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OpenAI holt Ex-Armeestaatssekretär Dan Driscoll, während die Sorgen um Open-Source-Sicherheit wachsen

OpenAI hat am 3. November nach Angaben von CNBC den früheren US-Armeestaatssekretär Dan Driscoll als Senior Counselor for National Security Modernization eingestellt. Die neue Stelle dreht sich um KI in der nationalen Sicherheit und in der Cybersicherheit.

TechnologieAnalyseLena BrandtVeröffentlicht: 3. November 20266 Min. LesezeitQuellen 10
OpenAI holt Ex-Armeestaatssekretär Dan Driscoll, während die Sorgen um Open-Source-Sicherheit wachsen

OpenAI meldete die Einstellung am 3. November, wie CNBC berichtet. Driscolls aktualisiertes LinkedIn-Profil führt die Position. Die Rolle des Senior Counselor for National Security Modernization ist neu im Unternehmen. Laut CNBC soll Driscoll die Führung von OpenAI in Fragen zu KI in der nationalen Sicherheit und in der Cybersicherheit beraten. Außerdem soll er mit externen Partnern zusammenarbeiten, damit US-Verbündete fortschrittliche KI übernehmen.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall.

In derselben Woche sagte der Chef eines großen Cybersicherheitsanbieters gegenüber CNBC, KI mache Angriffe billiger und schneller. Das britische National Cyber Security Centre warnte, KI-gestützte Angriffe auf kritische Infrastruktur seien innerhalb von zwei Jahren wahrscheinlich. OpenAI positioniert sich als Partner der Regierungen, nicht als Zuschauer dieser Debatte. Die Einstellung gibt dieser Positionierung ein Gesicht.

Warum ein Armeestaatssekretär, und warum jetzt

Driscoll ist Veteran des Irakkriegs und trieb den Umbau des US-Militärs voran, wie aus einer früheren Mitteilung der US Army hervorgeht, die CNBC zitiert. Zu diesen Bemühungen gehörte ein leichterer Zugang zu Drohnen- und Gegendrohnentechnik für US-Verbündete. Im November 2025 traf er in Kyjiw den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, um über einen von den USA vorgeschlagenen Friedensplan zu sprechen, heißt es in einer Erklärung des Präsidialamts der Ukraine.

Als Armeestaatssekretär trat er Anfang dieses Jahres zurück, nachdem es Berichten zufolge Spannungen mit Verteidigungsminister Pete Hegseth gegeben hatte, meldet Reuters. In einer von CNBC verbreiteten Erklärung sagte Driscoll, die Anforderungen der nationalen Sicherheit änderten sich schneller als je zuvor in den vergangenen fünfzig Jahren. KI könne helfen, Papierarbeit zu verringern, Informationen zu verarbeiten und Antworten schneller zu liefern. OpenAI-Chef Sam Altman sagte, die USA hätten eine außergewöhnliche Chance, mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten und demokratische KI zu verbreiten.

Die Einstellung fällt in ein dicht besetztes Politikfeld.

Am 2. November berichtete Tom's Hardware, OpenAI bereite laut Axios eine PR-Kampagne vor dem Präsidentschaftsrennen 2028 vor. Der Bericht enthielt den Vorschlag, die Rechenzentren des Unternehmens in "AI Compute Campuses" umzubenennen. Derselbe Bericht zitierte Chris Lehane, den Chief Global Affairs Officer von OpenAI, mit den Worten, die Zwischenwahlen seien "a bit of a movie trailer for what you're going to see in 2028". Das ist ein Unternehmen, das bereits darüber nachdenkt, wie Politiker die KI-Regulierung einrahmen werden. Ein früherer Armeestaatssekretär verleiht ihm in der Sicherheitsdebatte eine glaubwürdige Stimme.

