WTM-Bericht erwartet 2026 Rekord von 1,57 Milliarden internationalen Übernachtungsankünften
Für 2026 rechnet der Bericht weltweit mit 1,57 Milliarden internationalen Übernachtungsankünften, ein Rekord und 2% mehr als 2025. Der am 3. November in London vorgestellte WTM Global Travel Report 2026 stellt fest, dass sich das Wachstum gegenüber 6% im Jahr 2025 verlangsamt hat.

Die Ausgaben internationaler Besucher sollen 2026 um 6% auf 1,8 Billionen Dollar steigen. Rechnet man den Inlandstourismus hinzu, dürften die Gesamtausgaben 7,8 Billionen Dollar erreichen, 9% mehr, und die Zahl der Übernachtungen insgesamt 24,2 Milliarden. Tourism Economics, das Unternehmen von Oxford Economics, das den Bericht mit WTM London erstellt hat, führt das langsamere Wachstum auf den Iran-Konflikt, höhere Kerosinpreise und die Lebenshaltungskosten zurück. Etwas mehr als die Hälfte des Ausgabenanstiegs entfällt auf die Inflation, sagte Dave Goodger, Managing Director EMEA bei Tourism Economics.
Kurzstrecke gewinnt Anteil, Naher Osten verliert
Hinter der Gesamtzahl steckt eine Veränderung der Reisegewohnheiten. Kurzstreckenreisen legten 2026 weltweit um 3% zu, während Reisen zwischen den Regionen um 3% zurückgingen. Europa verzeichnete 5% mehr Ankünfte, Afrika und Ozeanien je 8%. Der Naher Osten entwickelte sich entgegengesetzt, die Übernachtungsankünfte sanken um 40%. Auf die Luftfahrtdrehkreuze am Golf entfielen 2025 15% des weltweiten Transitverkehrs. Die dort schrumpfenden Kapazitäten trieben die Preise und verlängerten die Reisezeiten für Menschen, die zwischen den Regionen unterwegs sind.
Nordamerika zeigt ein anderes Bild. Trotz der Spiele der FIFA Weltmeisterschaft wird für die internationalen Ankünfte 2026 nur ein Plus von 2% erwartet, und sie liegen weiterhin 6% unter dem Wert von 2019. Der Bericht nennt steigende Kosten und eine negative Stimmung der Reisenden gegenüber den Vereinigten Staaten. Lateinamerika legte in diesem Jahr um 2% zu, für 2027 werden 7% erwartet, gegenüber 4% für Nordamerika. Die Zuwächse in Afrika, Ozeanien und Europa werden umgeleiteter Nachfrage zugeschrieben.
Preisbewusste Reisende, nicht nur Luxus
Das Preis-Leistungs-Verhältnis zählt bei der Wahl des Reiseziels inzwischen mehr. Jeder sechste Reisende wählte 2026 sein letztes internationales Ziel vor allem wegen des Preises, 2025 war es etwa jeder elfte.
Das Interesse an Luxus blieb mit 12% unverändert. Beides schließt sich nicht aus: 56% der Befragten gaben an, an manchen Teilen einer Reise sparen und an anderen großzügig sein zu wollen. 22% planen, zu einer anderen Jahreszeit zu verreisen, weil sie sich davon einen besseren Preis versprechen.
Goodger sagte, die Verschiebung sei selektiv und kein Rückzug vom Premiumreisen. Reisende legten weiterhin Wert auf Luxuserlebnisse und gönnten sich etwas, wenn sie könnten.
Vertrauen in KI-Buchungen bleibt begrenzt
Das Vertrauen in KI-Buchungen wächst, bleibt aber begrenzt. 36% der Reisenden gaben an, einer KI eine komplette Reisebuchung anzuvertrauen, 58% würden sie zum Suchen und Vergleichen von Preisen nutzen und 53% für Empfehlungen. Ein Viertel sagte, bereits eine KI zur Reiseplanung verwendet zu haben. Die Altersspanne ist groß: 54% der 18- bis 34-Jährigen würden einer KI die Buchung anvertrauen, bei den über 55-Jährigen sind es 18%. Tourism Economics bezeichnet agentische Buchungen als Mainstream und verweist auf den Start der Hotelbuchung im KI-Modus von Google im August 2026, mit Partnern wie Booking.com, Expedia, Hilton, Marriott und IHG.
Goodger sagte, KI leiste viel im Hintergrund, ersetze aber keine Menschen in der Branche. Für persönliche Betreuung sei weiterhin Platz, sagte er.
Ausblick hängt am Iran-Konflikt
Die Prognose fällt besser aus, wenn die Störungen nachlassen. Tourism Economics erwartet für 2027 ein Wachstum der weltweiten internationalen Ankünfte um 8%, wobei Langstreckenreisen um 11% zulegen. Die Ankünfte im Naher Osten würden um 43% steigen, aber unter dem Niveau von 2025 bleiben. Der Bericht nennt für 2032 weltweit 2,2 Milliarden internationale Ankünfte, nach 1,57 Milliarden im Jahr 2026. Bis dahin sollen die Auslandsübernachtungen pro Person um 41% steigen, die Inlandsübernachtungen um 13%. Europa dürfte zwischen 2026 und 2032 jährlich 226 Millionen internationale Ankünfte hinzugewinnen, etwa 4% Wachstum pro Jahr.
Der Bericht warnt, dass anhaltende geopolitische Spannungen oder neue Konflikte die Erholung bremsen könnten.
Quellen
30- 01Global tourism arrivals to hit record 1.57 b in 2026, WTM ReportsEN
- 02Global tourism to hit new heights in 2026 despite Middle East crisisEN
- 03Middle East travel set for fast rebound once hostilities endEN
- 04WTM Report: Short-Haul Travel Rises 3% Globally in 2026EN
- 05Global travel sector grows despite headwindsEN
- 06Global tourism is projected to reach a record 1.57 billion international visitors in 2026EN
- 07International Tourism Arrivals to Hit 1.57 Billion in 2026 Amid Shift Toward Short-Haul TravelEN
- 08Short-haul travel and value-seeking reshape 2026 travelEN
- 09WTM London: Geopolitical tensions and rising costs reshape global travelEN
- 10Hyundai Motor Group Outlines Future Mobility Technology Roadmap at FISITA World Mobility Summit 2026EN
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