UN-Mission in Westsahara läuft nach Vetos aus
Das Mandat von MINURSO endete am 31. Oktober, nachdem Russland und die Vereinigten Staaten konkurrierende Entwürfe im Sicherheitsrat blockiert hatten. Die UN begann am 1. November mit der Abwicklung der Mission. In der Westsahara sind damit keine internationalen Beobachter mehr im Einsatz.

Die UN begann am 1. November mit der Abwicklung der Mission, einen Tag nach dem Ende ihres Mandats. Generalsekretär António Guterres sagte, der Sonntag, 1. November, markiere den formellen Abschluss des 35 Jahre dauernden Einsatzes. UN-Sprecher Stéphane Dujarric erklärte: „Dieser 1. November 2026 markiert den Beginn der Liquidationsphase.“ Ein kleineres Team, das dem Department of Operational Support untersteht, bringt die Ausrüstung der Truppenstellerländer zurück und entsorgt UN-Material. Eine neue Abstimmung im Sicherheitsrat wurde nicht angekündigt. Die Rechtsgrundlage für die Überwachung des Waffenstillstands ist unklar.
Vetos beenden das Mandat
Die Rio Times berichtete, der Rat mit seinen 15 Mitgliedern habe am Freitag, 30. Oktober, getagt und zuerst über einen Entwurf der USA abgestimmt. Der Text erhielt 11 Ja-Stimmen, eine Gegenstimme aus Russland und drei Enthaltungen, darunter China und Pakistan. Eine Resolution braucht neun Ja-Stimmen und darf von keinem der fünf ständigen Mitglieder mit einem Veto belegt werden. Die einzelne Nein-Stimme Russlands blockierte sie also. Die zur Abstimmung gestellte Fassung hätte die Mission bis 2027 verlängert, statt die Friedensmission im April zu beenden.
Danach legte Russland einen kurzen Text vor, der die Mission unverändert bis zum 31. Oktober 2027 verlängert hätte. Er bekam drei Ja-Stimmen von China, Somalia und Russland, die Vereinigten Staaten stimmten mit Nein, 11 Mitglieder enthielten sich. Das Mandat von MINURSO endete am folgenden Tag, Samstag, 31. Oktober.
Was der US-Entwurf vorsah
Der Entwurf der USA hätte die Mission in MINUSO umbenannt, das Wort Referendum aus ihrem Titel gestrichen und Marokkos Autonomieplan von 2007 zur einzigen Grundlage der Gespräche gemacht. Dieser Plan sieht Selbstverwaltung unter marokkanischer Souveränität vor. Der US-Delegierte Mike Waltz nannte den Entwurf „einen gutgläubigen Versuch, eine Mission, die 35 Jahre lang nichts geliefert hat, tauglich zu machen“, und sagte: „Der Status quo ist unannehmbar.“
Der russische Delegierte Wassili Nebensja bezeichnete das Streichen eines Buchstabens aus dem Namen der Mission als „Verrat an den Bewohnern der Lager von Tinduf“ und sein Veto als „lebensrettend“. Die Rio Times berichtete, China habe sich enthalten mit der Begründung, es habe zu wenig Konsultationen gegeben und ein Mandat dürfe nicht für politischen Druck genutzt werden. Frankreich und das Vereinigte Königreich bedauerten das Veto. Frankreich warnte, eine abrupte Schließung wäre „äußerst beunruhigend“.
Die Reaktion Marokkos
König Mohammed VI. feierte das Ausbleiben der Mandatsverlängerung als „einen wichtigen Durchbruch und einen bedeutenden Schritt, um die Frage der marokkanischen Sahara bei den Vereinten Nationen endgültig zu schließen“. Das Königliche Kabinett Marokkos erklärte am Freitag, das Personal der Mission solle die südlichen Provinzen des Landes innerhalb weniger Tage verlassen. Es forderte, das Thema von der Tagesordnung des Rats zu nehmen und den von der UN geführten politischen Prozess auszusetzen.
Mohamed Ould Errachid, Präsident der marokkanischen Kammer der Räte, sagte am Montag vor einer gemeinsamen Sitzung beider Kammern, jüngste internationale Entwicklungen hätten eine neue Gelegenheit eröffnet, den Streit beizulegen. Er sagte, 11 Mitglieder hätten den Entwurf unterstützt, der Marokkos Autonomieinitiative zur einzigen Grundlage der Verhandlungen macht. Die Zeit beschrieb er als Wendepunkt vom Verwalten des Konflikts zu seiner Lösung.
Was MINURSO hinterlässt
MINURSO wurde 1991 zusammen mit einem von der UN vermittelten Waffenstillstand eingerichtet. Sie sollte den Waffenstillstand sichern und eine Abstimmung über die Selbstbestimmung ermöglichen. GBC Ghana Online berichtete, das geplante Referendum habe wegen Uneinigkeit über die Wahlberechtigung nie stattgefunden. Der Abzug lasse die Region erstmals seit der frühen postkolonialen Zeit ohne internationale Beobachter.
Todo Alicante berichtete, der Waffenstillstand sei 2020 zusammengebrochen, und die Rio Times berichtete, die Polisario-Front habe den Waffenstillstand von 1991 in jenem Jahr für beendet erklärt. Seither sind die Spannungen gestiegen. Im Jahr 2025 tötete Marokko den Militärchef der Polisario, Lahbib M. Abdelaziz, mit einem Drohnenangriff. Dieser war eine Antwort auf eine Offensive der Unabhängigkeitsgruppe der Sahrauis gegen Smara, wo marokkanische Militärbasen liegen.
Wie es weitergeht
Das algerische Außenministerium äußerte „tiefes Bedauern“ über die nicht verlängerte Mission und verwies auf die „übermäßige Parteilichkeit“ der Vereinigten Staaten zugunsten von Rabat. Die Polisario-Front nannte das Ergebnis „eine unannehmbare Entscheidung“ und zeigte sich besorgt über die Blockade im Rat. Ihr Vertreter Sidi Mohamed Omar bezeichnete das russische Veto als „historischen Tag“ für sein Volk.
Der Rat hat nicht beschlossen, das Thema von seiner Tagesordnung zu nehmen. Algerien und die Polisario-Front lehnen Marokkos Forderung ab. Die Rio Times berichtete, für eine weitere Sitzung des Rats zur Westsahara sei kein Termin angekündigt. Es sei unklar, ob ein Mitglied eine kurze Verlängerung vorschlagen werde.
Quellen
5- 01Morocco's Upper House Speaker Says Western Sahara Dispute Enters New PhaseEN
- 02Mohammed VI hails end of UN mission in Western Sahara as a triumphEN
- 03UN peacekeeping mission in Western Sahara ends after 35 years following US-Russia standoffEN
- 04Russia Vetoes US Sahara Draft Backed by 11EN
- 05Neural Super ResolutionEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
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