Die Open-Source-Lücke, die KI immer wieder freilegt

Die Sicherheitsdebatte hat eine weniger glanzvolle Seite, und dort liegt der größte Teil der jüngsten Belege. Im Oktober dokumentierte Citizen Lab, wie der Adtech-Anbieter Discover-Tech mit seiner Plattform Controlium Geräte fingerabdruckte und infizierte, sobald eine Anzeige ausgeliefert wurde. Die Plattform brachte Candiru-Spyware ohne einen einzigen Klick auf das Gerät, heißt es im Zero-Breach-Projekt auf GitHub. Das Projekt bezieht seine Indikatoren aus dieser Berichterstattung und aus der unabhängigen Verfolgung derselben Infrastruktur durch Recorded Future. Mindestens 45 Geräte bei Al Jazeera waren 2024 und 2025 Ziel von Angriffen, schreibt das Projekt.

Das Zero-Breach-Toolkit, veröffentlicht auf GitHub, ist ein lokaler Scanner, der nur liest. Er prüft einen Rechner auf Spuren dieser Kampagne.

Die Autoren sind vorsichtig damit, was er beweisen kann. Ein sauberes Ergebnis sei kein sauberes Zeugnis, schreiben sie. Spyware dieser Klasse sei genau darauf ausgelegt, solche Prüfungen zu unterlaufen, und die meisten Spuren, die sie hinterlässt, verfallen innerhalb von Wochen. Das Werkzeug verringert die Unsicherheit, beseitigt sie aber nicht. Diese Ehrlichkeit ist bei Sicherheitswerkzeugen selten und erwähnenswert.

Dasselbe Muster zeigt sich überall: KI findet oder nutzt Schwachstellen schneller, als Menschen reagieren können. Die Open-Source-Lieferkette ist der Druckpunkt. Eine PHP-Schwachstelle Ende Oktober löste Sorgen über die Internetinfrastruktur aus. Berichte weisen darauf hin, dass die Stiftung hinter der Schwachstellenbehandlung von PHP nur eine Vollzeitkraft hat. Google setzte sein Bug-Bounty-Programm für Open Source Anfang Oktober aus, nachdem eine Flut ungültiger, KI-generierter Meldungen eingegangen war, so die Schlagzeilen. Anthropic brachte am 9. Oktober einen kostenlosen KI-Schwachstellenscanner für Open-Source-Projekte heraus. Der Engpass verschob sich vom Finden der Fehler auf das Beheben.

Werkzeuge sind nicht dasselbe wie Wartung

Dieser Unterschied zählt, wenn man die Einstellung bei OpenAI richtig lesen will. Ein Berater für nationale Sicherheit kann OpenAI helfen, KI an Regierungen und Verbündete zu verkaufen. Zu Driscolls Auftrag gehört es, internen Teams die operativen Bedürfnisse von Institutionen der nationalen Sicherheit näherzubringen, aufbauend auf OpenAIs Daybreak-Programm für Cyberresilienz, berichtet CNBC. Doch die Schwachstellen, die KI am besten findet, stecken in Code, den Freiwillige und kleine Teams pflegen. Sie stecken nicht in den Systemen, die OpenAI verkauft.

Open-Source-Veröffentlichungen zeigen dieselbe Spannung aus der anderen Richtung.

HeavyAI, früher MapD, gab seine gesamte Plattform im Oktober 2026 unter NVIDIA als Open Source frei, wie aus dem GitHub-Repository hervorgeht. Die Veröffentlichung umfasste Unternehmensfunktionen, die zuvor geschlossen waren. Das Repository beschreibt HeavyDB als In-Memory-, Spalten- und SQL-relationale Datenbank, die für den Betrieb auf GPUs ausgelegt ist. Eine große Codebasis rückt damit in die Öffentlichkeit. Jeder solche Schritt vergrößert die Angriffsfläche für Angreifer und für Verteidiger.

"A clean result is not a clean bill of health", heißt es im Zero-Breach-README, das ergänzt, Spyware dieser Klasse sei genau darauf ausgelegt, solche Prüfungen zu unterlaufen.

