Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

OpenAIs freiwilliges Netzversprechen und die 1,5 Prozent, die Lastverschiebung bringt

OpenAI hat am 3. November 2026 das Grid Protectors Program gestartet. Es ist ein unverbindlicher Plan, die Nachfrage von Rechenzentren zu senken, wenn das US-Stromnetz belastet ist, und verspricht bis zu 1 GW flexible Demand-Response-Leistung. Am selben Tag meldete pv magazine, dass Ember die Entlastung durch das Verschieben von Rechenlasten auf rund 1,5 Prozent der für Irland prognostizierten Spitzenlast im Jahr 2030 beziffert.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 3. November 20263 Min. LesezeitQuellen 5
OpenAIs freiwilliges Netzversprechen und die 1,5 Prozent, die Lastverschiebung bringt

Ein unverbindliches Versprechen, herunterzufahren

OpenAI nennt das Vorhaben eine „Ambition“ und keine festgelegte Politik, berichtete Data Center Dynamics. Die Vereinbarungen sollen je nach Standort unterschiedlich ausfallen. Ob aus den Zusagen von OpenAI Verträge werden, ist offen.

Für Versorgungsunternehmen, Regulierer und Standortgemeinden geht es jetzt darum, wer die Netzkapazität bezahlt und wie schnell sie gebaut werden kann. Ein freiwilliges Versprechen kostet einen Hyperscaler wenig und bindet niemanden. Das Unternehmen erklärte, die US-Kapazität für Rechenzentren werde bis 2030 voraussichtlich 100 GW überschreiten. Zudem will es bis zu 1 GW flexible Demand-Response-Leistung bereitstellen. Im Vertrag mit Georgia Power hat sich OpenAI verpflichtet, die vollen Kosten der Infrastruktur zu tragen, die für den Betrieb seines Rechenzentrums nötig ist.

Ember: Lastverschiebung bringt etwa 1,5 Prozent

Die Analyse von Ember umfasst neun Märkte in den USA, Europa und Südostasien. Sie erschien im Oktober 2026, pv magazine berichtete am 3. November darüber.

In Irland machen Rechenzentren etwa 19 Prozent der Spitzenlast aus. Im Januar 2025, als die Systemnachfrage mit 6 GW ihren Höchststand erreichte, entfielen auf sie schätzungsweise 1,1 GW. Ember rechnet damit, dass dieser Anteil bis 2030 auf 24 Prozent steigt, bei einer Nachfrage von 1,6 GW und einer Spitzenlast von 6,5 GW. Lastverschiebung könnte Irlands Spitze bis 2030 um rund 100 MW senken, also um 1,5 Prozent. Ember setzt 35 Prozent Flexibilität beim KI-Training an, 5 Prozent bei der Inferenz und keine bei klassischen Rechenzentren. Damit wären theoretisch etwa 6,5 Prozent der globalen Kapazität verschiebbar, nach einer Auslastungsquote von 48 Prozent blieben rund 3 Prozent.

Andere Märkte liegen zwischen 0,1 Prozent und 0,6 Prozent. Die 1,5 Prozent sind Embers Schätzung für Irland.

Der Auftragsbestand: Schaltanlagen und Kabel

Das Geld fließt dorthin, wo Verträge bindend sind. GE Vernova vereinbarte am 29. Oktober 2026, Trench Group für 9.000.000.000 US-Dollar zu kaufen.

Der mit Eigen- und Fremdkapital finanzierte Deal holt die Fertigung von Hochspannungsnetzausrüstung ins eigene Haus und bringt dem Segment Electrification einen Standort in Europa und Asien. Der Abschluss wird für Ende 2027 erwartet. Am 3. November teilte NKT mit, drei Rahmenverträge mit dem dänischen Verteilnetzbetreiber N1 für Nieder- und Mittelspannungskabel bis 72 kV gewonnen zu haben. Sie laufen sechs Jahre und umfassen voraussichtlich 700 bis 1.000 Kilometer Kabel pro Jahr. N1 versorgt mehr als 800.000 Haushalte und Unternehmen über ein Netz von über 56.000 Kilometern.

Teesside: 3,2 GW und eine Warteschlange

In Großbritannien zeigt sich die Knappheit bei Grundstücksgeschäften. National Grid vereinbarte den Kauf von 29,5 Hektar (73 Acres) in Dorman Point auf Land der Teesworks.

The Guardian berichtete am 1. November 2026 über den Deal, Sky News hatte ihn zuerst. Die Bauanträge umfassen fast 500.000 Quadratmeter. Ben Houchen, Bürgermeister der Combined Authority des Tees Valley, sagte Sky News, bis zu 3,2 GW Kapazität am Standort würden der Region erlauben, sich um KI-Projekte zu bewerben. Das ist ein Mehrfaches der 200 MW bis 500 MW, die ein einzelnes großes Rechenzentrum braucht. Die Regierung veröffentlichte in der vergangenen Woche einen Entwurf für eine nationale Grundsatzerklärung zu Rechenzentren und bezeichnete sie darin als so grundlegend für die Wirtschaft wie Eisenbahnen und Stromnetze. Kampagnengruppen haben gegen Pläne von Auchtertool bei Edinburgh bis Brick Lane im Osten Londons protestiert.

Was weiter offen ist

Die zeitliche Lücke erklärt den Druck. Ein großes Rechenzentrum kann 200 MW bis 500 MW brauchen und in 18 bis 24 Monaten gebaut sein.

Der herkömmliche Netzausbau dauert laut Ember vier bis 10 Jahre. Eigenerzeugung hinter dem Zähler und Speicher könnten fast fünfmal mehr Entlastung bringen, mit möglichen Reduktionen von bis zu 2,7 GW in Texas, fand Ember heraus. Dieser Weg hängt an Genehmigungen und an Ausrüstung, die selbst in einer Warteschlange steht. OpenAI kündigte an, weitere Zusagen zu teilen, sobald sie feststehen. Bis dahin ist das Programm eine Absichtserklärung.

Kommentare 0

Quellen

5
  1. 01OpenAI launches 'Grid Protectors Program' to reduce data center electricity demand when the US grid is under strainEN
  2. 02Behind-the-meter generation could deliver five times more grid relief than data center load shiftingEN
  3. 03National Grid to site biggest substation in UK near planned Teesside datacentreEN
  4. 04GE Vernova (GEV) Agrees $9 Billion Grid Equipment Deal To Expand ElectrificationEN
  5. 05NKT secures long-term framework agreements with N1 to support expansion of Denmark's power gridEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.