diesem Jahr produzierten Geräten. Sie hebt fortgeschrittene Roboter, darunter humanoide und vierbeinige Modelle, als direkte Unterstützung des US-Militärs hervor.

Zölle wurden nicht angekündigt. Der Präsident wies den Handelsminister und den US-Handelsbeauftragten an, mit Handelspartnern über Anpassungen der Importe zu verhandeln. Brendan Schulman, Vizepräsident für Politik und Regierungsbeziehungen bei Boston Dynamics, schrieb auf LinkedIn, die nächsten sechs Monate seien Verhandlung, weitere Handelsmaßnahmen würden folgen. The Robot Report merkte an, dass die meisten großen Anbieter von Industrieautomatisierung im Ausland sitzen, was die praktische Wirkung offen lässt.

Diese Unklarheit betrifft jeden, der humanoide Roboter kauft. Ein Zoll auf importierte Bauteile würde die Aktuatoren, Sensoren und Recheneinheiten verteuern, die chinesische und koreanische Hersteller in großen Stückzahlen liefern.

Chinas Zahlen sind die Messlatte

Der Bericht von The Independent über NeodraDynamics enthielt einen Vorbehalt. Das Unternehmen hat die behaupteten Fähigkeiten des Neo1 nicht nachgewiesen, und das Ausstellungsmodell auf der Messe zeigte nur begrenzte Bewegungen der Gliedmaßen. Gründer Yang Tao sagte, der Roboter arbeite mit hydraulischen Aktuatoren statt mit üblichen Elektromotoren. Er sagte, Roboter sollten menschliche Formen nicht bloß nachbilden, sondern die physischen Grenzen des Menschen übertreffen, um bisher unerreichte Einsatzfähigkeiten zu schaffen. Die Nutzlast von 500 Kilogramm bleibt eine Behauptung, bis jemand sie filmt.

Die Zahlen ringsum sind schwerer von der Hand zu weisen. In China sind mehr als 2.000.000 Industrieroboter im Einsatz, nach Angaben des Nationalen Statistikamts Chinas. Die International Federation of Robotics stellte im vergangenen Monat in einem Bericht fest, dass China 59 Prozent aller neuen Fabrikroboter stellt. Jane Heffner, Präsidentin der IFR, sagte, Chinas Erfolg beruhe auf seiner nationalen Robotikstrategie, die vor zehn Jahren begann. Sie sagte, der 15. Fünfjahresplan für 2026 bis 2030 richte die KI-Forschung auf physische Anwendungen aus, mit Robotern als wichtigstem Wachstumsmotor.

Die Stellenausschreibungen von ByteDance sind die kommerzielle Seite dieses Vorstoßes. Die SCMP berichtete, die Anzeigen auf der Karriereseite des Unternehmens aus den vergangenen Monaten deckten Hard- und Software über die gesamte Robotik-Pipeline ab, einschließlich Datenerhebung und Modelltraining. Das erklärte Ziel sei, Forschung aus dem Labor in physische Hardware zu bringen. Die Stellen sitzen in Seed, der Einheit für große Sprachmodelle.

Waymo zeigt, wie skalierte Autonomie aussieht

Der klarste Beleg dafür, dass eine Roboterflotte industrielle Größe erreichen kann, ist gar kein humanoider Roboter. Waymo teilte am 30. Oktober mit, Toyota werde eine eigene Version des bZ4X mit integriertem Waymo Driver am Band im Werk Takaoka in Toyota City bauen, wie Electrek berichtete. Eine Testflotte soll 2027 in Japan fahren. Es ist das erste Fahrzeug aus der Partnerschaft, die beide Unternehmen im April 2025 geschlossen haben.

Waymo-Mitgeschäftsführer Dmitri Dolgov sagte, Toyotas Einsatz für null Verkehrsunfälle finde bei Waymo großen Widerhall. Angaben zu Sensoren, Stückzahlen oder Kosten pro Fahrzeug machte das Unternehmen nicht, so Electrek. Waymo fährt inzwischen mehr als 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche in 15 US-Metropolen. Im September erklärte das Unternehmen, es wolle 2027 mit Nihon Kotsu und der GO-App vollständig fahrerlose kommerzielle Fahrten in Tokio anbieten und dafür auf rund 100 Fahrzeuge skalieren, sofern die Aufsichtsbehörden zustimmen.