Andere Veröffentlichungen weisen in dieselbe Richtung. Ein Open-Source-USB-Werkzeug hebt unter Windows die halbierte GPU-KI-Drossel von Nvidia auf, wie Tom's Hardware am 1. November berichtete. Es steigert die FP16-Rechenleistung um bis zu 65 Prozent auf Desktop-Rechnern und Laptops der RTX-20-, 30- und 40-Serie. Das Werkzeug ist eine legitime Leistungskorrektur, zeigt aber auch, wie schnell aus Einschränkungen auf Hardwareebene Community-Projekte werden. OpenBSD 8.0 erschien am 31. Oktober mit erweiterter Hardwareunterstützung und Sicherheitsverbesserungen, meldet InfoQ. Google und Meta gaben TorchTPU als Open Source frei, um native PyTorch-Unterstützung auf Google-TPUs zu bringen, berichtete InfoQ am 2. November. Jedes davon ist ein kleiner Beitrag zum Gemeingut, und jedes braucht jemanden, der darauf achtet.

Was die Faktenlage tatsächlich hergibt

Die Faktenlage stützt nicht die Behauptung, die Einstellung bei OpenAI werde die Open-Source-Sicherheit reparieren. Sie stützt etwas Engeres. Ein großes KI-Labor baut seine Beratung zur nationalen Sicherheit genau in dem Moment aus, in dem Regierungen gesagt wird, KI-getriebene Angriffe stünden bevor. Es ist zugleich ein Moment, in dem die Betreuer der Infrastruktur des Internets zu wenige Leute haben. Die Warnung des britischen National Cyber Security Centre vom 3. November und der Kommentar des Palo-Alto-Networks-Chefs gegenüber CNBC TV18 vom 2. November zeigen auf dieselbe Lücke. Der Kommentar besagte, Cyberangriffe würden zunehmen, weil KI das Hacken erleichtert.

Es gibt auch eine Finanzierungsebene.

OpenAI will in einer neuen Finanzierungsrunde unter Mitführung von Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bis zu 20 Milliarden Dollar einsammeln, meldete CNBC am 2. November. Altman unterzeichnete Vereinbarungen mit Stellen in Abu Dhabi aus den Bereichen Energie, Regierung und Investitionen. Dazu gehört eine Vereinbarung über fünf Jahre zwischen Inception42 und OpenAI, um die Übernahme von Frontier-KI in Regierung, Wirtschaft und Bildung zu ermöglichen. Arbeit für die nationale Sicherheit und staatliches Geld laufen durch dieselben Türen.

Für Leser, die der Geschichte um Open-Source-Schwachstellen folgen wollen, sind die praktischen Signale weniger spektakulär als eine Einstellung. Achten Sie darauf, ob KI-generierte Fehlerberichte den Betreuern helfen oder sie verstopfen, worauf die Aussetzung der Google-Prämien hindeutet. Achten Sie darauf, ob kostenlose Scanner von Anthropic und anderen Projekte erreichen, die kein Sicherheitspersonal haben. Und achten Sie darauf, ob die Leute, die OpenAI jetzt in Fragen der nationalen Sicherheit beraten, etwas zu dem Freiwilligen-Code sagen, auf dem ihre Werkzeuge beruhen. Nach der bisherigen Faktenlage haben sie es nicht getan.

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Quellen

10
  1. 01OpenAI hires former U.S. Army Secretary Dan Driscoll for national security roleEN
  2. 02OpenAI considers rebranding data centers to 'AI compute campuses' as data center backlash intensifiesEN
  3. 03Zero Breach Toolkit, open source tool capable of detecting Israeli spywareEN
  4. 04HeavyAI (formerly MapD) is now open sourceEN
  5. 05Open-source USB tool unlocks Nvidia's half-speed GPU AI limiter on WindowsEN
  6. 06OpenBSD 8.0 Brings Expanded Hardware Support, Security Enhancements, and Virtualization ImprovementsEN
  7. 07Google and Meta Open-source TorchTPU to Bring Native PyTorch Support to Google TPUsEN
  8. 08OpenAI deepens Abu Dhabi foothold as Sam Altman inks deals spanning energy, government and investmentEN
  9. 09OpenAI is finally merging ChatGPT's Chat and Work tabsEN
  10. 10"At Home in Space" opens, caps Air and Space Museum renovationEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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