Bei der Skalierung wird auch das Marketing dünn. Ethan McKanna betreibt den von der Community gepflegten Robotaxi Tracker und arbeitete diesen Sommer bei Tesla. Er fuhr Teslas neu erweiterten Service in Houston nach dem Start am 26. Oktober. Er nannte ihn das mit Abstand dreisteste Gebiet für einen angeblichen autonomen Fahrdienst, das er gesehen habe, wie Electrek am 28. Oktober berichtete. Ein Fahrtenangebot hätte ihn für zwei Straßenblöcke etwa 40 Minuten in einem Robotaxi sitzen lassen.

Das Video zeigt die Robotaxi-App mit einem Abholpunkt mitten in der Innenstadt von Houston, klar innerhalb des von Tesla veröffentlichten Polygons. Die App lehnt ihn ab: „Location not available. Move the map to select a different location.”

McKannas Deutung, so Electrek, ist, dass Tesla Bahnübergänge in der Innenstadt meidet. Er sagte außerdem, die Raketenform sei für die Ankündigung gezeichnet worden, nicht für Fahrgäste. Abgesehen von diesem Punkt fühle sich der Dienst in Houston wirklich gut an, mit vertretbaren Wartezeiten und einer Fahrweise, die er besser bewertete als bei jüngsten Waymo-Fahrten. Der Robotaxi Tracker meldete zudem, dass Waymos Servicegebiet in Orlando um 10 Quadratmeilen geschrumpft sei, um 8,4 Prozent auf 109 Quadratmeilen. Der Tracker nahm den Flughafen Orlando heraus, weil die App ihn nicht als Ausstiegspunkt akzeptierte.

Die Hardware ist nicht der Engpass

Nvidia nutzte den 22. Oktober, um Minerva zu starten, eine AIOps-Plattform, wie das Unternehmen im Blog mitteilte. Sie zieht Telemetrie aus GPUs, Netzwerk, Speicher, Schedulern und Workloads und wendet darauf Modelle des maschinellen Lernens an. Der Ansatz zielt auf Ausbeute: GPU-Stunden, Goodput, Cluster-Verfügbarkeit und Token-Produktion. Die Plattform analysiert Milliarden Datenpunkte pro Stunde, fasst Ereignisstürme zu einzelnen Vorfällen zusammen und kommt mit einem Assistenten für natürliche Sprache. Denis Skrinnikoff, Chief Technology Officer von IREN, sagte in der Ankündigung, Minerva gebe seinem Betriebsteam eine gemeinsame Sicht auf Netzwerk, GPUs und Jobs.

Warum ist das für humanoide Roboter wichtig? Die Trainingsdaten, die Südkoreas neue Anlage erzeugen soll, und das Modelltraining, für das ByteDance einstellt, laufen beide auf Clustern, deren Leerlauf teuer ist. Beobachtbarkeit ist eine Kostenposition, kein Feature.

Roboter werfen auch Fragen auf, die Datenfabriken nicht beantworten. Hunderte Mitarbeiter von Boston Dynamics unterzeichneten eine Petition, in der sie die Führung auffordern, den Verkauf von Spot-Roboterhunden an die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE zu stoppen, wie Ars Technica am 26. Oktober berichtete. Das Heimatschutzministerium vergab am 25. September 1.300.000 Dollar an das Unternehmen Radeco aus Connecticut. Radeco liefert modifizierte Spot-Einheiten, die als Cerberus vermarktet werden, ausgestattet mit Sauerstoffsensor, 30-fachem Zoom, 360-Grad-Kameras, Wärmebild und optionalem Arm. Die Petition trug mehr als 300 Unterschriften, die Hälfte anonym, bei einer Belegschaft von etwa 1.400 Menschen. Ein Sprecher von Boston Dynamics sagte zu Ars, Spot-Roboter seien Werkzeuge, die Menschen aus Gefahren heraushalten.

Der Abstand zwischen einem Roboter, der läuft, und einem Roboter, der arbeitet, wird weiterhin vor allem in Daten gemessen, und darin, wer sich beim Testen filmen lassen will.

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Quellen

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  1. 01White House makes Section 232 determination regarding foreign-made robotsEN
  2. 02China unveils 13-foot robot that can lift a cowEN
  3. 03ByteDance accelerates robotics commercialisation with new recruitment driveEN
  4. 04Waymo picks Toyota bZ4X as its next robotaxi, starting in Japan in 2027EN
  5. 05Tesla's rocket-shaped Robotaxi map in Houston is partly 'fake'EN
  6. 06ICE plan to buy robot dogs spurs protest from hundreds of Boston Dynamics employeesEN
  7. 07NVIDIA Unveils Minerva to Bring End-to-End Observability for AI FactoriesEN
  8. 08How China 'risk factors' loom over Anthropic's hotly anticipated IPO filingEN
  9. 09Unusual robotic animals can prove their utilityEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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